Politischer Seismograf und Partner

Jürgen Koß

Jürgen Koß, EnBW-Mitarbeiter und Gemeinderat in Gundelsheim

16. Juni 2009, Punkt 9:00 Uhr: Jürgen Koß fährt ins Parkhaus von EnBW-City, holt am Empfang seinen Ausweis und begibt sich in den Aufsichtsratssaal. Dort ist für 9:30 das 9. „Kommunal Forum“ angesetzt. Eine Veranstaltung für EnBW-Mitarbeiter, die entweder in ihren Heimatorten ein politisches Amt innehaben oder als Kommunalbetreuer bei den Tochtergesellschaften Regional AG oder Vertriebs- und Servicegesellschaft mbh angestellt sind. Diese Informations- und Kontaktbörse hat Topniveau. Heute sind zum Beispiel gleich zwei Holding-Vorstände angesagt: Christian Buchel, Ressort Operations, und Dr. Hans-Josef Zimmer, der oberste Technikchef, werden vortragen und sich der Diskussion stellen.

Jürgen Koß ist Gemeiderat, ein im besten Sinne des Wortes politischer Mensch, „mit einem Herz, das links von der Mitte schlägt“. Vor 20 Jahren kandidierte er erstmals für ein politisches Amt; inzwischen ist er im elften Jahr Gemeinderat in Gundelsheim. Im Jahr 1989 kam er auch zur EnBW, beziehungsweise damals noch Energie-Versorgung Schwaben. Der ausgebildete Glaser begann als Pförtner im Kraftwerk Heilbronn; seit Mitte der 90er Jahre arbeitet er dort im Dreischichtbetrieb in der Bekohlung. Auch hier mischt sich der zweifache Vater ein und kümmert sich – als Mitglied des Betriebsrats, dem er seit sieben Jahren fest angehört.

Das "Kommunal Forum" wurde im Januar 2005 aus der Taufe gehoben und ist in der Holding angesiedelt. Die Aufgaben – die Synchronisierung von Aktionen der EnBW-Gesellschaften in den Kommunen, die Vernetzung aller Beteiligten und die Sensibilisierung für Themen – haben sich seit damals nicht geändert. Jürgen Koß, natürlich ein Mann der ersten Stunde, schätzt vor allem „die Aktualität aller Aktivitäten, den eigens für die Mandatsträger bereitgestellten Newsletter und die praxisnahen Informationen über Energiedienstleistungen – etwa über energetische Gebäudesanierung oder Straßenbeleuchtung. Da kann sich die EnBW als Partner der Kommunen profilieren.“

Seit der Startveranstaltung im April 2005 hat sich die Anzahl der Mitglieder mehr als verdoppelt: Inzwischen arbeiten rund 200 EnBWler auf freiwilliger Basis zusammen. Etwa 150 davon sind als Kreisrat, Stadtrat, Gemeinderat oder Ortschaftsrat politisch aktiv. Männer und Frauen also, die in ihren Heimatgemeinden unter anderem über Lieferverträge für Strom und Gas entscheiden, über die Neuerschließung von Gebieten oder die Straßenbeleuchtung.

Für Christian Buchel sind die Mandatsträger „die natürlichen Botschafter der EnBW in der kommunalen Landschaft und der politische Seismograf und Partner in der Fläche“. Das ist sicherlich ein Pfund, mit dem man wuchern kann, wenngleich Jürgen Koß von vornherein eines klarstellt: „Egal welches Thema, im Gemeinderat entscheide ich zum Wohle der Stadt und zum Wohle der Wähler, sonst würde ich mich auf ein politisches Mandat gar nicht erst einlassen.“

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