Energie braucht Impulse
Presse

12. Februar 2007

Stutensee und EnBW sanieren örtliches Schulzentrum energieeffizient

Innovatives Kooperationsmodell spart rund 80 % Strom und 20 % Wärmeenergie / Wichtiger Beitrag für Klimaschutz

Karlsruhe. Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG und die Stadt Stutensee haben die energieeffiziente Gebäudesanierung des Schulzentrums Stutensee erfolgreich abgeschlossen. Prof. Dr. Utz Claassen, Vorstandsvorsitzender der EnBW, übergab heute im Beisein des baden-württembergischen Innenministers Heribert Rech die energieoptimierten Gebäude symbolisch an Klaus Demal, Oberbürgermeister der Stadt Stutensee. Zum ersten Mal vergab die EnBW außerdem den vom Fraunhofer-Institut erstellten „Gebäudeenergieausweis“ an ein kommunales Gebäude. Der Ausweis dokumentiert die in diesem Fall vorbildliche Energiebilanz eines Gebäudes und gilt 10 Jahre.

Die Einsparpotenziale in der energetisch sanierten Erich-Kästner-Realschule und dem Thomas-Mann-Gymnasium in Stutensee sind enorm: Bei Erdgas bzw. Wärme garantiert die EnBW 15 Jahre lang eine Reduktion von etwa 375.000 kWh pro Jahr, das entspricht rund einem Fünftel des bisherigen Bedarfs. Der neue garantierte Stromhöchstverbrauch liegt um rund 80 % niedriger und entspricht einer Einsparung von rund 245.000 kWh. Das EnBW-Projekt „Energieeffiziente Schule“ resultiert aus dem „Impulskreis Energie“ der Regierungsinitiative „Partner für Innovation“. Unter der Leitung von Prof. Dr. Utz Claassen entwickelten dort Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft innovative Maßnahmen zur Energieeffizienz.

Für die erheblich bessere Energienutzung sorgen die optimierte Heizungsregelung im Schulgebäude, das neue, Erdgas betriebene Blockheizkraftwerk, die verbesserten Lüftungsanlagen für Schule und Sporthalle, der Vollwärmeschutz für die Wände der Sporthalle und der Austausch von Leuchten und Leuchtmitteln im Innen- wie im Außenbereich sowie die 400 m2 große neue Fotovoltaikanlage. Die Finanzierung der energetischen Sanierungsmaßnahmen erfolgte über ein modernes Energieeinspar-Contracting, bei dem sich die anfallenden Investitionen weitgehend durch die Energieeinsparung selbst tragen. Ein pädagogisches Konzept erklärt Schülern und Lehrern das Vorhaben und sensibilisiert so nachhaltig für einen verantwortungsvollen Umgang mit Energie.

„Unser Ziel ist es, Energie effizient und damit ressourcen- und klimaschonend zu nutzen. Mit intelligenten, maßgeschneiderten und wirtschaftlich sinnvollen Lösungen können wir dieses Ziel in partnerschaftlicher Kooperation mit Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft erreichen und gemeinsam für ein besseres Klima sorgen. Die energieeffiziente Sanierung des Schulzentrums Stutensee ist hierfür ein herausragendes Beispiel“, so Prof. Dr. Utz Claassen, EnBW-Vorstandsvorsitzender.

„Das Engagement der EnBW bei der energieeffizienten Sanierung von Schulgebäuden in Baden-Württemberg ist vorbildlich. Das gelungene Vorhaben in Stutensee wird hoffentlich bald die Regel. Das Land Baden-Württemberg begrüßt diese Initiative und diese Kooperation von Schule und Wirtschaft ausdrücklich und wünscht sich viele Nachahmer“, so der Innenminister des Landes Baden-Württemberg Heribert Rech.

Oberbürgermeister Klaus Demal freut sich nicht nur über das modernisierte Schulzentrum und die künftigen Einsparungen auf dem Energiesektor: „Wir erwarten nicht nur etwa 36 % weniger CO2-Emissionen, sondern auch positive wirtschaftliche Effekte, da wir künftig weniger Ressourcen einsetzen und somit Geld sparen können. Die energieeffiziente Sanierung verbindet Innovation und kommunalen Klimaschutz auf das vortrefflichste mit Wirtschaftlichkeit.“

Anhand der umgesetzten Energiesparmaßnahmen lernen Schüler und Lehrer in Workshops zukünftig zum Thema „Energieeffizienz in Theorie und Praxis“. „Das neue Energiewissen können unsere Schüler in der Schule erleben und dann zu Hause in ihrem privaten Umfeld vorleben“, so Klaus Gaß, Rektor der Erich-Kästner-Realschule Stutensee und Monika Wallenwein, Schulleiterin des Thomas-Mann-Gymnasiums.

Hintergrundinfo:
Während in vielen privaten Haushalten moderne Heizungsanlagen oder gezielte Wärmedämmung längst eine Selbstverständlichkeit sind, mangelt es im kommunalen Bereich bisher an durchgreifenden Energieeffizienzmaßnahmen. So müssen 5.000 der etwa 18.000 Schulgebäude in Deutschland dringend saniert werden. Das Schulzentrum Stutensee ist neben Meßstetten und Rheinstetten das dritte Pilotprojekt in Baden-Württemberg, das die EnBW bei der wirtschaftlichen Modernisierung ihres Energiehaushaltes unterstützt. Das Projekt „Energieeffiziente Schule“ ist eines von vielen Leuchtturmprojekten, das unter der Leitung der EnBW im Rahmen der 2004 gegründeten Regierungsinitiative „Partner für Innovation“ entwickelt wurde.

 

Ansprechpartner für Rückfragen:

Für die Stadt Stutensee
Thomas Reiff
Tel. 07244 - 969 110
E-Mail: presse@stutensee.de

Für die EnBW Energie Baden-Württemberg AG
Dirk Ommeln
Tel. 0721-63 12 320
E-Mail: presse@enbw.com

 

Fact Sheet zum Projekt „Energieeffiziente Schulsanierung Stutensee“

Tabelle 1: Enorme Einsparpotenziale durch energieeffiziente Gebäudesanierung

Jahresverbrauch

Vor Sanierung

Nach Sanierung

Ersparnis in %

Strom

312.345 kWh

68.000 kWh

78

Wärme (Gas)

2.022.616 kWh

1.650.000 kWh

18

 

Tabelle 2: Vermiedene CO2-Emissionen durch energieeffiziente Gebäudesanierung

 

Vor Sanierung

Nach Sanierung

Ersparnis in %

CO2-Emission

620.247 kg/a

393.900 kg/a

36

 

Blockheizkraftwerk (BHKW):
Zur effizienteren Nutzung des Energieträgers Gas wurden ein neuer Brennwertkessel und ein BHKW installiert. Neben der Wärme für Heizung und Warmwasser wird auch Strom produziert und damit so viel Nutzenergie wie nur möglich aus jedem m³ Gas erzeugt.

Lüftungsanlage:
Um die Abwärme der Schüler zu nutzen und die Luftqualität in den Unterrichtsräumen zu verbessern, wurden Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnungsanlagen wiederhergestellt.

Monitoring / Energiecontrolling:
Messung und Auswertung des Energieverbrauchs sind außergewöhnlich umfangreich und präzise: 10 Strom-, 2 Gas-, 4 Kaltwasser- und 15 Wärmemengenzähler sowie 200 weitere Datenpunkte im Gebäude bilden die Energieströme und Anlagenzustände in dem Schulobjekt viertelstündlich ab. Auch die Schüler können so die aktuellen Energieverbräuche auf einem Schaubild nachvollziehen. Fehler (z.B. Störung an einem elektrischen Ventil), die den Energieverbrauch erhöhen, werden schnell festgestellt und behoben. Die Regelungseinstellung kann optimal den Erfordernissen angepasst werden und über eine Protokollierung aller Daten wird der Projekterfolg klar dokumentiert. Alle diese Informationen und Regeleingriffe können auch über Internet abgerufen werden.

Gebäudeenergieausweis:
Der Gebäudeenergieausweis wurde nach den strengen Maßgaben der neuen DIN V 18599 erstellt. Er dokumentiert, dass die Energiebilanz des Gebäudes nicht nur besser ist als bei einem vergleichbaren modernisierten Altbau, sondern sogar besser als bei einem vergleichbaren Neubau. Der erstmals von der EnBW für ein Nichtwohngebäude ausgehändigte Energiepass wurde vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik unter Leitung von Prof. Hauser als energetische Gesamtbilanz auf den Primärenergiebedarf erstellt und gilt 10 Jahre. Er wird ab Januar 2009 für alle kommunalen Gebäude Pflicht.

 

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Bild: v.l. Klaus Gaß (Rektor derErich-Kästner- Realschule), Klaus Demal (Oberbürgermeister von Stutensee),Prof. Dr. Utz Claassen (Vorstandsvorsitzender der EnBW), Heribert Rech(Innenminister von Baden-Württemberg), Monika Wallenwein (SchulleiterinThomas-Mann-Gymnasium).

Hinweis für Redaktionen: Das Pressefoto kann in druckfühiger Auflösung unter presse@enbw.com bestellt werden.

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