Das Kernkraftwerk Neckarwestheim (GKN) liegt zehn Kilometer südlich von Heilbronn auf dem Gelände eines ehemaligen Steinbruchs direkt am Neckar. Die EnKK produziert dort Strom mit einem Druckwasserreaktor (Block II). Block II ging 1989 ans Netz und hat eine elektrische Leistung von 1.400 Megawatt. Eine Besonderheit der Anlage ist, dass bis zu 150 Megawatt der elektrischen Leistung am Standort in Strom für das Bahnnetz umgewandelt werden können.
Im Jahr 2010 erzeugte die Anlage rund 10,9 Milliarden Kilowattstunden Strom. Damit deckt sie rechnerisch mehr als die Hälfte des Strombedarfs aller privaten Haushalte und etwa ein Sechstel des gesamten Stromverbrauchs in Baden-Württemberg. Weil durch den Betrieb der Anlage jährlich über 10 Millionen Tonnen des klimaschädlichen CO2 vermieden werden, steht der Standort Neckarwestheim nicht nur für Versorgungssicherheit, sondern auch für Klimaschutz im Südwesten.
Anders als bei den meisten deutschen Kernkraftwerken kommt bei Block II ein Hybridkühlturm zum Einsatz. Dieser unterscheidet sich von Naturzug-Nasskühltürmen durch eine kompaktere Bauweise und geringere Höhe. Ein spezielles Verfahren sorgt beim darüber hinaus für eine deutlich geringere Schwadenbildung.
Am Standort Neckarwestheim betreibt die EnKK darüber hinaus einen weiteren Druckwasserreaktor (Block I). Block I ging 1976 in Betrieb und verfügte über eine elektrische Leistung von 840 Megawatt. Am 16. März 2011 endete auf Veranlassung der Bundesregierung die Stromproduktion von Block I. Die Anlage befindet sich nunmehr im sogenannten Nachbetrieb. Die EnKK bereitet die Stilllegung der Anlage vor. In 35 Betriebsjahren erzeugte Block I mehr als 201 Milliarden Kilowattstunden Strom und versorgte jährlich etwa 1,5 Millionen Haushalte. Die Anlage ersparte der Umwelt über 193 Millionen Tonnen des klimaschädlichen CO2.
Sicherheit hat oberste Priorität
Das technische Sicherheitsniveau der beiden Blöcke erfüllt selbstverständlich ausnahmslos die Anforderungen der deutschen Atomaufsicht. Es bewegt sich auf dem von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) für neue Anlagen geforderten Standard. Eine Bewertung durch unabhängige Experten der IAEA in den Jahren 2007 und 2009 ergab zudem, dass Neckarwestheim nach internationalen Maßstäben eine sehr gute Anlage ist, die viele Merkmale einer starken Sicherheitskultur aufweist.
Standortzwischenlager
Standortzwischenlager für abgebrannte Brennelemente sind Teil des Entsorgungskonzepts für Kernkraftwerke in Deutschland. In der mit der Bundesregierung im Jahr 2000 getroffenen Kernenergievereinbarung haben sich die Energieversorger verpflichtet, unter Einhaltung höchster Qualitäts- und Sicherheitsstandards an den Kraftwerksstandorten Zwischenlager zu bauen. In der gleichen Vereinbarung hat sich die Bundesregierung verpflichtet, rechtzeitig ein Endlager zur Verfügung zu stellen.
Das Zwischenlager in Neckarwestheim wurde im Dezember 2006 mit der ersten Einlagerung in Betrieb genommen. Dort werden die abgebrannten Brennelemente – die ausschließlich aus dem Betrieb am Standort stammen – in Castorbehältern unter kontrollierten Bedingungen für maximal 40 Jahre sicher aufbewahrt. Spätestens dann werden sie in ein Endlager überführt. Das Zwischenlager in Neckarwestheim hat eine Lagerkapazität von 151 Castoren. Aufgrund der begrenzten Platzverhältnisse am Standort konnte anders als an anderen Standorten keine Halle gebaut werden. Stattdessen wurden zwei unterirdische Tunnelröhren in einem Hang errichtet.
Dialog und Besichtigung
Sie haben Fragen zum Standort Neckarwestheim oder möchten an einer Führung durch die Anlage teilnehmen? Dann wenden Sie sich bitte an unser InfoCenter Neckarwestheim.
Eckdaten Neckarwestheim
Reaktoren
- Block I, Druckwasserreaktor, erste Synchronisation am 3. Juni 1976, Beginn des kommerziellen Leistungsbetriebs am 1. Dezember 1976, Einstellung des Leistungsbetriebs am 16. März 2011
- Block II, Druckwasserreaktor, erste Synchronisation am 3. Januar 1989, Beginn des kommerziellen Leistungsbetriebs am 15. April 1989
Installierte elektrische Leistung (brutto)
- Block I: 840 Megawatt (die Anlage ist seit dem 16. März 2011 nicht mehr im Leistungsbetrieb)
- Block II: 1.400 Megawatt
Stromproduktion (brutto) im Jahr 2010
- Block I: 2,2 Milliarden Kilowattstunden
- Block II: 10,9 Milliarden Kilowattstunden
Stromproduktion (brutto) seit der ersten Synchronisation bis Ende 2010
- Block I: 199,6 Milliarden Kilowattstunden
- Block II: 242,1 Milliarden Kilowattstunden
CO2-Vermeidung* im Jahr 2010
- Block I: 2,1 Millionen Tonnen
- Block II: 10,5 Millionen Tonnen
* im Vergleich zum spezifischen CO2-Ausstoß des heutigen deutschen Stein- und Braunkohlekraftwerksparks
CO2-Vermeidung* seit der ersten Synchronisation bis Ende 2010
- Block I: 192,3 Millionen Tonnen
- Block II: 233,2 Millionen Tonnen
* im Vergleich zum spezifischen CO2-Ausstoß des heutigen deutschen Stein- und Braunkohlekraftwerksparks
Zeitverfügbarkeit im Jahr 2010
- Block I: 62,92 Prozent
- Block II: 89,77 Prozent
Mitarbeiter
In Neckarwestheim sind rund 800 eigene Mitarbeiter beschäftigt.
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