Leichter machen, 19.09.2017

Einbruchschutz – So macht ihr euer Zuhause sicher

Die dunkle Jahreszeit steht vor der Tür und damit beginnt die Hochsaison für Einbrecher. Wir haben das Thema Einbruchschutz näher beleuchtet und verraten euch wie ihr euer Zuhause schützen könnt.

Zwischen Oktober und Januar steigt die Anzahl der Einbrüche. Mittlerweile geschieht alle drei Minuten ein Einbruch in Deutschland – Tendenz steigend. Ungesicherte Fenster und Türen überwinden Einbrecher mit einem Schraubendreher in meist nur wenigen Sekunden. Daher rüsten viele Deutsche ihre vier Wände hinsichtlich Einbruchschutz auf: Die Anzahl der Deutschen, die in den nächsten ein oder zwei Jahren planen ihre Einbruchsicherung zu modernisieren hat sich von 2012 zu 2016 fast verdoppelt. Lag diese im Jahr 2012 noch bei 0,86 Millionen, so lag sie im Vergleich dazu im Jahr 2016 schon bei 1,73 Millionen.

Hierbei fällt häufig der Begriff „Smart Home“, also die Vernetzung von Haustechnik und Haushaltsgeräten. Doch auch viele Sicherheitstechniken wie die Alarmanlage, Überwachungs-kamera oder Bewegungsmelder lassen sich damit verbinden.

 

Einbruchschutz – Welche Möglichkeiten gibt es, das Zuhause zu schützen?

Zum Pflichtprogramm gehört eine mechanische Absicherung. Baut die Elektronik darauf auf, trägt dies erheblich zum Sicherheitsgefühl der Bewohner bei. Man kann also sagen:

   KLASSISCHER Einbruchschutz verhindert, MODERNER meldet.

 

KLASSISCH – Mechanische Sicherungen zum Schutz vor Einbruch nachrüsten

Einbrecher hebelt mit einem Dietrich das Fenster auf.

Polizei und Versicherungen sind sich einig: Um das Zuhause gegen Einbrüche abzusichern, ist gar nicht viel Technologie nötig. Bisher haben sich mechanische Sicherungen gut bewährt. Einbrecher geben meist schnell auf, wenn sich ihnen Hindernisse wie Türsicherungen und einbruchshemmende Fenster entgegenstellen. Wir haben eine Auswahl für euch zusammengestellt:

 

  • Panzerriegel (auch: Querriegel, Sicherheitsriegel) – Sicherheit auf kompletter Breite

Dieser stellt eine zusätzliche Sperre über die gesamte Türbreite dar und kostet den Einbrecher bei seinem Versuch Kraft und Zeit. Die Verbindung mit einem Stahlriegel hat den Vorteil, dass die Tür einen Spalt geöffnet werden kann. Stiftung Warentest hat im Test zum Thema Türsicherungen entschieden (test, 02/2016): Dabei ist mit einer Wertung von „SEHR GUT (1,4)“ der ABUS Panzerriegel PR2700 Testsieger.

  • Vertikal Stangenschloss – für zweiflügelige Türen, etwa im Altbau

Funktioniert ein Panzerriegel nicht, etwa bei Altbautüren, empfiehlt sich ein Stangenschloss. Bei Stiftung Warentest hat das econ-VSBR für rund 615 € am besten abgeschnitten. Dieses schützt sehr gut vor Einbrechern, der Montageaufwand hält sich in Grenzen und die tägliche Bedienung ist sehr einfach. Bei Altbautüren ist laut Stiftung Warentest zusätzlich eine Bandsicherung, wie die Ikon 9M08 für etwa 78 € sinnvoll.

  • Pilzkopfverriegelung (auch: Pilzkopfzapfenverriegelung, Pilzzapfenverriegelung) – schützt Fenster und Türen

Diese sichert Fenster und Terrassentüren mechanisch und erschwert somit ein Aufhebeln. Schließlich spielt der Zeitfaktor bei jedem Einbruch eine große Rolle. Es passt jedoch nicht jeder Fensterbeschlag zu jedem Fenster. Daher ist es notwendig, sehr genau zu wissen, welches Produkt das richtige ist. Um einen guten Einbruchschutz zu gewährleisten, ist die einfachste Möglichkeit, einen Fachmann zu sich nach Hause zu bestellen. Eine gute Pilzkopfverriegelung erhält man für etwa 25 % des Fensterpreises. Dabei kommt es ganz darauf an, welche Qualität und Größe gewünscht ist. Grob geschätzt erhält man für rund 200 € ein zu empfehlendes Produkt.

  • EM3 Riegel – kann problemlos nachgerüstet werden

Eine einfache Möglichkeit zum Nachrüsten des Aufhebelschutzes für Fenster und Türen ist mit dem EM3-Schutzriegel gegeben. Der Riegel lässt sich mit nur drei Schrauben einfach montieren und kostet etwa 59 € pro Stück.

  • Schutzgitter – für leicht zugängliche Fenster

Vor allem kleinere Fenster im Erdgeschoss oder im Tiefparterre sollten durch Gitter wie das winProtec Fenstergitter geschützt werden. Mit gängigem Einbruchwerkzeug sind diese nahezu unüberwindbar. Die Kosten fangen je nach Größe bei etwa 160 € an.

 

MODERN – Mehr Einbruchschutz durch Smarte Gadgets

Mann überwacht sein Zuhause per Smartphone von unterwegs.Neben den mechanischen Sicherheitsmaßnahmen kann man auch mithilfe App gesteuerter Komponenten die Thematik Einbruchschutz angehen und Smart Home Lösungen installieren, die miteinander interagieren. Dies kann insbesondere für Mieter, die keinen großen Einfluss auf bauliche Maßnahmen wie Fensterbeschläge oder Türsicherungen haben, interessant sein. Diese smarten Produkte solltet ihr kennen:

 

  • Philips Hue – das vernetzte LED Lichtsystem

Die stromsparenden Philips Hue Leuchten lassen sich mit dem Smartphone steuern. Eine Timerfunktion ermöglicht es, auch wenn niemand zuhause ist alle Lampen leuchten zu lassen. Außerdem ist ein stufenloses Dimmen möglich. Mit dem WLAN verbunden, lassen sich insgesamt bis zu 50 Leuchten per iPhone oder iPad auch von unterwegs bedienen. Auf der Website werden verschiedene Starter Kits angeboten, die preislich bei rund 80 € anfangen.

  • Netgear Arlo Pro – alles im Blick

Diese Sicherheitskamera ist an jedem Ort flexibel platzierbar. Hierbei kann entschieden werden ob kabellos (wiederaufladbare Akkus mit langer Lebensdauer) oder kabelgebunden. Die Kamera ist wetterfest und kann demnach auch im Außenbereich installiert werden. Außerdem verfügt  die Kamera über ein 130-Grad-Weitwinkelobjektiv, einen Bewegungssensor, nimmt in HD-Qualität auf und besitzt eine Nachtsichtfunktion. Mit Hilfe von Push-Benachrichtigungen wird über Bewegungen aufs Smartphone oder per Mail informiert. Außerdem kann ein Alarm ausgelöst werden und ganz einfach über das Smartphone Geräusche überwacht und Sprachanweisungen gegeben werden. So können Verbrechen verhindert werden noch bevor sie passieren. Das intelligente Netgear Arlo Pro Sicherheitssystem kann wahlweise mit einer (etwa 320 €), zwei (etwa 540 €), drei Kameras (etwa 705 €), etc. gekauft werden.

  • Magenta SmartHome – das intelligente Zuhause

Magenta SmartHome ist ein App gesteuertes Alarmsystem. Zunächst werden die Räume in unterschiedliche Alarmzonen (Warnung oder Alarm) eingeteilt. Welche Tür- bzw. Fensterkontakte und Bewegungsmelder sollen einen Alarm auslösen und welche nicht? In der App können Rollläden, Lampen, Kameras und Lautsprecher auch von unterwegs gesteuert werden, sodass der Eindruck entsteht, als sei jemand zu Hause. Die von der Kamera aufgezeichneten Bilder können in der App aufgerufen werden. Bewegungsmelder erkennen ungebetene Gäste auf dem Grundstück. Wenn ein Alarm ausgelöst wird, erhält der Besitzer eine Push-Nachricht auf das Smartphone. Das Starter Paket inkl. 24 Monate App-Nutzung erhält man für 239,99 €. Der monatliche Preis für die Nutzung der App von 9,95 € ist in den ersten zwei Jahren im Preis enthalten.

  • ABUS Funkalarmanlage Secvest – der Rundumschutz

Diese Funkalarmanlage bietet zuverlässigen Schutz vor Einbruch, Feuer, Wasser und hilft im Notfall. Mit der Secvest App für iOS und Android wird man sofort informiert, wenn ein Alarm ausgelöst wird. Per Livestream sieht man auch von unterwegs, was der Grund für den Alarm ist. Im Ernstfall kann direkt über die App Hilfe angefordert werden oder bei einem harmlosen Zwischenfall der Alarm bequem abgeschaltet werden. Außerdem kann die ABUS Funkalarmanlage Secvest um zusätzliche Komponenten erweitert und bei einem Umzug einfach mitgenommen werden. Das Basis-Set mit Funk-Alarmzentrale, Bewegungsmelder (Flächen- und Raumsicherung), Öffnungsmelder (Überwachung von Fenster und Tür), Fernbedienung, Steckernetzteil und Warnaufklebern kostet beispielsweise rund 760 €.

  • Rollladensteuerung – signalisiert ein bewohntes Zuhause

Über die gesamte Urlaubszeit geschlossene Rollläden signalisieren einem Einbrecher – hier stört niemand das kriminelle Treiben. Selbst moderne Rollläden lassen sich recht schnell aus der Führungsschiene heben. Die Schutzwirkung der meisten Rollläden tendiert daher gegen null. Bei Rollladenmotoren lässt sich eine Funksteuerung nachrüsten, ohne dass der Rohrmotor getauscht werden muss. Von Schellenberg gibt es zum Beispiel zwei passende Produkte: Schellenberg Funk-Empfangsschalter Funkempfänger für Rollladenmotoren für rund 60 € oder das Schellenberg Funk-Empfangsmodul für Rollladenmotoren und Markisenmotoren für rund 38 €. Die Produkte können über die Schellenberg Smart App gesteuert werden. Dafür wird die Schellenberg Funk-Steuerzentrale SH1 (rund 230 €) benötigt, die zudem noch viele weitere Bereiche im Haus (Heizkörper regulieren, Fenster überwachen, Licht, Steckdosen, Markisen und Garagentore) steuern kann.

  • Belkin WeMo Switch – die intelligente Steckdose

Mit der intelligenten Steckdose Belkin Wemo Switch für rund 50 € kann das eingesteckte Gerät (Lampe, Fernseher, etc.) auch von unterwegs ein- oder ausgeschaltet werden. Nach der Installation lässt sich das angesteckte Gerät nicht nur per Smartphone drahtlos steuern, es können zudem Zeitpläne für die Schaltung erstellt werden. Folglich ist es möglich ein bewohntes Zuhause zu simulieren, während man beispielsweise gerade auf der Arbeit oder im Urlaub ist.

 

Staatlich gefördert: KfW Förderung Einbruchschutz

Geld mit Taschenrechner und Stift.

Die Bankengruppe KfW fördert Maßnahmen zum Einbruchschutz staatlich. Je nach individueller Investitionshöhe erhält der Antragsteller (Privateigentümer oder Mieter) einen Zuschuss zwischen 200 € und 1500 €. Gefördert werden beispielsweise der Einbau von Sicherheitstüren und -fenstern, die Nachrüstung einbruchhemmender Türen sowie die Installation von Alarmanlagen. Mittels der in 2016 ausgereichten Förderzuschüsse konnten in rund 50.000 Wohneinheiten Maßnahmen zum Schutz vor Einbrüchen realisiert werden. Der Förderantrag kann einfach und digital über das KfW-Zuschussportal beantragt werden. Dabei bekommt man sofort Bescheid, ob der Antrag bewilligt bzw. dieser nun geprüft wird.