Speicher für Millionen
Günther Ebert, Leiter Elektrische Energiesysteme am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg, über große und kleine Stromspeicher und die Vorteile, einen Akku im Keller stehen zu haben.
Die erneuerbaren Energien sollen bald den Großteil unseres Stroms liefern. Aber Wind weht nicht stetig, die Sonne scheint auch nicht immer. Sind Stromspeicher die Lösung?
Der Ausbau der erneuerbaren Energien erfordert ein ganzes Bündel an Begleitmaßnahmen: Das reicht von neuen, leistungsfähigeren Übertragungsnetzen, um Ökostrom auch über große Distanzen transportieren zu können – denn irgendwo weht immer Wind oder scheint die Sonne –, bis hin zu intelligenten Netzen und Speichern, die Produktion und Verbrauch besser aufeinander abstimmen.
Welcher Speicher ist denn der beste?
Es gibt nicht die Lösung. Es wird ein Zusammenspiel verschiedener Technologien geben. Für die Speicherung im großen Stil sind Pumpspeicherkraftwerke fast ideal. Sie sind sehr effizient. Aber ihre Kapazitäten sind begrenzt. Deshalb müssen wir weiter nach Alternativen suchen. Der Einsatz von Akkus hat großes Potenzial.
Sind Akkus als Speicher nicht viel zu klein?
Die Akkus von Millionen Elektroautos könnten zusammen einen gigantischen Stromspeicher bilden. Und dezentrale Erzeuger könnten mit Akkus den Strom aus ihrer Solaranlage speichern, um ihn selbst zu nutzen, statt ihn ins Netz zu speisen.
Dadurch werden die Netze entlastet – aber was hat der Verbraucher davon?
Wer seinen Strom selbst nutzt, erhält nach dem Erneuerbare Energien Gesetz eine Vergütung. Je höher der Anteil der Eigennutzung ist, desto höher fällt dieser Bonus je Kilowattstunde aus. Mit Akkus könnte man den Anteil der Eigennutzung auf über 70 Prozent erhöhen. Noch sind die modernen Lithium-Ionen-Akkus allerdings zu teuer und für den stationären Einsatz nicht ausgereift. Aber in ein bis zwei Jahren werden wirtschaftliche Lösungen auf den Markt kommen.

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