Energie braucht Impulse
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Energiewirtschaft

Welche energiewirtschaftliche Notwendigkeit besteht für den Neubau von Großkraftwerken?

 

Eine sichere und zukunftsorientierte Energieversorgung ist die Grundlage jeder wirtschaftlichen Entwicklung. Rund 90 Prozent der Stromversorgung in Deutschland wird durch fossile und nukleare Großkraftwerke bereitgestellt.

Bis zum Jahr 2020 ist etwa die Hälfte der in Deutschland insgesamt installierten Stromerzeugungskapazität aus Altersgründen zu ersetzen. Der Ersatzbedarf wir darüber hinaus durch den gesetzlich geregelten Kernenergieausstieg in Deutschland noch verstärkt.

Deshalb werden auch in Zukunft fossil befeuerte Großkraftwerke in einem breiten Energiemix eine wichtige Rolle spielen.

 

Warum fiel die Entscheidung der EnBW für einen Neubau ausgerechnet auf den Standort Karlsruhe?

 

Ein Vergleich verschiedener Kraftwerksstandorte in Baden-Württemberg hat ergeben, dass der Standort Karlsruhe aufgrund der kurzen Anbindung an das Umspannwerk Daxlanden, den günstigen Transportmöglichkeiten der Kohle über den Rhein, sowie der vorhandenen Kohlelogistik am Standort selbst, zu bevorzugen ist.

Mit der Ausnahme weniger Tage im Jahr führt der Rhein eine ausreichende Wassermenge, um den Wärmeeintrag der Blöcke aufzunehmen. Somit sind auch die Anforderungen an eine geeignete Kühlung am Standort Karlsruhe erfüllt

 

Nach welchen Kriterien fiel beim RDK Block 8 die Entscheidung auf den Brennstoff Steinkohle?

 

Für den Neubau von Großkraftwerken für fossile Energieträger kommen so genannte gasgefeuerte GuD-Kraftwerke und insbesondere Steinkohlekraftwerke in Betracht.

Die Vorzüge eines Steinkohlekraftwerks im Grundlasteinsatz liegen in dem langfristig weltweit verfügbaren Brennstoffvorkommen, mit der Möglichkeit ein Zwischenlager am Standort zu bilden. Verglichen mit Erdgas ist Steinkohle kostengünstiger und ihr Preis langfristig besser kalkulierbar.

 

Warum setzt die EnBW nicht auf dezentrale kleine Kraftwerksanlagen oder auf erneuerbare Energien?

 

Der Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien liegt bei der EnBW bei über 16 Prozent – in Deutschland lag der Anteil 2006 bei fast 12 Prozent. Dieser wird bei EnBW vor allem in eigenen und teileigenen Wasserkraftwerken, aber auch in Biomasse-, Fotovoltaik- und Windenergieanlagen erzeugt. Insbesondere die Windenergie und die Fotovoltaik ermöglichen keine kontinuierliche Strombereitstellung und sind deshalb nicht grund- und mittellastfähig.

Es ist davon auszugehen, dass die dezentrale und regenerative Stromerzeugung mit dem Bau kleinerer Erzeugungseinheiten zwar in Zukunft zunehmen wird, aber weiterhin die Großkraftwerke den wesentlichen Teil der Stromerzeugung beisteuern werden. Nur mit Großkraftwerken sind die bei RDK 8 geplanten wirkungsgradsteigernden Maßnahmen wirtschaftlich umsetzbar und am Markt verfügbar.

 

Wird die EnBW die abgeschalteten Kernkraftwerke ebenfalls mit fossil befeuerten Kraftwerken ersetzen und die Atmosphäre zusätzlich mit CO2 belasten?

 

Die EnBW Kernkraft GmbH hat im Dezember 2006 die Übertragung von Reststrommengen vom Kernkraftwerk Neckarwestheim 2 auf das Kernkraftwerk Neckarwestheim 1 beantragt. Mit diesem Antrag ist keine generelle Laufzeitverlängerung verbunden.

 

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Standort

Welche Vorzüge entstehen durch die neuen Kraftwerke für die Stadt Karlsruhe und die Region?

 

Durch das Projekt werden erhebliche positive Effekte für die Stadt Karlsruhe, die Region, die heimische Wirtschaft und den Arbeitsmarkt vor Ort entstehen. Währende der Fertigungs- und Bauphase von fünf Jahren werden bis zu 2000 Arbeitskräfte am Projekt beteiligt sein. In Abhängigkeit der Lieferanten sind rund 1000 davon in Baden-Württemberg beschäftigt. Bei der EnBW entstehen zusätzlich rund 70 feste Arbeitsplätze für den Betrieb von Block 8. Außerdem werden bei Dienstleistern und Lieferanten aus der Region ebenfalls rund 200 feste Arbeitsplätze durch den rund 40-jährigen Kraftwerksbetrieb geschaffen.

Informationen zu Arbeitsplätzen bei der EnBW erhalten Sie hier:
http://www.enbw.com/content/de/karriere/index.jsp

Umwelt Lärm

Das Kraftwerk soll in der Nähe von bewohntem Gebiet in Karlsruhe gebaut werden. Entsteht dadurch nicht eine erhebliche Lärmbelastung für die Anwohner?

 

Die Schallschutzmaßnahmen für die neuen Kraftwerksanlagen werden so dimensioniert, dass die von der Gesamtanlage RDK hervorgerufenen Schallimmissionen die Immissionswerte der Technischen Anleitung (TA) Lärm deutlich unterschreiten. Außerdem werden geeignete Schallschutzmaßnahmen zur Optimierung der Bestandsanlagen, insbesondere RDK 7, durchgeführt. Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass der Betrieb der Gesamtanlage RDK zu keiner merklichen Lärmbeeinträchtigungen in den nächstliegenden Wohngebieten führt.

Umwelt Wasser

Wie stark erwärmt sich der Rhein durch den Betrieb der beiden neuen Kraftwerke?

 

Bei mittlerem Niedrigwasserabfluss (598 m³/s) im Rhein und bei Volllastbetrieb aller Kraftwerksblöcke im RDK ergibt sich nach Volldurchmischung im Rhein rechnerisch eine Temperaturerhöhung von weniger als 1°C (davon weniger als 0,5°C durch RDK 8). Die Temperaturerhöhungswerte unterschreiten somit deutlich die Richtwerte der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) und der Fischgewässerverordnung. Selbst bei absolutem Niedrigwasser (340 m³/s) können Grenzwerte zur Temperaturerhöhung  sicher eingehalten werden.

 

Ergibt sich durch das RDK und die rheinabwärts gelegenen Kraftwerke in Philippsburg (KKP) und Mannheim (GKM) nicht eine erhebliche Erwärmung des Rheins?

 

Hierzu wurden bei angenommenem Niedrigwasserabfluss von 400 m³/s und den extremen Temperaturverhältnissen aus dem Sommer 2003 Berechnungen durchgeführt. Durch den Einsatz des Ablaufkühlers kann auch unter diesen Bedingungen der Grenzwert für die Mischtemperatur von 28°C unterhalb des RDK eingehalten werden. Da für das KKP und das GKM der gleiche Grenzwert für die Mischtemperatur festgeschrieben ist, ist auch dort nicht von einem Überschreiten des Grenzwertes auszugehen.

 

Wird für den Betrieb der Kraftwerke ein Kühlturm benötigt?

 

Zur Rückkühlung des Kühlwassers vor der Ableitung in den Rhein (so genannte Ablaufkühlung) ist ein Ventilatorkühlturm bei RDK 8 vorgesehen. Dieser Kühlturm wird nur bei erhöhten Rheintemperaturen betrieben; ansonsten ist der Kühlturm abgeschaltet und das Kühlwasser wird im so genannten Durchlaufbetrieb in den Rhein abgeleitet.

 

Stellt der Kühlturm von RDK 8 denn nicht einen erheblichen Eingriff ins vorhandene Landschaftsbild dar?

 

Der zur Rückkühlung des Kühlwassers vor der Ableitung in den Rhein vorgesehene Ventilatorrundkühlturm bei RDK 8 wird nach der aktuellen Planung eine Höhe von maximal 85 Metern aufweisen. Entgegen den von anderen Kraftwerken bekannten Naturzugnasskühltürmen, die eine wesentlich größere Bauhöhe haben – teilweise mehr als doppelt so hoch, fügt sich der geplante Kühlturm in die bereits vorhandene und den entstehende Gebäudestruktur ein

 

Müssen die Anwohner durch die Schwaden aus dem Kühlturm, mit außergewöhnlicher Schattenbildung rechnen?

 

Der Kühlturm kommt nur bei einer Rheintemperatur von 23 °C und mehr zum Einsatz. Während dieser Einsatzzeit ist neben dem Rheinwasser auch die Luft warm und kann deshalb den Wasserdampf aus dem Kühlturm sehr gut aufnehmen. Dadurch verflüchtigen sich die Schwaden relativ schnell bzw. entstehen erst gar nicht. Außerdem wird von einem Einsatz, der sich auf wenige Tage im Sommer beschränkt, ausgegangen.



Umwelt Luft

Kritiker sagen, die Karlsruher Luft sei durch Staub und Stickoxide schon relativ stark vorbelastet. Verstärkt sich diese Vorbelastung durch den Ausstoß von Luftschadstoffen durch das Kohlekraftwerk RDK 8?

 

Zunächst muss aber hier zwischen Emissionen (Austrag aus dem Kraftwerk) und Immissionen (Eintrag ins Umweltsystem) unterschieden werden. Bezogen auf die Emissionsgrenzwerte der 13. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) führen die von RDK 8 entstehenden Immissionen, insbesondere bei Staub und Stickoxiden zu einer Zusatzbelastung der Karlsruher Luft, die das 3%-Kriterium der aktuellen Immissionsjahreswerte deutlich unterschreiten. Darüber hinaus hat die EnBW Kraftwerke AG im Februar 2008 Ihren Genehmigungsantrag für RDK 8 geändert. Mit den jetzt beantragten Emissionskonzentrationen für Gesamtstaub, Kohlenmonoxid, Stickstoffoxide und Schwefeldioxide werden die nach der 13. BImSchV erlaubten Grenzwerte im Jahresmittel um die Hälfte unterschritten. Dadurch ergibt sich eine weitere Reduktion der Schadstoffimmissionen.

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Welche Maßnahmen ergreift die EnBW bei Block RDK 8 um den Ausstoß von Luftschadstoffen möglichst gering zu halten?

 

Zur Luftreinhaltung wird der Verbrennungsprozess bei RDK 8 dahingehend optimiert (Primärmaßnahmen), dass die Bildung von Stickoxiden (NOx) und Kohlenmomoxid (CO) in hohem Maß verhindert und ein guter Ascheausbrand erreicht wird.

Außerdem werden die bei der Verbrennung von Kohle entstehenden Stickoxide, der Staub und das Schwefeldioxid in hochwirksamen Rauchgasreinigungsanlagen (Sekundärmaßnahmen) aus dem Rauchgas weitestgehend entfernt.

Die Überwachung der Emissionswerte erfolgt nach Maßgabe der 13. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) durch kontinuierliche bzw. Einzelmessungen.



Klimaschutz und Energieeffizienz

Wie trägt EnBW mit den neuen Anlagen zum Klimaschutz bei?

 

Die EnBW setzt bei RDK 8 auf den Einsatz aktueller Spitzentechnologie, um für die neuen Kraftwerke eine maximale Effizienz und damit geringst mögliche spezifische CO2-Emissionen zu erzielen. RDK 8 realisiert mit verschiedenen innovativen Maßnahmen – insbesondere die hohen Dampfparameter – einen bei Kohlekraftwerken bisher unerreichten Wirkungsgrad von mehr als 46%. Vergleicht man den CO2-Ausstoß von RDK 8 mit dem Weltdurchschnitt vorhandener Kohlekraftwerke, so erreicht RDK 8 in diesem Vergleich um 33 Prozent geringere CO2-Emissionen. Würde man alle Kohlekraftwerke der Welt nach dem Standard von RDK 8 betreiben, ergäbe sich eine weltweite CO2-Reduktion von 2,5 Mrd. t pro Jahr.

 

Welche Maßnahmen ergreift die EnBW um den CO2-Ausstoß beim Block RDK 8 so gering wie möglich zu halten?

 

Durch den Einsatz modernster Technik bei RDK 8 erreicht die Anlage einen Wirkungsgrad von mehr als 46 Prozent was einem weltweiten Spitzenplatz beim Wirkungsgrad von Steinkohlekraftwerken entspricht. Zum Vergleich, der Bundesdurchschnitt liegt bei etwa 38%, der Weltdurchschnitt sogar bei nur 30%. Zusätzlich können bis zu 220 MWth Fernwärme ausgekoppelt werden, wodurch die Effizienz des Kraftwerksblocks zusätzlich gesteigert wird. Dadurch trägt der Kraftwerksprozess selbst wesentlich zur Senkung der spezifischen CO2-Emissionen bei. RDK 8 mit einer Leistung von 912 MW und einem spezifischen CO2- Ausstoß von 740 g/kWh ersetzt bei der EnBW mehrere Kraftwerke mit einer Leistung von rund 930 MW und einem spezifischen CO2-Ausstoß von rund 850 g/kWh. Dies entspricht in etwa einer Reduktion von rund 15 Prozent.

 

Warum setzt die EnBW beim Kraftwerk RDK 8 keine Technik zur CO2 Abscheidung ein?

 

Die Technik zur CO2-Abscheidung ist zurzeit noch nicht großtechnisch verfügbar. Außerdem existieren bislang weder national noch international hinreichende Rechtsgrundlagen zum Transport und zur Speicherung von CO2.

Für eine evtl. zukünftige CO2-Abscheidung ist am Standort Platz vorhanden. Eine nachträgliche Einbindung einer solchen Anlage ist in den Planungen von RDK 8 berücksichtigt. Allerdings führt die Abtrennung von CO2 aus dem Rauchgas zu einem erheblichen Wirkungsgradverlust und erhöht somit den Brennstoffverbrauch und die Stromerzeugungskosten.

 

Gibt es bei der EnBW Forschungsaktivitäten, um die CO2-Abscheidung für einen großtechnischen Einsatz verfügbar zu machen?

 

In enger Zusammenarbeit mit der Universität Stuttgart engagiert sich die EnBW für die Entwicklung eines neuartigen Verfahrens zur CO2 –Abscheidung aus Kraftwerksabgasen, bei dem herkömmlicher Kalk als CO2-Trägermaterial verwendet wird. Das hocheffiziente Verfahren, welches die bei CO2-Abscheideprozessen üblichen Wirkungsgradverluste deutlich begrenzt, soll nun in einer Versuchsanlage am Institut für Verfahrenstechnik und Dampfkesselwesen (IVD) der Universität Stuttgart umfassend erprobt werden.

 

Die EnBW ist auch über den Verband der Großkraftwerksbetreiber (VGB) an dem so genannten "COMTESS 700"-Projekt beteiligt. Mit dem Ziel, die Energieeffizienz zukünftiger fossiler Kraftwerke zu steigern, sollen dabei im Kraftwerk Scholven neue temperaturbeständige Materialien zur Erhöhung der Prozesstemperatur getestet werden. Außerdem ist die EnBW Mitglied im so genannten IZ Klima, dem Informationszentrum klimafreundliches Kohlekraftwerk, das sich für die Verteilung von Informationen über die Chancen und Potenziale der CO2-Abscheidung und Speicherung (CCS-Technologie) einsetzt.

 

Besichtigung

Sie wollen das Rheinhafen-Dampfkraftwerk Karlsruhe besichtigen? Dann wenden Sie sich unter der Telefonnummer 0800 2030040 oder per E-Mail an unsere Besucherbetreuung.

Kontakt Rheinhafen-Dampfkraftwerk (RDK)

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neubaurdk@enbw.com