Auf Nachhaltigkeit bauen
Heute schon nachhaltig Energie sparen und wirkungsvoll Umwelt und Geldbeutel schonen.
Wer heute in einem unsanierten 60er Jahre Haus lebt, verbraucht laut der Deutschen Energie-Agentur (dena) durchschnittlich 220 Kilowattstunden (kWh) Primärenergie pro Quadratmeter, das entspricht etwa 22 Litern Heizöl pro Quadratmeter und Jahr oder 22 Kubikmeter Gas. Zum Vergleich: Ein sogenanntes Passivhaus verbraucht heute etwa 90 Prozent weniger Heizenergie!
Dass es in Zukunft anders geht, wird das Plus-Energie-Haus beweisen: Der Prototyp des nachhaltigen Energiesparhauses erzeugt durch den Einsatz von Solarthermie- und Photovoltaikanlagen auf Dach und Fassade sowie Wärmepumpen mehr Energie als es verbraucht. Es ist im Winter ohne herkömmliche Heizung warm und im Sommer ohne Klimaanlage angenehm kühl: Dafür sorgen zum Beispiel eine hoch wärmegedämmte Außenhülle, ein Wärmespeicher, der die intern gewonnene Wärme zeitversetzt wieder abgibt, sowie eine Lüftungsanlage zur konstanten Frischluftzufuhr. Die kompakte Bauweise (z.B. in Form eines Kubus) mit großen Fenstern gen Süden ermöglicht, dass das Sonnenlicht zudem zur Wärmegewinnung eingesetzt werden kann. Im Sommer schützt eine Lamellenfassade vor Überhitzung.
Soweit die Zukunft. Doch auch hier und jetzt lässt sich nachhaltig Energie rund ums Haus sparen – am besten, indem man sein Haus ganzheitlich betrachtet. Denn „energieeffizientes Sanieren“ bedeutet, nicht nur neueste Technik, sondern auch sein Nutzerverhalten sinnvoll zu kombinieren. Dabei ist auch entscheidend, die einzelnen Maßnahmen aufeinander abzustimmen, bevor die Umsetzung beginnt: So nützt zum Beispiel eine neue Heizungsanlage wenig, wenn das Haus nicht gut gedämmt ist oder beim Heizen gleichzeitig alle Fenster gekippt sind. Im ersten Schritt kommt es also darauf an, Potenziale zu erkennen, bevor Sie Ihre Pläne in die Tat umsetzen.
Nachhaltige Einstellung: Wir alle können etwas tun – mit einem umweltbewussten Lebensstil, mit dem wir das Klima schützen, weniger Energieressourcen verbrauchen und respektvoll mit der Umwelt umgehen. Denken Sie um: Steht Ihr Handeln im Einklang mit der Zukunft nachfolgender Generationen? Egal ob Sie eine kleine Investition oder eine große Sanierung planen, fragen Sie nach: Ist das Material umweltfreundlich hergestellt und zu entsorgen? Ist es in der Region statt in Übersee hergestellt? Denken Sie weiter: Auch eine neue Heizungspumpe (s.u.) arbeitet nur dann nachhaltig, wenn sie in ihrer Größe dem tatsächlichen Bedarf angepasst und nicht überdimensionert ist. Entscheiden Sie sich, wann immer möglich, für den Fachhandwerker vor Ort!
Transparenz schaffen: Mit einer Thermografie-Aufnahme bekennen Häuser Farbe – unsanierte Häuser sind oft wahre Energieschleudern, bei denen Wärme sinnlos verpufft. Auch der sogenannte Blower-Door-Test zeigt die energetischen Schwachstellen im Haus auf, denn mit diesem Messverfahren wird die Luftdichtheit der Gebäudehülle geprüft. Wie fit Ihr Haus in Sachen Energieeffizienz ist, sehen Sie mit dem Gebäudeenergieausweis schwarz auf weiß. Als Hauseigentümer brauchen Sie den Energieausweis, wenn ein Mieter- oder Eigentümerwechsel ansteht. Er liefert zudem Tipps für Modernisierungs-Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz. Den Bedarfsausweis können Sie bei der EnBW bequem online bestellen.
Warmwasser und Heizung: 75 Prozent des Endenergiebedarfs deutscher Haushalte entfallen auf die Raumheizung, weitere zwölf Prozent auf die Warmwasserbereitung! Kein Wunder: Von den rund 17 Millionen Heizungsanlagen in Deutschland sind nur etwa zwölf Prozent auf dem neuesten Stand der Technik. Aber auch wer eine funktionstüchtige Heizungsanlage im Keller hat, die nicht ausgetauscht werden soll, kann mit einigen kleineren Optimierungen viel Energie sparen: durch einen hydraulischen Abgleich der Anlage, den Austausch alter Heizkörper sowie die regelmäßige Wartung und Entlüftung der Heizkörper durch einen Fachmann vor Ort.
Stromsparpumpe: Die Umwälzpumpe ist das Herz der Heizungsanlage. Doch alte Heizungspumpen sind oft überdimensioniert und verursachen so bis zu 15 Prozent der Stromkosten im Haushalt – das ist mehr als Ihr Kühlschrank verbraucht! Eine Stromsparpumpe der Effizienzklasse A macht ihrem Namen dagegen alle Ehre: Bis zu 80 Prozent weniger Stromverbrauch sind möglich. Die Anschaffungskosten von 400 bis 600 Euro (inklusive Einbau) machen sich schnell bezahlt – obendrein können unter bestimmten Voraussetzungen Fördergelder in Anspruch genommen werden. Mehr Infos dazu finden Sie bei den Online-Tipps.
Umweltwärme nutzen: Noch nachhaltiger spart, wer in eine moderne Heizungsanlage investiert. Die intelligente Lösung: Lassen Sie die Umwelt heizen – mit Hilfe einer Wärmepumpe. Bei diesem klimaschonenden Heizsystem beziehen Sie den größten Teil der Heizwärme kostenlos und emissionsfrei aus der Erdwärme, der Luft oder dem Grundwasser. Sie benötigen Strom zukünftig nur zum Betrieb der Wärmepumpe und das rechnet sich: Mit dem Einsatz von nur einer Kilowattstunde Strom können Sie bis zu vier Kilowattstunden Wärme genießen. Weitere Infos finden Sie bei den Online-Tipps.
Kostenlose Sonnenenergie anzapfen: Wenn Sie eine Solarthermieanlage für die Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung einsetzen, erfüllen Sie damit die Anforderung des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes (EWärmeG) beim Austausch Ihres Heizkessels. Die Sonne lässt sich darüber hinaus zur Stromerzeugung mit einer Photovoltaikanlage nutzen. Aber auch im Kleinen lässt die Sonne sich als Energiequelle anzapfen: Zum Beispiel mit Solarlampen für Haus und Garten sowie für solarbetriebene Hausnummern.
Nachhaltiges Gesamtkonzept: Nachhaltig mit Energie umzugehen bedeutet nicht, kürzer zu treten, wohl aber weiter- und umzudenken. Sehen Sie deshalb Energieeffizienz-, Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen als nachhaltiges Gesamtkonzept!
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