Energie braucht Impulse
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Die Heinzelmännchen kommen

Vom inHaus des Fraunhofer Instituts zur Meregio-Modellregion: Die Energieversorgung von morgen ist vernetzt. Das Stromnetz der Zukunft regelt automatisch Angebot und Nachfrage und koordiniert private und industrielle Stromerzeugung.



Neun Fraunhofer-Institute testen im inHaus (kurz: für integriertes Haus) mit Partnern aus der Wirtschaft die neusten Innovationen für das Wohnen von morgen. „Ein ganz wichtiger Forschungsschwerpunkt ist Energieeffizienz“, sagt Torsten Stevens, Forscher im inHaus-Zentrum der Fraunhofer-Gesellschaft. „Unser Ziel ist es, durch die Vernetzung den Stand-By-Verbrauch um 50 Prozent zu reduzieren“, sagt Hans-Jürgen Schliepkorte, der den Bereich „Energieeffizienz“ leitet.

 

Energiewirtschaft und Politik wollen jetzt noch einen Schritt weiter gehen: Sie planen bereits die vollständige IT-Vernetzung von Stromerzeugung, -verteilung und -verbrauch. Die Idee: Alle Komponenten des Systems von der Solaranlage bis zum Gefrierfach des Endverbrauchers sollen über eine zentrale Systemplattform miteinander verbunden und gesteuert werden können, um so die Wirtschaftlichkeit, Umweltverträglichkeit und Versorgungssicherheit der Stromversorgung zu optimieren. Im Idealfall entsteht am Ende ein sich selbst regelndes System.

 

Die deutschen Versorger stecken zurzeit Millionen in Pilotprojekte. Hauptgrund für die Vernetzung der Netze: der wachsende Anteil erneuerbarer Energie. Um wetter- oder verbrauchsbedingte Schwankungen auszugleichen, muss dann so genannte Regelenergie eingespeist werden. Obendrein wächst die Zahl kleiner, dezentraler Erzeuger – darunter viele Privathaushalte – die den Strom ihrer Mini-Kraftwerke oder Photovoltaik-Anlagen unkoordiniert ins Netz speisen. Die Lastflüsse werden komplexer, das Netzmanagement gestaltet sich aufwendiger und teuerer.

 

Die Vernetzung ändert nun die Rolle der Stromkunden komplett: Jeder wird auf einmal sein eigener Energiemanager. Eine Schlüsselfunktion hat dabei der Intelligente Stromzähler, den die EnBW als erstes Energieunternehmen bereits jetzt einführt. Privatleute wie Gewerbetreibende können nun mit Preisanreizen dazu animiert werden, den Strom dann zu verbrauchen, wenn er ausreichend vorhanden, also billig ist. Im intelligenten Netz wird der Verbrauch damit erstmals dem Angebot angepasst. Umgekehrt sollen aber auch die kleinen, dezentralen Erzeuger den Strom ins Netz speisen, wenn er benötigt wird.

 

Die EnBW spielt das alles jetzt in einem großen Modellversuch in Baden-Württemberg mit 1000 Teilnehmern durch: der MeRegio, Minimum Emission Region. Das MeRegio-Netz wird über eine zentrale Systemplattform gesteuert. Die EnBW will bei MeRegio die Treibhausgasemissionen der Modellregion verringern. Und in ganz Deutschland könnten Schätzungen zufolge allein durch den Intelligenten Zähler und ein effizienteres Management der Nachfrage jährlich zehn Terawatt-Stunden Strom eingespart werden – das ist der Jahresverbrauch von 2,5 Millionen Haushalten.

 

 

Die Fakten

  • 1,4 Millionen Solaranlagen sind in Deutschland installiert
  • 15 bis 25 Milliarden Euro wollen die deutschen Energieversorger einer Studie zufolge bis 2020 in intelligente Netze investieren
  • Um 20 Prozent will die EU bis 2020 den CO2-Ausstoß reduzieren
  • 104 Euro zahlt ein durchschnittlicher Haushalt im Jahr für den Stand-by-Betrieb seiner Geräte

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