Energie braucht Impulse
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"Ich träume von Fenstern, die nachts leuchten"

Professor Dr. Karl Leo erforscht am Institut für Angewandte Photophysik der TU Dresden die Lampen der Zukunft – so genannte organische LEDs. Das Licht entsteht, indem eine dünne, flexible Schicht aus halbleitendem Plastik unter Spannung gesetzt wird. Wie OLEDs in Zukunft unsere Räume erhellen und wie viel Energie sie sparen, erklärt der Wissenschaftler im Interview.



Organische LEDs – das klingt irgendwie nach Pflanzen. Was steckt dahinter?

 

Der Begriff "organisch" hat schon öfter für Verwirrung gesorgt. Das heißt aber nur, dass die Leuchtdioden hauptsächlich aus Kohlen-, Wasser- und Sauerstoff bestehen. Daraus wollen wir die Beleuchtung der Zukunft entwickeln.

 

Was ist das Besondere an diesen Lampen?

 

OLEDs sind keine einzelnen Lampen mehr, sondern Flächenstrahler. Unser Ziel ist es, dass organische LEDs künftig viele Räume mit energiesparendem Licht versorgen – dann könnte beispielsweise eine ganze Zimmerdecke zur Leuchte werden.

 

Wo können OLEDs noch eingesetzt werden?

 

Eigentlich überall, wo man das Licht nicht direkt auf etwas richten möchte. In Wohnungen oder Büros soll ja niemand geblendet werden, deshalb sind OLEDs dort hervorragend geeignet.

 

Wie könnte das konkret aussehen?

 

Ich denke an transparente Leuchten, mit denen man ein Fenster beschichtet. Das lässt dann tagsüber Licht durch und wird nachts selbst zur Lampe. Oder eine leuchtende Tapete, die in unterschiedlichen Farben strahlt.

 

Wie viel spart man mit einer OLED?

 

Im Moment sind unsere OLEDs so energieeffizient wie Leuchtstoffröhren. Damit sind wir schon fünfmal so sparsam wie Glühlampen – aber wir wollen noch besser werden.

 

Was bereitet noch Probleme?

 

Bis jetzt sind das alles nur Laborwerte – es gibt noch keine echten OLED-Massenprodukte mit solchen Effizienzen. Auch die Lebensdauer ist ein Problem, denn die Leuchte soll natürlich möglichst lange halten. Und schließlich sind wir im Moment noch deutlich zu teuer.

 

Experimentieren Sie auch zu Hause mit Licht?

 

Ja, natürlich probiere ich viel aus! Vor kurzem habe ich mir eine LED-Lampe besorgt und sie im Wohnzimmer beim Zeitunglesen getestet. Leider war das Ergebnis niederschmetternd: Die Farben in Fotos beispielsweise hat die Leuchte völlig falsch wiedergegeben, weil ihr grünes und rotes Licht gefehlt hat. Wenn man bedenkt, dass die Lampe auch noch 20 Euro gekostet hat, muss ich sagen, dass LEDs frühestens in zwei oder drei Jahren die jetzigen Lampen ersetzen können.