Kaffeeduft zieht durch das Haus. In der Küche faucht die Espressomaschine und im Bad surrt der Fön. Bei der jungen Familie Schacht in der Nähe von Stuttgart verläuft der Start in den neuen Tag wie bei anderen Familien auch. Doch im Gegensatz zu vielen Haushalten wissen die Schachts immer, wie viel Strom sie aktuell verbrauchen. Dazu reicht ein Blick auf ihren heimischen Personalcomputer. Auf dem Bildschirm im Arbeitszimmer schlängelt sich eine Kurve, deren Verlauf die gerade benötigte Strommenge sämtlicher eingeschalteten oder sich im Stand-by-Modus befindlichen Elektrogeräte anzeigt. Möglich macht dies der „EnBW Intelligente Stromzähler®“, der an Stelle des herkömmlichen schwarzen Drehscheibenzählers im Keller des Hauses leicht und schnell installiert werden konnte. Er hat etwa die Größe eines Schuhkartons und liefert im Sekundentakt die Verbrauchsdaten an den PC zwei Etagen über ihm. Mittels einer speziellen Software baut sich dort dann in Echtzeit das entsprechende Diagramm auf. Weiterhin überträgt ein eingebautes Sendemodul per DSL einen viertelstündlichen Mittelwert des Stromverbrauchs an einen Server der EnBW. Über das geschützte Internet-Portal „EnBW-Cockpit“ können jederzeit alle gespeicherten Langzeitdaten grafisch anschaulich aufbereitet, abgerufen und analysiert werden. Der Stromverbrauch wird völlig transparent. „Es ist wirklich überraschend zu sehen, wie sich die Kurve bei jedem An- oder Ausschalten eines einzelnen Haushaltsgeräts verändert,“ sagt Attikus Schacht, der als Business-Berater arbeitet. So kam die Familie vielen Stromfressern auf die Spur, die im Stand-by-Betrieb, also im scheinbar ausgeschalteten Zustand, noch wertvolle Energie verbrauchten. „Vom Keller bis zum Dach“, erzählt Ehefrau Julia, inspizierte die ganze Familie alle Räume des neuen Eigenheims und nahm die ungenutzten elektrischen Geräte vom Netz. Auch für die Kinder war es ein spannendes Detektivspiel zum Thema Energiesparen.
Die Schachts gehörten 2007 zu den rund 1.000 ausgewählten Strompionieren, die den neuen Stromzähler während einer einjährigen Testphase auf seine Praxistauglichkeit prüften. „Um etwa 20 bis 25 % konnten wir damit unsere Stromkosten im Vergleich zu früher senken“ schätzt Julia Schacht. Die neue Transparenz des Stromverbrauchs führte dazu, dass in ihrem Haushalt Energiesparlampen Einzug hielten und Waschmaschine oder Wäschetrockner überwiegend nach 20 Uhr im Einsatz sind. Denn zum Intelligenten Stromzähler bietet die EnBW ein umfassendes Paket an, zu dem neben Software für Echtzeitdaten und Internet-Portal eine monatliche Abrechnung mit zusätzlichen Spartipps sowie ein spezieller Stromtarif gehören. Wer seinen Stromverbrauch gezielt in die Abend- und Nachtstunden verlagert, kann seine Geldbörse noch mehr schonen. Ein zusätzlicher Service dient der Sicherheit: Wenn der Stromverbrauch über einen vorher festgelegten Wert steigt, kann der Kunde auf Wunsch eine Warn-SMS erhalten. Das ist besonders praktisch, wenn man in den Urlaub fährt. „Der Klassiker ist die Frage nach dem ausgesteckten Bügeleisen, wenn die Familie gerade 50 Kilometer auf der Autobahn unterwegs ist,“ sagt Julia Schacht.
Seit Oktober 2008 können alle EnBW- Kunden den Intelligenten Stromzähler erhalten, die Nachfrage ist groß. Doch für die EnBW ist das nur der Anfang, denn in den nächsten Jahren soll der neue Zähler zum Herzstück einer Energiemanagement-Plattform werden, mit der intelligente Endgeräte, Energiespeicher und dezentrale Erzeugungsanlagen gesteuert werden können.