„Albatros“, „Gode Wind“ und „He dreiht“ heißen drei der rund 40 Offshore-Windparks, die an Nord- und Ostsee geplant werden. Bereits 2015 könnten sie 10.000 Megawatt Strom liefern. Damit könnte der Strombedarf von mehr als neun Millionen Haushalten gedeckt werden. An einem großen Testfeld wird derzeit in der Nähe von Borkum gebaut. Zwölf Windkrafträder entstehen dort, 45 Kilometer vor der Küste, in 30 Metern Meerestiefe mit Windkraftmühlen, die so hoch sind wie der Kölner Dom. Noch nie wurde eine Offshore-Anlage in derart tiefen Gewässern installiert. Damit ist das Projekt „alpha ventus“ der erste Hochsee-Windpark Deutschlands.
Die Bundesregierung fördert das ehrgeizige Vorhaben mit 50 Millionen Euro. Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil der erneuerbaren Energien zur Verringerung des CO2-Ausstoßes von 14 auf 30 Prozent steigen. Das größte Potential wird dabei den Offshore-Windkraftanlagen zugesprochen. In Dänemark decken Windparks 20 Prozent des Strombedarfs – so viel wie in keinem anderen europäischen Land.
Doch auch heute schon erzeugen die deutschen Windkraftanlagen an Land 22.000 Megawatt Leistung. Ohne neue Offshore-Anlagen und das so genannte Repowering, bei dem alte Windkrafträder durch neue, leistungsfähigere ersetzt werden, sind die ehrgeizigen Energieziele der Bundesregierung allerdings nicht zu schaffen. Mit dem kürzlich verabschiedeten Erneuerbare-Energien-Gesetz sollen Anreize für stärkere Investitionen in die Windkraft geschaffen werden. Ab 2009 bekommen Windkraftanlagen-Betreiber 9,2 Cent pro Kilowattstunde für ihren Strom, bisher waren es 8,03 Cent. Strom aus Offshore-Anlagen wird noch höher vergütet: Zwischen 13 und 15 Cent je Kilowattstunde erhalten die Betreiber, damit sich der teure Bau der Anlagen rechnet.
Die Differenz zu normalen Strompreisen wird durch eine Umlage von allen Verbrauchern getragen. Im Jahr 2007 waren das 4,3 Milliarden Euro, bis 2015 wird dieser Betrag weiter steigen. Dadurch wird die Stromrechnung für jeden einzelnen Haushalt etwa zwei Euro teurer. Langfristig sollen die Subventionen aber Stück für Stück zurück gefahren werden.
EnBW goes Offshore
Im Mai dieses Jahres erwarb das Unternehmen die Rechte für vier genehmigte Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee. Die erste Anlage „Baltic 1“ entsteht 16 Kilometer nördlich der Halbinsel Darß/Zingst. Künftig werden hier 50 Megawatt Strom aus Windenergie gewonnen. Doch der Kauf der Offshore-Anlagen ist nur ein Bestandteil des Investitionsprogramms von EnBW in erneuerbare Energien. Insgesamt drei Milliarden Euro setzt das Unternehmen auch für Forschungsprojekte ein, die Grundlagenwissen zu regenerativen Energien liefern.
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Windkraft bei der EnBW