Herr Lehmann, bei Ihrer Arbeit im Fernsehen sagen Sie das Wetter für die nächsten Tage voraus. Welchen Einfluss hat denn der Wind auf unser Wetter?
Diese Frage müsste man eigentlich anders herum stellen. Wind bestimmt nicht unser Wetter, sondern durch eine gewisse Wetterlage entsteht mal mehr oder mal weniger Wind. Man kann sagen: Je größer die Temperatur- und damit auch die Druckunterschiede in einem bestimmten Raum sind, desto stärker weht der Wind.
Wie präzise lässt sich Wind vorhersagen?
Tja, wie heißt es so schön: Das hängt ganz vom Wetter ab! Es gibt Wetterlagen, da kann man den Wind oder auch Stürme schon eine Woche vorher ziemlich präzise vorhersagen, so war es beispielsweise bei „Kyrill“. Allerdings entstehen auch Wetterkonstellationen, da ist schon die Vorhersage für die kommenden 24 Stunden schwierig.
Momentan boomt die Offshore-Windkraft, in der Nähe von Borkum wird derzeit am ersten Hochsee-Windpark Deutschlands gebaut. Warum gilt Offshore-Windkraft als Zukunftstechnologie?
Auf hoher See weht der Wind um ein vielfaches stärker und stetiger als an Land. Dort draußen stören eben keine Berge oder andere Hindernisse, weshalb die mittlere Windgeschwindigkeit sehr hoch ist. Daher lässt sich mit Offshore-Anlagen eine wesentlich höhere Energieausbeute erzielen, als mit Windkrafträdern an Land. Und auf hoher See gibt es auch keine Nachbarn, die sich über die riesigen „Spargelstangen“ beschweren könnten.
Kontakt
Drucken
Meteomedia