30. Juli 2009
Halbjahresbericht 2009
EnBW mit weiterhin stabiler Geschäftsentwicklung
Operatives EBIT leicht gesteigert - Wirtschaftskrise mindert Absatz - Investitionen in Wachstum nahmen um rund eine Milliarde Euro zu
Karlsruhe. Mit der Vorlage der Geschäftsergebnisse zum ersten Halbjahr 2009 konnte die EnBW Energie Baden-Württemberg AG ihre stabile Geschäftsentwicklung aus dem ersten Quartal insgesamt bestätigen. So entwickelte sich der Umsatz zum ersten Halbjahr im Vergleich zur Vorjahresperiode mit einem Plus von 1,3 Prozent nahezu konstant und betrug 8.175 Millionen Euro. Die Umsatzentwicklung ist dabei von den ersten drei Monaten beeinflusst, in denen die EnBW auch wegen eines vergleichsweise langen und kalten Winters ihrem Umsatz um 8,6 Prozent steigern konnte. Ebenfalls leicht verbessern konnte die EnBW ihr operatives Ergebnis. Das Adjusted EBIT – das um außerordentliche Effekte bereinigte operative Ergebnis vor Ertragsteuern, Finanz- und Beteiligungsergebnis – erhöhte sich im Vergleich zur Periode des Vorjahres um 4,9 Prozent und erreichte 1.067 Millionen Euro. Dabei war die operative Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal stärker als im ersten Quartal von den Folgen der Wirtschaftskrise betroffen.
„In Folge des deutschlandweiten Rückgangs der gesamtwirtschaftlichen Produktion ging der Energieabsatz des EnBW-Konzerns im ersten Halbjahr zurück. Zu spüren waren diese Auswirkungen, insbesondere beim Absatz an Industriekunden“, so Hans-Peter Villis, Vorstandsvorsitzender der EnBW. So hatte die EnBW bei Industriekunden im Geschäftsfeld Strom Downstream einen Rückgang von 22,3 Prozent zu verzeichnen. Über alle Kundengruppen hinweg lag der Stromabsatz mit 57,9 Milliarden Kilowattstunden um 9,4 Prozent niedriger als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. Auch der Gasabsatz ging über alle Kundengruppen um 2,1 Prozent auf 37 Milliarden Kilowattstunden zurück.
Der Konzernüberschuss bezogen auf die Gewinnanteile der Gesellschafter der EnBW AG belief sich auf 611,3 Millionen Euro und lag damit 3,5 Prozent unter dem Halbjahresergebnis des Vorjahres. Der Adjusted Konzernüberschuss in Höhe von 637,0 Millionen Euro liegt nahezu auf Vorjahresniveau (1. Halbjahr 2008: 638,8 Millionen Euro). „Wesentlich beeinflusst wurde der Adjusted Konzernüberschuss dabei durch das Finanzergebnis, welches durch höhere Zinsaufwendungen sowie durch negative Ergebnisse aus dem Verkauf von Wertpapieren negativ beeinflusst wurde“, erläuterte der EnBW-Finanzvorstand Dr. Rudolf Schulten.
Auch im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres investierte die EnBW weiter in Wachstum. Die Gesamtinvestitionssumme betrug im ersten Halbjahr 1.437,1 Millionen Euro. Hans-Peter Villis: „Das entspricht einer Zunahme von fast einer Milliarde Euro und bedeutet gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als eine Verdreifachung der Investitionen.“
Von den Investitionen in Sachanlagen wurden 47,5 Prozent im Geschäftsfeld Strom Upstream getätigt, wobei die Schwerpunkte im Neubau des Wasserkraftwerks Rheinfelden und des Steinkohlekraftwerks RDK 8 in Karlsruhe lagen.
Zudem stärken drei neue Onshore-Windkraftparks in Niedersachsen und Brandenburg mit insgesamt 26 Windkraftanlagen und einer Gesamtleistung von 52 Megawatt die Erzeugungsposition der EnBW ebenso wie zusätzliche Erzeugungskapazitäten in den Kohlekraftwerken Lippendorf und Bexbach. So verfügt die EnBW in Lippendorf nunmehr über mehr als 880 Megawatt installierter Leistung. Ingesamt umfasst das Erzeugungsportfolio der EnBW inklusive langfristiger Bezugsverträge und teileigener Kraftwerke rund 15.000 Megawatt an installierter Leistung.
Diese wachstumsorientierten Investitionen sind Teil der bis 2011 geplanten Nettoinvestitionssumme in Höhe von 7,7 Milliarden Euro. Damit wird die EnBW ihren eingeschlagenen Wachstumskurs auch in den aktuell wirtschaftlich schwierigen Zeiten konsequent fortsetzen. Zur Finanzierung der Wachstumsinvestitionen hat die EnBW erfolgreich zwei Unternehmensanleihen am Kapitalmarkt im Gesamtvolumen von 1,35 Milliarden Euro platziert. Darüber hinaus prüft die EnBW Desinvestitionen in einer Größenordnung von 1,5 Milliarden Euro.
Zum 30. Juni 2009 beschäftigte die EnBW insgesamt 20.809 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit erhöhte sich die Beschäftigungszahl binnen Jahresfrist um 511. Teil dieser Mitarbeiterentwicklung sind auch rund 180 Auszubildende, die die EnBW zum Jahresbeginn übernommen hat. Bei der EnBW sind insgesamt über 1.000 Auszubildende und Studierende beschäftigt.
Auf einen Blick:
| in | 01.01. - 30.06.2009 | 01.01. - 30.06.2008 | Veränderungen in % |
|
|---|---|---|---|---|
| Umsatz | ||||
| Strom | Mio. € | 6.259,2 | 6.380,8 | - 1,9 |
| Gas | Mio. € | 1.572,9 | 1.350,9 | 16,4 |
| Energie- und Umweltdienstleistungen | Mio. € | 342,4 | 339,7 | 0,8 |
| Außenumsatz gesamt | Mio. € | 8.174,5 | 8.071,4 | 1,3 |
| Adjusted EBITDA | Mio. € | 1.466,9 | 1.403,8 | 4,5 |
| EBITDA | Mio. € | 1.479,8 | 1.423,9 | 3,9 |
| Adjusted EBIT | Mio. € | 1.066,8 | 1.017,0 | 4,9 |
| EBIT | Mio. € | 1.069,2 | 975,3 | 9,6 |
| Adjusted Konzernüberschuss1, 2 | Mio. € | 637,0 | 638,8 | - 0,3 |
| Konzernüberschuss1, 2 | Mio. € | 611,3 | 633,6 | - 3,5 |
| Ergebnis je Aktie aus Konzernüberschuss1, 2 | € | 2,50 | 2,59 | - 3,5 |
| Operating Cashflow | Mio. € | 980,5 | 901,5 | 8,8 |
| Free Cashflow1 | Mio. € | 554,1 | 528,1 | 4,9 |
| Investitionen1 | Mio. € | 1.437,1 | 439,3 | - |
| Energieabsatz des EnBW-Konzerns |
01.01. - 30.06.2009 | 01.01. - 30.06.2008 | Veränderung in % | |
|---|---|---|---|---|
| Strom | Mrd. kWh | 57,9 | 63,9 | - 9,4 |
| Gas | Mrd. kWh | 37,0 | 37,8 | - 2,1 |
| Mitarbeiter des EnBW-Konzerns3 |
30.06.2009 | 30.06.2008 | Veränderung in % | |
|---|---|---|---|---|
| Mitarbeiter | Anzahl | 20.809 | 20.298 | 2,5 |
1 Die Zahlen der Vergleichsperiode wurden angepasst.
2 Bezogen auf die Gewinnanteile der Gesellschafter der EnBW AG.
3 Anzahl der Mitarbeiter ohne Auszubildende und ohne ruhende Arbeitsverhältnisse. Der Begriff Mitarbeiter bezeichnet weibliche und männliche Beschäftigte.

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