Internationaler Klimaschutz
CO2-Bilanzierung im Bereich Clean Development Mechanism:
Jatropha-Anbau in Madagaskar
Clean Development Mechanism: Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung
CO2-Emisssionen dort zu reduzieren, wo es am effektivsten ist - auf dieser Idee basiert der Clean Development Mechanism (CDM). Er ist ein im Kyoto-Protokoll vorgesehenes internationales Klimaschutzinstrument. Auf Madagaskar baut die EnBW gemeinsam mit Partnern die ölhaltige Jatropha-Frucht an. Wir wollen mit dieser Forschungsfarm exemplarisch zeigen, wie man ein CDM-Projekt entwickelt, durchführt und evaluiert.
Clean Development Mechanism
Das Ziel von CDM: CO2-Emissionen global zu reduzieren
CDM schafft Anreize für Industrieländer, kostengünstig in Klimaschutzprojekte und emissionsarme Technologien in Entwicklungs- und Schwellenländern zu investieren. Im Gegenzug dafür erhalten sie Emissionsgutschriften. Den Entwicklungsländern hilft CDM dabei, ihren wachsenden Energiebedarf auf emissionsarme und nachhaltige Weise zu decken.
In Afrika, Asien und Lateinamerika nutzt die EnBW dieses Instrument inzwischen auch kommerziell, um erneuerbare Energien auszubauen und den CO2-Anstieg zu vermindern. Für das eingesparte CO2 erhalten wir Emissionszertifikate, die wir für unsere eigenen Ziele zur Emissionsminderung einsetzen.
CDM-Zertifizierung
Damit ein Projekt überhaupt als CDM-Projekt anerkannt wird, muss es den strengen Kritieren der United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) genügen. Unter anderem wird die CO2-Bilanz des Projekts bewertet. Die Projektplaner müssen nachweisen, dass die Emissionsminderung nicht ohne das Projekt realisiert werden kann.
Jatropha-Anbau in Madagaskar
Jatropha-Pflanze auf Madagaskar
Madagaskar gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, ein Großteil der Böden des Landes ist der Erosion ausgesetzt und die Insel hat ein Ernährungsproblem. Die Idee war, hier die anspruchslose Jatropha-Pflanze anzubauen. Das verbessert die Böden und die ölhaltige Frucht lässt sich zu Biokraftstoff verarbeiten. Die Jatropha-Pflanze stammt ursprünglich aus Südamerika. In den Tropenzonen findet man sie als Wildpflanze. Obwohl das Öl der Frucht bereits genutzt wird, baut man die Pflanze bisher nicht landwirtschaftlich an.
Im Forschungsprojekt der EnBW wird Jatropha inzwischen auf fast 1.000 Hektar angebaut. Die Anbaufläche ist eine der größten Jatropha-Farmen weltweit. Hier untersucht die EnBW, wie die Pflanze CO2 bindet und wie das Pflanzenöl fossile Brennstoffe ersetzen kann. Wie jede andere Pflanze nimmt Jatropha während des Wachstums CO2 aus der Atmosphäre auf. Wird sie zu Biotreibstoff verarbeitet, setzt sie nur halb so viel CO2 frei, wie sie zuvor im Wachstum gebunden hat. Da Ödland kultiviert wurde, spart man netto mehr als 20 Tonnen CO2 pro Hektar und Jahr ein. Weitere 2,5 Tonnen CO2 erreichen wir, weil fossiler Dieseltreibstoff eingespart wird.
EnBW-Methode schafft neuen CDM-Projekttyp
Im Jatropha-Forschungsprojekt werden fossile Brennstoffe durch biogene ersetzt.
Im Projektverlauf entwickelte die EnBW mit der Jatro Solutions GmbH eine Methode, mit der man die CO2-Bilanz der gesamten Produktions- und Verwertungskette ausweisen kann. Um darzustellen, wieviel CO2 durch das Projekt eingespart wurde, musste ein Vergleich erstellt werden mit der CO2-Situation, die ohne das Projekt geherrscht hätte. Die entwickelte Methode ist die Grundlage, das Projekt regelmäßig zu überprüfen und die Emissionszertifikate zu berechnen.
Inzwischen hat das UNFCCC-Board der EnBW-Methode zugestimmt. Damit ist weltweit der Durchbruch für einen neuen Projekttyp geschaffen worden, bei dem man fossile Brennstoffe im Verkehr und bei der Stromerzeugung durch biogene Energieträger ersetzen kann.
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