09. Juni 2005
Brennstoffzelle heizt Caritas-Pflegeheim ein
Caritas-Pflegeheim ist Schrittmacher für innovative Energietechnologie / Feierliche Inbetriebnahme der ersten Brennstoffzelle in Ettlingen
Karlsruhe/Ettlingen. Das Caritas-Pflegeheim Seniorenzentrum am Horbachpark in Ettlingen ist ein Ort der Geborgenheit und der menschlichen Wärme. Seit heute ist es auch Standort eines hochmodernen Kraftwerks. Am 9. Juni 2005 wurde eines der ersten stationären Brenn-stoffzellenheizgeräte diesen Typs in Baden-Württemberg offiziell in Betrieb genommen. Die Anlage ist in die bestehende Heizungsanlage des Pflegeheims integriert und wird künftig Strom und Wärme erzeugen. „Die Brennstoffzelle ist umweltschonend und flexibel einsetzbar. Sie erzeugt Strom sowie Wärme zur Heizung und zur Warmwasserbereitung, so dass sie bestens die erst kürzlich modernisierte konventionelle Heizungsanlage ergänzt,“ so der Geschäftsführer des Caritasverbandes in Ettlingen, Kurt Wiehler. „Ebenso erfreulich ist auch, dass die Caritas gemeinsam mit unseren Energiepartnern aktiver Vorreiter bei der Förderung von innovativen Energietechniken der Zukunft sein kann.“ Partner dieses innovativen Projekts sind die Caritas, die Stadtwerke Ettlingen GmbH und die EnBW Energie Baden-Württemberg AG. Das Brennstoffzellensystem von Vaillant ist die zweite Anlage dieser Art in Baden-Württemberg. Insgesamt laufen rund 50 dieser Brennstoffzellengeräte weltweit als Prototyp im Testbetrieb.
Ziel der Kooperation ist die Erprobung dieser von Experten als eine der Schlüsseltechnologien der Zukunft gepriesenen Technik. Das Ettlinger Projekt ist Teil eines landesweiten EnBW-Brennstoffzellenprogramms für die Hausenergieversorgung. So stehen Brennstoffzellen auch im Mittelpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der EnBW. Bereits seit Ende 2001 fördert die EnBW aktiv die Entwicklung der Brennstoffzelle zur Marktreife. Im Zusammenspiel mit den Anlagenherstellern gewinnt sie weitere Erfahrungen mit Brennstoffzellen in deren täglichen Einsatz. Diese Erkenntnisse dienen zur weiteren Verbesserung der Anlagentechnik und der Energiebilanz, der Ausschöpfung ökologischer Potenziale sowie dem Ziel des wirtschaftlichen Betriebs dieser dezentralen Brennstoffzellen. “Wer morgen effiziente und umweltschonende Technologien nutzen will, muss schon heute Ideen und Überzeugungskraft investieren. Die EnBW versteht sich als Impulsgeber am Markt und will durch konkrete Anwendererfahrungen in der Praxis Weiterentwicklungen und damit auch die Markteinführung von Brennstoffzellensystemen aktiv fördern“, so Uwe Schöneberg, Geschäftsführer der EnBW Vertriebs- und Servicegesellschaft mbH.
Aufgrund ihres hohen Wirkungsgrads und ihrer geringen Schadstoffemissionen gelten Brennstoffzellen als Umwelt schonend. „Dank ihrer sehr guten Energieeffizienz sind Brennstoffzellen besonders für die Hausenergieversorgung geeignet. Neben dem ökologischen Aspekt ist für uns als örtlicher Energiedienstleister auch wichtig, dass die Stadtwerke frühzeitig technologische Kompetenz aufbauen können, zumal sich auf dem Gebiet der Brennstoffzellen perspektivisch interessante Tätigkeitsgebiete ergeben werden,“ so Eberhard Oehler, Geschäftsführer der Stadtwerke Ettlingen.
Doch nicht nur die energietechnische Einbindung der Brennstoffzelle in das bestehende Heizungssystem erfreut die Projektträger. Auch die bauliche Anbindung fand viel Zuspruch. Extra für die Brennstoffzelle wurde ein schöner Anbau errichtet. Das hat den Vorteil, dass die nahezu lautlos arbeitende Brennstoffzelle nicht einfach in einem Heizungskeller verschwindet, sondern auch in Zukunft für jedermann sichtbar bleibt.
Die in Betrieb genommene Prototyp-Anlage vom Typ Vaillant EURO 2 zählt zu den PEM-Niedertemperatur-Brennstoffzellenheizsystemen. Betrieben wird die Anlage mit Erdgas. Diese wird in einem integrierten Reformer zu einem wasserstoffreichen Gas aufbereitet. Die chemisch gebundene Energie wird dann direkt und ohne weitere Umwandlungsschritte in elektrische Energie gewandelt. Dabei entsteht aus wasserstoffreichem Brenngas und Sauerstoff aus der Luft neben elektrischem Strom auch gleichzeitig Wärme sowie als Abfallprodukt reines Wasser. Die elektrische Leistung der Anlage liegt bei maximal 4,5 kW und die Wärmeleistung bei maximal 9,1 kW. Der elektrische Wirkungsgrad der Anlage liegt bei rund 30 Prozent, der Gesamtwirkungsgrad der Anlage beträgt rund 85 Prozent.
Das Brennstoffzellenheizgerät im Seniorenzentrum wird im Rahmen eines Contracting-Modells betrieben. Dieses Betreibermodell hat für das Altenpflegeheim den Vorteil, dass die Caritas nur für die genutzte Energie aufkommen muss, während die Projektpartner Stadtwerke Ettlingen und EnBW die Anlage nicht nur installieren, sondern auch betreiben und warten. Das Eigentum der Anlage bleibt bei der EnBW.

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