Elektro-Eleganz
Der VW Passat CC und der Mercedes SLK tragen seine Handschrift. Jetzt arbeitet der Ex-Chef-Designer von VW, Murat Günak, an einem Auto neuen Typs.
Mit dem EnBW Magazin sprach er über sein Elektrofahrzeug mindset und im Audio-Interview wirft er einen ganz persönlichen Blick in die Zukunft.
Die Wirtschaftsteile der Zeitungen sind voll von neuen Elektro- und Hybrid-Autos. Was ist das besondere am mindset?
Er ist ein Fahrzeug, dessen Design begeistern soll, das Spaß macht, Leidenschaft weckt, mit dem man sich gerne zeigt – und das gleichzeitig emissionsfrei ist und Geld spart.
Muss man Umweltfreundlichkeit und Fahrfreude miteinander verbinden, damit Elektro-Autos akzeptiert werden?
Ja, absolut. Man kann das Automobil nicht von den Empfindungen und Träumen der Menschen trennen. Wenn wir eine Chance haben wollen, dass die Menschen sich für so ein Auto begeistern, dann müssen wir sie in ihrem Herz erreichen. Sie müssen sagen: „Toll, das will ich haben – und umweltfreundlich ist es auch noch.“
Welche Rolle spielt das Design für die Umweltfreundlichkeit?
Eine ganz wichtige. Der mindset hat einen sehr schlanken, aerodynamischen Körper, der nur wenig Luftwiderstand leistet. Das erhöht die Effizienz des Fahrzeuges. Die sehr schmalen Räder haben einen sehr geringen Rollwiderstand. Wichtig ist auch, dass wir auf überflüssige Ausstattung verzichten, dadurch wird das Fahrzeug leichter und damit schneller und sparsamer.
Warum tun sich die großen Autokonzerne so schwer?
Als Kunde sind Sie heute gar nicht mehr in der Lage, ein Basisauto zu bestellen, obwohl das perfekt wäre. Sie sind immer in der Versuchung dies und das noch bei der Ausstattung zu nehmen. Die Vertriebsleute sagen, das ist es, was die Leute wollen. Die Kunden sagen, das ist, was mir angeboten wird. Die vielen Extras führen aber dazu, dass die Autos ein enormes Gewicht und eine hohe Komplexität haben. Dadurch brauchen Sie immer größere Motoren, sie werden teurer und verbrauchen mehr Benzin.
Der Fahrspaß ist wichtig. Viele Elektroautos – auch der mindset – fahren nur 140 km/h in der Spitze. Ist das ein Nachteil?
Nein. Sie können ohnehin nur noch in Deutschland Gas geben. Woanders gelten längst überall Beschränkungen. Beim mindset haben wir die Höchstgeschwindigkeit sogar bewusst begrenzt, weil er sonst schwerer wäre. Außerdem wollen wir zurück zu einer anderen Art von Reisen, einer gelasseneren.
Was schwebt Ihnen vor?
In modernen Limousinen sitzen Sie eingezwängt wie in einem Sportwagen. Die Sitze, die Karosserie, das Lenkrad – alles ist ausgelegt, als würden Sie es ständig brauchen, um mit 220 km/h über die Autobahn zu rasen. Sie haben keine Ablagen, gar keinen Bewegungsraum. Wenn wir das ändern, wird es zu einer ganz anderen Art von Reisempfinden kommen. Der mindset hat deshalb bequeme Sitzbänke – auch vorne. Ich glaube, dass wir in Zukunft das Auto wieder fürs genussvolle Reisen nehmen – so wie früher – und für längere Strecken den Zug oder das Flugzeug.
Der mindset
Produkte verkauft man nicht nur über die harten Fakten. Image und Design sind genauso wichtig – so die Philosophie von Murat Günak. Die Technik des mindset überzeugt ohnehin: Im Elektrobetrieb fährt der Wagen bis zu 180 Kilometer. Das Fahrzeug kann zusätzlich mit einem Otto-Motor als sogenannten „Range Extender“ ausgestattet werden, der zugeschaltet werden kann, um über einen Generator die Batterie wieder aufzuladen. So erhöht sich die Reichweite auf 800 km. Das Auto soll rund 45.000 Euro kosten und frühestens Ende 2009 in Serie gehen.

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