Energie braucht Impulse
Presse

08. November 2007

Norddeutsche Wirtschaft setzt sich Klimaziel

Zwölf Unternehmen aus der Region bilden mit der EnBW ein Netzwerk zum Energiesparen. Gestern stellten sie erste Schritte vor.

Bremen. Energie effizienter nutzen, Kosten reduzieren, die Umwelt entlasten: Das sind die Ziele des „EnBW Netzwerks Weser-Ems“. Zwölf norddeutsche Industrieunternehmen und die EnBW Energie Baden-Württemberg AG gehen damit seit einem halben Jahr neue Wege. Gestern legten sie sich auf ein gemeinsames Ziel fest: Bis zum Sommer 2010 wollen sie insgesamt ihren Energieverbrauch um 8 Prozent senken.

Die zwölf norddeutschen Firmen sind zwischen Bremen und Paderborn angesiedelt und stammen aus verschiedenen Branchen – von der Lebens­mittel­herstellung über die Tapeten­­produktion bis zur Herstellung von elektronischen Bauteilen. Insgesamt belaufen sich ihre jährlichen Energiekosten derzeit auf über 30 Millionen Euro. Zu den Teilnehmern gehören auch zwei Preisträger des „Energy Efficiency Award“. Diesen Preis für beispielhafte Energieeinsparung verlieh Bundeswirtschaftsminister Michael Glos auf der diesjährigen Hannover Messe zum ersten Mal. Es handelt sich dabei um die Weidmüller Interface GmbH aus Detmold und die Paderborner Brauerei.

Das Netzwerk-Konzept wird bereits erfolgreich in den Regionen Ravensburg und Leipzig umgesetzt. Allein im Raum Ravensburg haben die dort beteiligten Firmen binnen eines Jahres 9 Millionen Kilowattstunden Energie eingespart. Die gleiche Energiemenge verbrauchen 423 durchschnittliche Haushalte jährlich für Heizung, Warmwasser und Strom. Zum Vergleich: Die elf süddeutschen Unternehmer setzten sich ein Einsparziel von 7,6 Prozent Energieeinsparung innerhalb von drei Jahren.

Die Unternehmen werden durch diese Kostensenkung wettbewerbsfähiger, die Umwelt profitiert von einem geringeren Co2-Ausstoß. In der Beispiel-Region Ravensburg etwa sparten die Netzwerker bereits nach einem Jahr Arbeit rund 2 Millionen Kilogramm des Treibhausgases ein. „Ähnliche Ergebnisse erwarten wir auch in unserem Netzwerk“, sagt Projektleiter Lutz Lohmann von der EnBW Niederlassung in Hannover.

Gegründet wurde das norddeutsche Industrie-Netzwerk auf der Hannover Messe im April 2007. Nach der Gründung erhielt jedes Unternehmen zunächst eine Energieeffizienz-Diagnose durch die EnBW. Ausgehend von den Ergebnissen einigten sich die Netzwerker gestern auf ein gemeinsames Einsparziel. Bei den nächsten Treffen werden sich die Firmenvertreter regelmäßig über ihre Erfahrungen beim Umsetzen der Effizienzmaßnahmen austauschen. Die Teilnehmer erarbeiten individuell und selbstverantwortlich ihre Maßnahmenpläne. Die EnBW berät prozessbegleitend, analysiert im Vorfeld und moderiert die Treffen. Darüber hinaus wertet sie regelmäßig die Ergebnisse aus. „Ein Netzwerk lebt von guten Beispielen, gegenseitiger Unterstützung und einem gemeinsamen Ziel, das alle verfolgen“, so Projektleiter Lohmann. Wissenschaftlich begleitet wird das Netzwerk Weser-Ems vom Fraunhofer-Institut System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe.

Eine Liste der teilnehmenden Firmen am „EnBW Netzwerks Energieeffizienz Weser-Ems“ finden Sie im beigefügten Dokument:

Teilnehmer des „EnBW Netzwerks Energieeffizienz Weser-Ems“:
Name Ort Branche
Fleischwarenfabrik H. Kemper GmbH & Co. KG 49638 Nortrup Fleisch

Franz Wiltmann GmbH & Co. KG Westfälische Fleischwarenfabrik

33775 Versmold Fleischverarbeitung
Jowat AG 32758 Detmold Klebstoffe und Gelantine
Leiber GmbH 49565 Bramsche Futtermittel
Linpac Plastics GmbH 27721 Ritterhude Kunststoff
Olfry Ziegelwerke GmbH 49377 Vechta Ziegel
Paderborner Brauerei* 33106 Paderborn Brauerei
Paul Daut-GmbH & Co. KG 33378 Rheda-Wiedenbrück Fleischwaren
Pöppelmann GmbH & Co. KG 49378 Lohne Kunststoff
Saturn Petfood GmbH 28197 Bremen Futtermittel
Tapetenfabrik Gebr. Rasch GmbH & Co. KG 49565 Bramsche Tapeten
Weidmüller Interface GmbH & Co. KG** 32760 Detmold Elektronische Bauelemente

* 2. Preis beim Energy Efficiency Award 2007

** 1. Preis beim Energy Efficiency Award 2007

 

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