Energiewirtschaft
Welche Notwendigkeit besteht für den Bau einer weiteren Maschine im Kraftwerk Iffezheim?
Mit dem Bau der 5. Maschine im Kraftwerk Iffezheim folgt die EnBW einmal mehr ihrem Ziel, die Wasserkraft als wichtige heimische Energiequelle heute wie in Zukunft – soweit möglich – weiter aus- und auch neu aufzubauen. Dies hat seit Jahrzehnten Tradition. Heute stammen bereits 10 % der Stromerzeugung im Energiemix der EnBW aus regenerativer Wasserkraft. Bis 2020 möchten wir den Anteil der Erneuerbaren Energien am EnBW Energiemix auf 20 % erhöhen.
Mit diesem Engagement leistet die EnBW einen aktiven Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. 6,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid konnten wir im Jahr 2008 vermeiden, die bei der Stromerzeugung durch fossile Brennstoffe entstanden wären.
Durch die Erweiterung um eine 5. Maschine wird die bisherige Jahresproduktion des Kraftwerks Iffezheim von ca. 740 Mio. kWh auf rund 870 Mio. kWh erhöht. Damit können in Zukunft mehr als 500.000 Menschen mit regenerativem Strom aus Wasserkraft versorgt werden.
Wie verändern sich die Leistung und andere technische Daten des Kraftwerks durch den Zubau der 5. Maschine?
Durch die Erweiterung des Kraftwerks Iffezheim um eine 5. Maschine ändern sich die technischen Daten wie folgt:
| Bestehendes Kraftwerk (Maschinen 1-4) |
Maschine 5 |
Fischpass (Maschine 6) |
|
| Inbetriebnahme | 1978 | 2012 | 2000 |
| Kaplan-Rohrturbinen | 4 | 1 | 1 |
| Max. Durchflussmenge | 1.100 m3/s | 400 m3/s | 13 m3/s |
| Max. Leistung | 108 MW | 38 MW | 2 MW |
| Mittlere Jahreserzeugung | 740 Mio. kWh | 122 Mio. kWh | 8 Mio. kWh |
Warum erzeugt die EnBW nicht mehr Energie aus regenerativen Quellen wie Wasser?
Der ausgewogene Energiemix der EnBW, der sich hauptsächlich aus Kohle, Kernkraft, Erdgas und Erneuerbaren Energien zusammensetzt, ist die Grundlage dafür, dass die EnBW ihre Kunden sicher und zuverlässig mit Energie versorgt. Das Engagement in Wasserkraft hat bei der EnBW Tradition und wird auch zukünftig eine wichtige Rolle in der Erzeugungsstrategie spielen.
Die Kapazitäten der Wasserkraft in Baden-Württemberg sind jedoch nahezu erschöpft, neue Standorte können kaum mehr erschlossen werden. Ziel der EnBW ist es daher, die vorhandenen Wasserkraftwerke mit ihrem Erzeugungspotenzial optimal zu erhalten und diese soweit möglich weiter auszubauen – nicht nur in Baden-Württemberg, sondern ebenso in der Türkei und in ausgewählten Ländern Europas.
Darüber hinaus spielt die Windkraft eine wesentliche Rolle im Energiemix der Zukunft – auf dem Land und auf hoher See. Die EnBW ist auf beiden Feldern aktiv. Seit 2008 entwickelt die EnBW vier große Offshore-Projekte in der Nord- und Ostsee, die mit rund 1.200 MW Gesamtleistung die derzeit wichtigsten Windenergievorhaben in Deutschland sind.
Welche Vorteile hat die Wasserkraft gegenüber anderen Energieformen?
Wasserkraft ist aufgrund ihrer vielfältigen Vorteile zurzeit die weltweit wichtigste Quelle für regenerativ erzeugten Strom. Sie verbraucht keine Primärenergieträger wie Kohle, Öl oder Gas und setzt daher kein Kohlendioxid frei. Wasser ist zudem eine besonders zuverlässige und regelbare Energiequelle und hat einen hohen Wirkungsgrad, der andere regenerative Energien übertrifft.
Die EnBW betreibt direkt 66 Wasserkraftwerke und besitzt darüber hinaus Beteiligungen an weiteren Pump- und Laufwasserkraftwerken. Insgesamt verfügen wir über rund 3.300 MW installierte Leistung aus Wasserkraft.
Standort
Wie hat sich das Rheinkraftwerk Iffezheim seit seiner Inbetriebnahme 1978 entwickelt?
Auf Grundlage eines Vertrags von 1969 zwischen der französischen und der deutschen Regierung wurde 1973 die Rheinkraftwerk Iffezheim (RKI) GmbH gegründet. Die RKI GmbH, ein je 50%iges Tochterunternehmen der EnBW Kraftwerke AG (KWG) und der EDF, betreibt die auf deutscher Seite befindlichen Wasserkraftwerke Iffezheim und Kehl am Oberrhein.
1978 wurde das Kraftwerk Iffezheim in Betrieb genommen. Mit dem 1987 entwickelten Maßnahmenprogramm der „Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins“ wurde der Bau eines Fischpasses beschlossen. Der Iffezheimer Fischpass – einer der größten in Europa – ist seit Juni 2000 in Betrieb.
2008 wurde der Ausbau des RKI um eine fünfte Turbine beschlossen. Mit einer neuen Gesamtleistung von 148 MW entsteht in Iffezheim bis zum Jahr 2012 eines der größten Laufwasserkraftwerke in Europa.
Wird durch den Zubau der 5. Maschine im Kraftwerk Iffezheim das Landschaftsbild am Rhein verändert, sodass der Erholungsraum beeinträchtigt wird?
Durch die Erweiterung des Kraftwerks Iffezheim um die 5. Maschine werden der Rhein und seine Ufer nicht umgestaltet. Da der Neubau unter der Geländeoberfläche liegt, ist dieser kaum sichtbar und beeinträchtigt das Landschaftsbild am Rhein damit nicht.
Der Erholungswert der Region wird sich durch den Bau der 5. Maschine im Rheinkraftwerk Iffezheim nicht verändern.
Schifffahrt
Welche Auswirkungen haben Bau und Betrieb der 5. Maschine des Kraftwerks Iffezheim auf die Rheinschifffahrt?
Im Bereich des Rheinkraftwerks Iffezheim ist der Schiffsverkehr durch ober- und unterwasserseitige Trennmolen vom Kraftwerk abgetrennt. Das Anfahren der 5. Maschine wird – analog zum bisherigen Betrieb der Maschinen 1-4 – nur entsprechend dem Wasseraufkommen des Rheins geschehen, sodass die Schifffahrt auf dem Rhein im Normal- und Regelbetrieb wie auch bisher nicht beeinflusst wird.

Kontakt
Drucken