Energie braucht Impulse
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Der Sonne entgegen

Überall auf der Erde entstehen riesige Solarparks, die Sonnenlicht in Strom verwandeln. Kein Wunder, denn die Sonne hat genug Energie für den gesamten Strombedarf der Menschheit. Doch es gibt schon neue Visionen: Solarstrom aus der Wüste und dem Weltall.



Es klingt wie ein Szenario aus einem James-Bond-Film: Strom aus dem Orbit stillt den Energiehunger der Welt, erzeugt von riesigen Sonnensegeln im Weltall. Auch wenn es unglaublich klingt - daran forschen bereits heute amerikanische Wissenschaftler. Sie planen quadratkilometergroße Satelliten mit Fotovoltaik-Zellen im All, die auf einer bestimmten Umlaufbahn um die Erde kreisen und dabei Sonnenlicht in Mikrowellen umwandeln. Diese gelangen als gebündelter Strahl zur Erde. Dioden wandeln dort die Mikrowellenstrahlung in Strom um.

Grafik: Solarzellen

Auch ein anderes Solar-Projekt sorgte in den vergangenen Monaten für Schlagzeilen: Desertec. Die Sonnenstrahlen der Sahara sollen eingefangen werden, um daraus Strom für ganz Europa zu gewinnen. Parabolspiegel reflektieren das Licht auf ein Rohr mit Öl, das sich auf 400 Grad Celsius erhitzt, deshalb heißt diese Technologie auch Solarthermie. Über einen Wärmetauscher gibt das Öl Energie an Wasser ab, das verdampft und so Turbinen antreibt. 15 Prozent des europäischen Strombedarfs könne die Desertec-Anlage produzieren, so das Projekt-Konsortium.

 

Theoretisch ist das Potenzial der Sahara-Sonne riesig: 4.300 Stunden im Jahr scheint sie hier. Da würde schon ein Solarkraftwerk mit einer Größe von Hessen ausreichen, um genügend Strom für Europa herzustellen. "Das Desertec-Projekt ist spannend. Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich das Konzept weiterentwickelt; ob bis dahin möglicherweise Fotovoltaik genauso günstig ist wie Solarthermie", sagt Dr. Wolfgang Bräuer, Leiter der Geschäftsentwicklung EnBW Erneuerbare Energien GmbH. Er sieht steigende Chancen für die Fotovoltaik, die die Sonneneinstrahlung in Solarzellen direkt zu Strom verwandelt. Diese Hightech-Branche befindet sich derzeit im Umbruch: Während die Preise für Solarmodule rasant sinken, steigen gleichzeitig die Wirkungsgrade der einzelnen Zellen.