4. EnBW Klimakongress
"Kopenhagen und danach - Wird der neue Klimavertrag zum Erfolg?" -
Berlin, 24.11.2009
Wenige Tage vor dem UN-Weltklimagipfel in Kopenhagen diskutierten beim 4. Klimakongress der EnBW Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft in Berlin über die Chancen und Bedingungen eines neuen Klimaabkommens in der Nachfolge des Kyoto-Protokolls. In Vorträgen und drei Panels sprachen u.a. EnBW-Vorstandsvorsitzender Hans-Peter Villis, die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner und der Klimaberater der Kanzlerin, Hans-Joachim Schellnhuber, über die Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen, neu entstehende Märkte und geeignete Instrumente zur Reduktion von Emissionen. Vor rund 200 Zuhörern ergab sich dabei große Übereinstimmung über die existentielle Bedeutung des Klimaschutzes, aber auch über wirtschaftliche Chancen, die sich gerade innovativen Unternehmen eröffnen.
Das Ergebnis: Die Welt braucht einen sehr ehrgeizigen Klimavertrag, um die Auswirkungen des Klimawandels noch bewältigen zu können. Um maximal 2 Grad Celsius dürfe sich die globale Durchschnittstemperatur bis Ende des Jahrhunderts erhöhen. Wird diese Marke überschritten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass große klimawirksame Ökosysteme wie beispielsweise die Ozeane oder der Amazonas Regenwald von Kohlenstoff-Senken zu Kohlenstoff-Quelle werden. Von diesen "Kippschaltern" im Klimasystem könnte das in der Ver-gangenheit gespeicherte CO2 zusätzlich in die Atmosphäre gelangen und so den Klimawandel abrupt beschleunigen. Damit ein neuer Vertrag wirken kann, kommt es nicht so sehr auf Wochen oder Monate an, es muss vielmehr sichergestellt werden, dass die weltweit größten Emittenten China und USA mit im Boot sind. Von Kopenhagen müsse ein starkes Signal aus-gehen, entscheidend sei, dass die Welt danach entschlossen und einig handelt. Denn eins ist auch deutlich geworden: Je später die weltweiten Emissionen gedrosselt werden, umso drastischer müssen die Reduktionen ausfallen, um das 2 Grad Ziel noch zu erreichen. Der Emissionshandel spielt dabei eine Schlüsselrolle, dieser müsse weltweit etabliert werden – auch hier ist die Einbindung der USA wesentlich. Der Europäische Emissionshandel gilt als Erfolgsmodell, seine Vorbild-Funktion ergibt sich nicht zuletzt aus der Beweisführung, dass ein Zertifikatesystem eingeführt werden kann ohne die wirtschaftliche Entwicklung zu beeinträchtigen. Von Seiten der Politik wurde eine Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke als positiver Beitrag zum Klimaschutz in Aussicht gestellt. Als Brückentechnologie ebne die Kernkraft den Weg für die Entwicklung der Erneuerbaren Energien.