Energie braucht Impulse
Engagement

Nikola Tesla - ein Genie der Elektrotechnik

Nikola Tesla Porträtfoto Nikola Tesla (1856 - 1943)

Fast vergessen

 

In den Physikbüchern für den Schulunterricht erscheint der Name Tesla nur als Maßeinheit für eine nach ihm benannte elektromagnetische Kraftwirkung. Kaum bekannt ist, dass er der Erfinder des Wechselstrommotors sowie des gesamten Ein- und Mehrphasen-Wechselstromsystems ist. Basierend auf diesen Erfindungen führte er zusammen mit George Westinghouse, das Wechselstromnetz in den USA ein.

 

Bis heute spielt das Wechselstromsystem seine Vorteile in der öffentlichen Stromversorgung aus: Strom kann über weite Distanzen und ohne große Verluste transportiert werden. Doch der Pionier des Wechselstroms, Nikola Tesla, geriet seit Beginn des 20 Jahrhunderts mehr und mehr in Vergessenheit.

 

 

Vom Berater Edisons zum Konkurrenten

 

Als Tesla 1884 von Thomas Alva Edison als persönlicher Berater nach New York geholt wird, hat er die Pläne seines innovativen Wechselstromsystems bereits in der Tasche. Mit Edisons Hilfe hofft er sie nun realisieren zu können. Doch Edison hält Zeit seines Lebens am Gleichstromsystem fest und setzt damit auf eine Technik, die im Gegensatz zum Wechselstrom, die Stromübertragung auf lange Distanzen unmöglich macht und sich bald als nicht zukunftsfähig erweisen wird. Konsequenterweise trennt sich Tesla von Edisons und baut 1888 den ersten Wechselstrommotor. George Westinghouse, ein Wirtschaftsmagnat, wird auf ihn aufmerksam. Er engagiert Tesla, erwirbt von ihm sämtliche Wechselstrompatente und beginnt eine USA-weite Stromversorgung aufzubauen.

 

Damit beginnt der als „Stromkrieg“ in die Geschichte der Elektrotechnik eingegangene Konkurrenzkampf zwischen Edisons Gleichstrom- und Teslas Wechselstromsystem. Er endet mit dem weltweiten Siegeszug des Wechselstroms.

 

 

650 Erfindungen angemeldet

 

Doch Teslas Erfindungsreichtum war nicht auf den Wechselstrom beschränkt. Tesla reichte Zeit seines Lebens 650 Patente ein.

So wurde sein Laboratorium schon mit Leuchtstoffröhren beleuchtet, ehe die Industrie diese als Leuchtmittel entdeckte. Auch die drahtlose Funksteuerung geht auf Nikola Tesla zurück.

Schon Ende 1896 hatte Tesla die Grundlagen der Radiotechnik entwickelt. Als Guglielmo Marconi, der allgemein als Erfinder des Radios gilt, im Jahre 1901 das Morsezeichen für den Buchstaben S drahtlos über den Atlantik schickte, setzte er Teslasche Schwingkreise und Tesla-Transformatoren ein.

Erst 1943, sechs Monate nach seinem Tod, wurde Nikola Tesla höchstrichterlich der eigentliche Vater des Radios anerkannt.

Historische Zeichnung eines Tesla-Transformators in einem Labor

Der Visionär

 

Doch im Vordergrund von Teslas Interesse lag die drahtlose Energieübertragung. Für diese Versuche baute er einen Radiosender mit Schwingkreisen für mehrere Kilowatt Sendeleistung. Herzstück des Senders war der so genannte Tesla-Transformator, ein eisenloser Hochfrequenztransformator, mit dem man beliebig hohe elektrische Spannungen erzeugen konnte. Doch der Traum von der drahtlosen Energieübertragung konnte mit den technischen Mitteln des 19. Jahrhundesrts nicht realisiert werden.

 

Als Tesla 1943 starb, hinterließ er trotz seiner wissenschaftlichen und zeitweise auch wirtschaftlichen Erfolge einen großen Schuldenberg. Er wusste seine Erfindungen nicht zu vermarkten.