Kernkraftwerk Neckarwestheim: Kraftpaket im Steinbruch
Kernkraftwerk Neckarwestheim
Auf dem Gelände eines ehemaligen Steinbruchs des Zementwerks Lauffen steht das Kernkraftwerk Neckarwestheim (GKN). Die Gemarkung liegt zehn Kilometer südlich von Heilbronn direkt am Neckar. Der Standort verfügt über zwei Druckwasserreak- toren, die im Jahr 2007 rund 16,3 Milliarden Kilo- wattstunden Strom erzeugten. Mit dieser Produk- tionsmenge wird etwa ein Viertel des Strom- verbrauchs in Baden-Württemberg gedeckt. In den Anlagen sind rund 800 Mitarbeiter beschäftigt.
Block I hat eine elektrische Gesamtleistung von 840 Megawatt; er ging im Mai 1976 in Betrieb. Als einziges deutsches Kernkraftwerk erzeugt diese Anlage sowohl den üblichen Drehstrom (50 Hertz) als auch Strom mit einer Frequenz von 16 2/3 Hertz für das Bahnnetz. Block II ging 1989 ans Netz und ist der jüngste Reaktor in Deutschland. Mit einer elektrischen Leistung von 1.400 Megawatt produziert diese Anlage zwar keinen Bahnstrom, jedoch kann ein Teil des erzeugten Drehstroms in einem Umformerwerk direkt am Standort in Bahnstrom umgewandelt werden.
Anders als bei den meisten deutschen Kernkraftwerken kommen in Neckarwestheim Zellenkühler und ein Hybridkühlturm zum Einsatz. Sie unterscheiden sich von den Naturzug-Nasskühltürmen durch eine kompaktere Bauweise und geringere Höhe. Ein spezielles Verfahren sorgt beim Hybridkühlturm darüber hinaus für eine deutlich geringere Schwadenbildung.
Die beiden Neckarwestheimer Blöcke werden – genauso wie seit dem 1. Januar 2007 die Anlagen in Philippsburg und Obrigheim – von der EnBW Kernkraft GmbH (EnKK) betrieben. Die EnKK beschäftigt rund 1.800 Mitarbeiter und hat im Jahr 2007 über 35 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Das ist mehr als die Hälfte des Strombedarfs von Baden-Württemberg. Haupteigentümer der EnKK ist die EnBW Kraftwerke AG.
Kontakt
| Adresse | Kernkraftwerk Neckarwestheim Im Steinbruch 74382 Neckarwestheim |
| Besichtigung | zur Kraftwerksbesichtigung |