Energie braucht Impulse
Windkraft auf dem Meer

FAQs

Offshore-Windpark Baltic 1: Sie fragen - wir antworten

1. Woher kommen die Namen EnBW Baltic 1 und EnBW Baltic 2?

Die Ostsee wird auch Baltisches Meer genannt, von lat. mare balticum. Dieser Name bezieht sich auf die geographische Lage im Norden aus Sicht der Germanen. Der Begriff findet sich zum ersten Mal im 11. Jahrhundert bei dem Theologen und Kleriker Adam von Bremen. Da der Windpark EnBW Baltic 1 der erste kommerzielle Windpark im Baltischen Meer ist, trägt er die Nummer eins und der zweite Windpark EnBW Baltic 2 dementsprechend die Nummer zwei.

 

2. Wo liegen die Windparks?

EnBW Baltic 1 liegt 16 km vor der Küste von Mecklenburg-Vorpommern, nördlich der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Die 21 Windkraftanlagen stehen auf einem dreieckigen Areal, das sich zwischen folgenden Koordinaten erstreckt:

 

54° 34’ 59,33 ‚’ N, 12° 37 ‚ 44,40 ‚’ E

54° 36’ 46,15 ‚’ N, 12° 37’ 46,06’’ E

54° 37’ 59,29’’ N, 12° 41’ 43,03’’ E

 

EnBW Baltic 2 liegt rund 32 km vor der Insel Rügen. Die 80 Windkraftanlagen stehen auf einem annähernd dreieckigen Areal, das sich zwischen folgenden Koordinaten erstreckt:

 

13° 9‘ 9,29‘‘ E 55° 0‘ 26,01‘‘ N

13° 13‘ 43,40‘‘ E 55° 0‘ 31,70‘‘ N

13° 13‘ 54,52‘‘ E 55° 0‘ 7,74‘‘ N

13° 13‘ 4,09‘‘ E 54° 59‘ 7,21‘‘ N

13° 9‘ 56,32‘‘ E 54° 57‘ 47,94‘‘ N

13° 6‘ 2,63‘‘ E 54° 57‘ 1,81‘‘ N

13° 4‘ 57,17‘‘ E 54° 56‘ 57,24‘‘ N

 

3. Welche CO2-Bilanzen werden bei den Windparks erwartet?

Der Ostsee-Windpark EnBW Baltic 1 kann  bei einer Gesamtleistung von 48,3 MW jährlich rund 185 Millionen kWh Energie erzeugen. Damit kann die EnBW im Jahr rund 50.000 Haushalte versorgen und rund 140.000 t CO2 einsparen. EnBW Baltic 2 kann mit einem jährlichen Ertrag von rund 1,2 Milliarden kWh sogar rund 340.000 Haushalte im Jahr versorgen. Damit können 900.000 t CO2 eingespart werden.

 

4. Wie viele Arbeitsplätze sind neu entstanden?

Unser Büro in Hamburg ist seit dem Start am 15. Januar 2009 auf über 40 Mitarbeiter angewachsen und wird auch in den nächsten Monaten weitere Fachleute zur Realisierung unserer vier Offshore-Projekte in Nord- und Ostsee einstellen. Auch vor Ort in der Servicestation Barhöft arbeiten weitere 10 Mitarbeiter. 

 

5. Wie werden die Windkraftanlagen im Meeresboden verankert?

Eine wesentliche Herausforderung der Offshore-Windenergie ist die stabile Verankerung der Anlagen auf offener See. Je nach Bodenbeschaffenheit, Wassertiefe, Umgebungsbedingungen (Eis, Wellenhöhe) muss der Projektentwickler das geeignete Fundament wählen. EnBW Baltic 1 wird mit Monopiles fest im Meeresboden verankert. Das sind zylindrische hohle Pfähle aus Stahl, die mit einer auf einem Spezialschiff montierten Ramme in den Meeresboden getrieben werden. Aufgrund der stark vaiierenden Wassertiefen von 23 bis 44 m und einer anderen Bodenbeschaffenheit kommen bei EnBW Baltic 2 neben den Monopiles ab einer Wassertiefe von 35 m auch so genannte Jackets zum Einsatz. Das sind Stahlfachwerkstrukturen, die mit Gründungspfählen im Meeresboden verankert werden.

 

6. Was ist ein Transitionpiece?

Das Transitionpiece ist ein weiteres Stahlrohr, das den Stahlturm der Windkraftanlage mit dem Monopile verbindet. Es wird über den Monopile gestülpt und mit einem Vergussmörtel fest verbunden. Dann wird der Stahlturm der Windenergieanlage auf das Transitionpiece aufgesetzt und fest mit dem Transitionpiece verbunden.

 

7. Können EnBW-Kunden Strom von Offshore-Windparks kaufen?

Endkunden können nicht direkt an EnBW Baltic 1 angebunden werden. Dies gilt nicht nur für Offshore-Windenergie, sondern für alle regenerativ erzeugten Strommengen, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in das deutsche Stromnetz eingespeist werden. Wie der Strom aus anderen Energiequellen fließt auch die Stromproduktion von EnBW Baltic 1 in den deutschen Energiemix.

 

8. Wie kommt der Strom von den Windparks an Land?

Der im Windpark EnBW Baltic 1 erzeugte Strom wird in der Umspannplattform von 33 kV auf 150 kV hoch transformiert und von hier aus über ein rund 60 km langes Kabel als Wechselstrom direkt an Land geführt. Da das Exportkabel den erzeugten Strom nur über eine begrenzte Länge transportieren kann, fließt der Strom aus dem Windpark EnBW Baltic 2 zunächst von der Umspannplattform über zwei ca. 60 km lange Kabel zur Umspannstation von EnBW Baltic 1 und erst von dort aus an Land. Der Strom aus beiden Windparks wird im Umspannwerk Bentwisch erneut von 150 kV auf 380 kV hoch transformiert und von der 50Hertz Transmission GmbH in das deutsche Verbundnetz eingespeist.

 

9. Sind die Windkraftanlagen von der Küste aus zu sehen?

EnBW Baltic 2 liegt mit rund 32 km so weit draußen im Meer, dass man die Windkraftanlagen von der Küste aus nicht sehen kann. Die Windräder des 16 km weit entfernten Windparks EnBW Baltic 1 sind von der Küste aus nur als streichholzgroße Schemen wahrnehmbar. Die Erdkrümmung verdeckt einen Teil der rund 115 m hohen Anlagen und ein spezieller Farbauftrag verhindert, dass die Windräder im Sonnenlicht glitzern. Um zu gewährleisten, dass sich die Anlagen gut ins Landschaftsbild einfügen, wurden im Vorfeld detaillierte Studien durchgeführt.

 

10. Welchen Einfluss haben die Windparks auf die Umwelt?

Studien haben gezeigt, dass Fischarten wie der Kleine Tümmler und der Schweinswal nach einiger Zeit wieder in das Windparkareal zurückkehren. Zahlreiche Fischarten sind zwischen den Windenergieanlagen auch vor den Schleppnetzen der Hochseefischerei geschützt. Zudem siedeln sich auf dem Kolkschutz, einer Steinaufschüttung zum Schutz der Fundamente vor Auswaschung, zahlreichen Arten wie auf einem künstlichen Riff an. Zugvögel zeigen das Verhalten, das man auch an Land beobachtet hat: Sie umfliegen weitgehend das Gebiet.    

 

11. Welche Umweltschutzmaßnahmen trifft die EnBW?

In umfangreichen Studien werden Fauna und Flora eingehend untersucht, um entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Besonders schützenswerte Gebiete werden strikt als Sperrzonen ausgewiesen, nach denen sich die Positionierung jeder einzelnen Anlage und der Verlauf der Seekabel richten. Ein mehrjähriges Monitoring vor, während und nach der Errichtung sammelt detaillierte Daten, um den Erfahrungsschatz in diesem noch recht jungen Segment zu erweitern. Zudem werden verschiedene Möglichkeiten getestet, um die Ausbreitung des Schalls unter Wasser während der Bauphase zu mindern und dadurch Meeressäuger wirksam zu schützen.

 

12. Beeinflussen die Offshore-Windparks den See- und Luftverkehr?

Jeder Offshore-Windpark wird durch Tonnen, Beleuchtung und Hinweisschilder mehrfach gekennzeichnet, so dass die Areale weithin sichtbar sind. Dazu erstellt die EnBW im Vorfeld einen so genannten Kennzeichnungs- und Befeuerungsplan für jeden einzelnen Offshore-Windpark, der von den zuständigen Behörden überprüft wird. Grundsätzlich werden die Windparks in ausreichendem Abstand zu stark befahrenen Seewegen errichtet. EnBW Baltic 1 liegt mit 24 km weit entfernt von der Kadetrinne, die zwischen der deutschen Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und der Insel Falster auf dänischer Seite verläuft. 

 

13. Ab welcher Windgeschwindigkeit drehen sich die Windenergieanlagen?

Die Windenergieanlage läuft ab ca. 3 bis 5 m/s (Windstärke 3) automatisch an. Ab einer Windgeschwindigkeit von ca. 13-14 m/s (Windstärke 6) erreicht sie ihre maximale Leistung von 2,3 MW (Nennleistung). Ab diesem Punkt wird durch Verstellen der Rotorblätter (Pitchsystem) die Leistung konstant auf Nennleistung gehalten. Im Teillastbereich werden die Rotordrehzahl und der Anstellwinkel der Rotorblätter kontinuierlich geregelt, um ein Maximum an aerodynamischer Effizienz zu erreichen. Bei Windgeschwindigkeiten über 25 m/s (ab Windstärke 10) wird die Windenergieanlage automatisch durch Verstellen der Rotorblätter abgeschaltet. Wenn die Windgeschwindigkeit unterhalb des Wiedereinschaltwertes sinkt, werden die Sicherheitssysteme automatisch zurückgesetzt. Die Rotorblätter stellen sich in Betriebsstellung und die Anlage startet neu.

 

14. Welchen Umwelteinflüssen ist EnBW Baltic 1 ausgesetzt?

Wind und Witterung stellen hohe Anforderungen an die Maschinen. Bei stürmischem Wind sind die Windenergieanlagen besonders starken Kräften ausgesetzt. Deshalb schalten sie sich bei Windgeschwindigkeiten über 25 m/s (Windstärke 10) automatisch ab: Die Rotorblätter werden in Fahnenstellung gebracht, damit sie dem tosenden Wind keine Auftriebsfläche mehr entgegensetzen. Auch gegen Blitzeinschlag gibt es Vorkehrungen: An jedem Rotorblatt ist deshalb eine Blitzableiterstange nahe der Blattspitze angebracht. Durch die Monopile-Fundamentierung sind die Anlagen geerdet.

 

15. Baut die EnBW noch weitere Offshore-Windparks?

Im Frühjahr 2008 hat die EnBW vier Offshore-Windkraftprojekte in Nord- und Ostsee mit einer Gesamtleistung von rund 1200 MW erworben, die sie sukzessive bis 2015 realisieren will. Insgesamt investiert die EnBW rund drei Milliarden Euro in den Ausbau der erneuerbaren Energien. Ziel ist es, den Anteil der erneuerbaren Energien im Energiemix der EnBW auf mindestens 20 % bis zum Jahr 2020 zu erhöhen.

Kontakt

EnBW Erneuerbare Energien GmbH
Kronenstr. 26
70173 Stuttgart
Tel.-Nr: 0711-128-00
E-Mail: renewables@enbw.com

Offshore-Büro Hamburg
Admiralitätstraße 4
20459 Hamburg
Tel.-Nr: 0711-128-00
E-Mail: renewables@enbw.com