Energie braucht Impulse
Privatkunden

Wie groß soll die Solar-Anlage sein?

Als Faustregel gilt: Wer 1 kWp erreichen will, braucht rund 10 Quadratmeter Solar-Modulfläche - je höher dabei der Wirkungsgrad, desto kleiner die Fläche, die man braucht. Allerdings ergibt sich die Größe oft aus der dafür nutzbaren Dachfläche und den finanziellen Möglichkeiten.

Ist eine Solar-Anlage überhaupt wirtschaftlich?

Wie schnell sich eine Solar-Anlage amortisiert, hängt von ihrer Größe, den Investitionskosten, dem aktuellen Vergütungssatz und von der Finanzierung ab. Achten Sie bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung darauf, dass neben einem Tausch der Wechselrichter nach ca. 10 Jahren auch Kosten für die Instandhaltung der Anlage oder für eine Versicherung mit eingerechnet werden.

Wie lange hält eine Solar-Anlage?

Die Module sind in der Regel sehr zuverlässig und haben eine Lebensdauer, die über den Zeitraum der gesetzlich geregelten Einspeisevergütung hinausgeht. Das Gleiche gilt für gute Montagesysteme. Die Lebensdauer der Wechselrichter ist von verschiedenen Faktoren (z. B. Umgebungstemperatur und Auslegung der Anlage) abhängig und wird im Durchschnitt mit 8 - 12 Jahren angesetzt.

Wie bekomme ich die Einspeisevergütung?

Seit 1. Januar 2009 müssen Sie Neuanlagen bei der Bundesnetzagentur anmelden, damit Sie die Einspeisevergütung bekommen. Das Meldeformular können Sie sich übrigens einfach herunterladen unter www.bundesnetzagentur.de – Stichwort „Anlagenbetreiber“. Meistens möchte Ihr Netzbetreiber eine Kopie dieses Formulars und die Bestätigung haben, dass sie das Schreiben an die Bundesnetzagentur versendet haben. Dann kann er Ihnen den Strom vergüten. Bitte fragen Sie zur Sicherheit bei Ihrem Netzbetreiber nach weiteren Voraussetzungen für die Vergütung, denn sie hängt auch von der Größe der Anlage ab.

Worauf kommt es beim Angebot an?

Bei der Suche nach dem richtigen Installateur oder den optimalen Komponenten können Ihnen Empfehlungen helfen. Fragen Sie dazu Besitzer von Solar-Anlagen nach Ihren Erfahrungen. Lassen Sie sich Referenzanlagen nennen und schauen Sie diese an. Und holen Sie einfach mehrere Angebote zum Vergleichen ein.

Welche Daten brauche ich, wenn ich ein Angebot einholen möchte?

Für Sie haben wir hier eine Checkliste zum Ausdrucken zusammengestellt.

Was sollte das Angebot beinhalten?

  • alle Montagearbeiten
  • Kosten für Kabelverlegungen
  • Nebenkosten für Gerüste u. ä.
  • Anschluss an das Netz des Stromnetzbetreibers
  • Wirtschaftlichkeitsbetrachtung auf deren Basis Sie einen Kredit beantragen könnten

Welche Details sind beim Angebot wichtig?

  • Genaue Modulbeschreibung incl. Toleranzen und Datenblatt
  • Genaue Beschreibung des Montagesystems
  • Bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung:
    • Realistischer Ansatz der zu erwartenden Erträge
    • Berücksichtigung von Instandhaltung, Tausch der Wechselrichter und Versicherung der Anlage
  • Kalkulation weiterer Elektroarbeiten, z. B. Kabelverlegung, Erweiterung oder Umbau Zählerschrank

Brauche ich eine Baugenehmigung?

In Baden-Württemberg brauchen Sie für „Anlagen zur photovoltaischen und thermischen Solarnutzung“ auf bestehenden Gebäuden normalerweise keine Genehmigung. Bei denkmalgeschützten Gebäuden sprechen Sie aber am Besten vorher mit Ihrer zuständigen Genehmigungsbehörde.

Was sollte ich vor dem Anschluss beachten?

Damit Sie Ihre Anlage ans allgemeine Versorgungsnetz anschließen lassen können, rufen Sie Ihren Netzbetreiber (z. B. EnBW Regional AG) an. Und zwar möglichst rechtzeitig bevor Sie eine Solar-Anlage kaufen oder installieren. Das kann übrigens auch Ihr Installateur für Sie machen. Ihr Netzbetreiber ermittelt den Netzverknüpfungspunkt und sagt Ihnen auch, ob Kosten für den Netzanschluss entstehen.

Brauche ich einen neuen Zähler?

Speisen Sie Ihren Strom komplett ins Netz ein, brauchen Sie einen zweiten Zähler. Für kleine Anlagen reicht hierfür meistens ein Einrichtungszähler ohne Rücklaufsperre.

Sie möchten den selbst erzeugten Strom selbst verbrauchen und den Rest einspeisen? Dann brauchen Sie neben dem Einrichtungszähler weitere Technik: Ein erster Zähler erfasst die gesamte Strommenge, die Ihre Anlage erzeugt. Und ein zweiter Zähler differenziert zwischen eingespeister und selbst verbrauchter Menge.

Was ist ein Photovoltaik-Anlagenpass (PV-Anlagenpass)?

Seit 1. Januar 2009 gibt es den PV-Anlagenpass. Mit ihm haben Sie die Qualitätsstandards der PV-Anlage schwarz auf weiß. In den Pass werden die eingesetzten Komponenten der Solarstromanlage eingetragen und die Leistung des Handwerkerbetriebs dokumentiert. Darüber hinaus enthält er die Prüfprotokolle der Anlage. Unser Tipp: Beauftragen Sie nur einen Handwerker mit der Installation, der Ihnen den PV-Anlagenpass ausstellen kann. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter www.photovoltaik-anlagenpass.de.

Was macht ein Wechselrichter?

Er formt den solaren Gleichstrom in Wechselstrom um und passt Frequenz sowie Höhe der Spannung an das Verteilnetz an. Außerdem trennen moderne Wechselrichter die Anlage bei Störungen vom Netz.

Wie lang sind die Garantiezeiten?

Module: Die Produktgarantie gilt für die ersten beiden Jahre nach dem Kauf im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistungspflicht. Fast alle Modulhersteller bieten darüber hinaus weitere Garantien, insbesondere eine Leistungsgarantie. Sie sichert häufig für 10 Jahre mindestens 90 % der Modulleistung zu und für 20 oder sogar 25 Jahre 80 %.

Bitte beachten Sie: Manche Hersteller beziehen ihre Zusagen nicht auf die Nenn-, sondern auf die Mindestleistung. Wichtiger als lange Garantiezeiten sind deshalb geringe Toleranzen bei den Leistungsangaben und außerdem vernünftige Ersatzleistungen des Herstellers.

Wie sieht es mit der Wartung meiner Solar-Anlage aus?

Am besten verhandeln Sie mit dem Anbieter für Ihre Anlage auch über einen Wartungsvertrag. Dieser kann dann auch alle paar Jahre Ihre Anlage überprüfen. Im Wesentlichen reicht bei der Wartung die regelmäßige Kontrolle der Erträge und der Funktionsanzeigen am Wechselrichter aus. Natürlich mal abgesehen von möglichen Verunreinigungen der Module wie z. B. durch Pollen, Blätter, Vogelkot, Ruß, Schnee oder auch mal einem Marderbiss.

Brauche ich eine Versicherung?

Jeder Betreiber sollte seine Solar-Anlage versichern. Klären Sie mit Ihrer Haftpflichtversicherung ab, ob und wenn ja, welche Ansprüche von Dritten gegen Sie als Betreiber abgedeckt sind. Bei dem hoffentlich nie eintretenden Fall eines Feuerschadens, zahlt die Gebäudeversicherung für das Dach - in aller Regel aber nicht für die zerstörte Solar-Anlage. Solar-Versicherungen können dagegen z. B. auch Ertragsausfälle abdecken.