Zubau einer 5. Maschine im Rheinkraftwerk Iffezheim
Mit einer Investitionssumme von rund 100 Mio. Euro wird die RKI GmbH in den kommenden Jahren mit ihren Anteilseignern EnBW Kraftwerke AG und EDF Electricité de France das RKI zu einem der größten Laufwasserkraftwerke Europas und dem größten Laufwasserkraftwerk auf deutschem Boden ausbauen. Eine 5. Maschine soll ab Ende 2012 weitere 122 Mio. kWh Strom aus Wasserkraft pro Jahr produzieren und damit rund 75.000 Menschen zusätzlich mit CO2-freiem Strom versorgen. Das bedeutet eine Einsparung von rund 110.000 t CO2 pro Jahr.
Die Arbeiten für die Kraftwerkserweiterung starteten im Sommer 2009. Im Herbst 2009 hat die EnBW Kraftwerke AG ein Bauinfocenter am Standort eröffnet, das es Besuchern ermöglicht, sich umfassend über den Bau der 5. Maschine und den Standort zu informieren.
Das Rheinkraftwerk Iffezheim
Staustufe gesamt
Die Staustufe Iffezheim entstand auf Grundlage eines deutsch-französischen Vertrags von 1969. Sie besteht aus einem Kraftwerk, einem Wehr, einer Doppelschleuse und einem Fischpass.
Das Rheinkraftwerk Iffezheim befindet sich auf der rechten Rheinseite und liegt auf einer Achse mit Wehr, Rheinabschlussdamm und Schleuse. Es ist seit 1978 in Betrieb und liefert CO2-freien Strom für rund 465.000 Menschen. Dazu nutzt das Kraftwerk die Energie des Wassers. Die Wehranlage mit 6 Wehrfeldern von je 20 Metern Breite ist Eigentum des deutschen und französischen Staates, wird aber aus betriebstechnischen Gründen von der Rheinkraftwerk Iffezheim GmbH betrieben und unterhalten.
Längsschnitt Kraftwerk Iffezheim
Der Oberwasserstand im Kraftwerk wird durch die Turbinen geregelt. Wenn mehr Wasser vorhanden ist, als über die Turbinen abfließen kann, erfolgt die Wasserstandsregelung über das Wehr. Das dient zum einen dem Hochwasserschutz und ermöglicht zum anderen über den gleichmäßigen Wasserzufluss eine konstant hohe Energieausbeute. Zur Energiegewinnung wird das Wasser über den Einlaufrechen auf die vier horizontalen Rohrturbinen geleitet, die die Generatoren antreiben.
Jedes der Laufräder verarbeitet bis zu 275 m³ Wasser in der Sekunde. Das Wasser überwindet auf seinem Weg durch das Kraftwerk eine Höhendifferenz bis zu elf Metern, bevor es wieder in den Rhein abfließt.
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Die Anlage wird von der Rheinkraftwerk Iffezheim (RKI) GmbH betrieben, die je zur Hälfte der
EnBW Kraftwerke AG und der EDF gehört.
Ökologische Maßnahmen
Die „Internationale Kommission zum Schutz des Rheins“ stellte 1987 ein Maßnahmenprogramm mit dem Ziel auf, das Ökosystem des Rheins wiederherzustellen. Ein sichtbares Zeichen für den Erfolg dieses Programms ist die Rückkehr der Lachse. In diesem Zuge wurde auch der Bau von Fischpässen in Iffezheim und Gambsheim beschlossen. Die Fischpässe ermöglichen den Fischen flussaufwärts zu schwimmen, da der natürliche Weg durch Maschinenhaus und Wehr abgeschnitten ist. Die Finanzierung der Projekte erfolgt durch die beiden Anrainerstaaten und die Kraftwerksbetreiber.
Der Iffezheimer Fischpass – einer der größten in Europa – ist seit Juni 2000 in Betrieb. Per Lockstrom werden die Fische in ihn hineingeleitet und wandern über den so genannten Schlitzpass flussaufwärts. Die Kraft des Lockstroms wird außerdem in einer Turbine in elektrische Energie umgewandelt.
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