FAQ & SERVICE
Wissenswertes zum Projekt PSW Forbach kurz gefasst
Fragen und Antworten zu den neuen EnBW Wärmestromtarifen
- Wie viel Speicherkapazität hat Deutschland aktuell (Stand Herbst 2011) und wie viel wird überhaupt gebraucht?
- Wozu brauchen wir Pumpspeicherkraftwerke?
- Welche Vorteile sprechen für den Bau und den Einsatz von Pumpspeicherkraftwerken?
- Plant die EnBW einen neuen Stausee?
- Wann wird mit dem Bau begonnen bzw. was sind die nächsten Schritte?
- Welche Ausgleichsmaßnahmen sind geplant?
- Wieso hat die EnBW keine anderen Standorte in Betracht gezogen, um ein neues PSW zu bauen?
- Gehen von der geplanten Anlage Umwelt- oder Gesundheitsrisiken aus?
- Verändert der Bau eines neuen Pumpspeicherkraftwerks den Fluss der Murg?
- Müssten durch den Ausbau zusätzliche Stromleitungen im Murgtal errichtet werden?
Wie viel Speicherkapazität hat Deutschland aktuell (Stand Herbst 2011) und wie viel wird überhaupt gebraucht?
Der deutschlandweite Verbrauch beträgt pro Jahr rund 600 Milliarden Kilowattstunden Strom. Die aktuelle Speicherkapazität in der BRD reicht jedoch nur für rund 40 Millionen Kilowattstunden. Das heißt: Aktuell können nur 15 Tausendstel der erzeugten Energie gespeichert werden, was etwa einer halben Stunde Versorgung mit Strom entspricht. Derzeit sind in Deutschland ca. 7.000 Megawatt Leistung an Pumpspeicherkraft installiert. Um den immer höheren Anteil an eingespeister Energie aus erneuerbaren Quellen in den Griff zu bekommen, ist neben dem Ausbau der Netze und der Entwicklung neuer Speichertechnologien eine Verdopplung der installierten Leistung durch Pumpspeicherkraft bis 2030 notwendig.
Wozu brauchen wir Pumpspeicherkraftwerke?
Energie in bedeutenden Mengen auf Abruf zu speichern ist eine der großen Herausforderungen für Energieerzeuger. Pumpspeicherkraftwerke sind hierfür noch immer die einzige wirklich effektive und großtechnisch anwendbare Möglichkeit:
- Sie speichern große Mengen Strom wie eine gigantische Batterie.
- Sie liefern auf Abruf Strom für den Markt.
- Sie gleichen Schwankungen im Stromnetz aus.
- Sie gleichen Unregelmäßigkeiten bei der regenerativen Stromerzeugung durch Sonne oder Wind aus.
- Sie sind schnellstartfähig – das heißt: Sie bauen in Notfällen das Stromnetz schnell wieder auf.
Welche Vorteile sprechen für den Bau und den Einsatz von Pumpspeicherkraftwerken?
Sie sind ein Betrag zu Versorgungssicherheit, indem sie die schnelle Verfügbarkeit – PSW können innerhalb von zwei Minuten auf volle Leistung gefahren werden – von Strom zu einem vernünftigen Preis gewährleisten, was sich auch positiv auf die regionale Standortattraktivität auswirkt.
Sie sind unabdingbare Voraussetzung für einen schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien, da Wind- oder Solaranlagen einem hohen Risiko unterliegen, in Zeiten niedrigen Bedarfs überschüssigen Strom zu erzeugen.
Sie steigern die Energieeffizienz und damit Nachhaltigkeit bestehender Stromerzeugungsanlagen, indem sie deren überschüssigen Strom speichern – dies ist auch ein Beitrag zur CO2-Einsparung.
Sie verringern die Importabhängigkeit auf nationaler wie auch regionaler Ebene.
Es ist eine etablierte, umweltfreundliche, robuste, bewährte und nachhaltige Technologie, die sich durch lange Lebensdauer sowie einen hohen Wirkungsgrad auszeichnet.
Plant die EnBW einen neuen Stausee?
Die EnBW hat im Rahmen einer Potenzialstudie grundlegende Möglichkeiten einer Erweiterung untersucht, darunter auch die Möglichkeit eines neuen Stausees durch Stauung der Murg. Die EnBW favorisiert aus Gründen des Natur- und Umweltschutzes jedoch die Möglichkeit einer so genannten Kavernenlösung (Kaverne= unterirdischer Wasserspeicher in Form eines Tunnelsystems im Berg) und verfolgt die Variante eines Stausees nicht weiter. Im Rahmen des von der EnBW angestrebten Raumordnungsverfahrens ist das Unternehmen verpflichtet, alle in Frage kommenden technischen Lösungen zu untersuchen und darzustellen, dazu gehört neben dem Bau einer Kaverne auch die Stauung der Murg.
Wann wird mit dem Bau begonnen bzw. was sind die nächsten Schritte?
Zum jetzigen Zeitpunkt bereitet die EnBW die Unterlage für ein Raumordnungsverfahren vor, das im Herbst 2011 eröffnet werden soll. Das Unternehmen hat zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Investitionsentscheidung getroffen. Unter der Voraussetzung, dass das angestrebte Raumordnungsverfahren positiv entschieden wird und die EnBW eine Investitionsentscheidung trifft, wäre der nächste Schritt ein Planfeststellungsverfahren. Entsprechend könnte voraussichtlich im Jahr 2014 mit einem Bau begonnen und erwartungsgemäß 2018 abgeschlossen werden.
Welche Ausgleichsmaßnahmen sind geplant?
Welche Ausgleichsmaßnahmen erforderlich und angemessen sind, ist Gegenstand diverser gutachterlicher Untersuchungen, mit denen die EnBW externe Experten beauftragt hat. Grundsätzlich legt die EnBW großen Wert darauf, dass Ausgleichsmaßnahmen vor Ort und in einem angemessenen Umfang durchgeführt werden.
Ihre EnBW wird auch künftig ein attraktiver Wärmestromanbieter für Sie bleiben!
Wieso hat die EnBW keine anderen Standorte in Betracht gezogen, um ein neues PSW zu bauen?
Die EnBW hat unterschiedliche Standorte auf ihre Geeignetheit überprüft. Das Rudolf-Fettweis-Werk in Forbach bietet ideale topographische Rahmenbedingungen, zudem kann auf die Anlage des etablierten Werks zurückgegriffen werden. So bietet beispielsweise der bestehende Schwarzenbachstausee mit einem Volumen von 14 Mio. Kubikmetern ausreichend Stauvermögen für ein neues Pumpspeicherkraftwerk.
Verändert der Bau eines neuen Pumpspeicherkraftwerks den Fluss der Murg?
Den aktuellen Planungen entsprechend wird eine Erweiterung des Rudolf-Fettweis-Werks den Fluss der Murg nicht verändern oder gar beeinträchtigen. Durch die aktuell geplante und von der EnBW favorisierte Ausbauvariante in Form einer Kaverne und einem neuen Oberbecken wird nicht in den Verlauf der Murg eingegriffen, so dass insbesondere das touristisch beliebte Kanufahren und Flussbettwandern nicht beeinträchtigt werden.

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