E-Bike gebraucht kaufen: Das solltest du beachten

Ein neues E-Bike kann zum Teil recht kostenintensiv sein. Darüber hinaus erleben die Räder mit Elektroantrieb gerade einen echten Boom und sind so gefragt, dass sie teilweise ausverkauft sind. Wem der Kaufpreis zu hoch ist und wer nicht lange auf die Lieferung eines neuen E-Bikes warten möchte, der kann ein E-Bike auch gebraucht kaufen. Damit du nicht nur Geld sparst, sondern mit dem Rad auch viel Freude hast, solltest du beim Gebrauchtkauf aber einiges beachten.

Unsere Tipps zeigen dir, worauf es beim Kauf eines gebrauchten E-Bikes  ankommt.


Das erwartet dich hier

Welches E-Bike darf es sein?

E-Bikes liegen voll im Trend. Und es gibt sie mittlerweile in vielen Varianten und Formen. Vor dem Kauf solltest du dir aber zunächst überlegen, ob du ein „echtes“ E-Bike oder lieber ein Pedelec kaufen willst.

Grundsätzlich solltest du darüber nachdenken, für welche Fahrten du das E-Bike vor allem nutzen willst, damit du das richtige Modell findest:

  • City-Bikes für kurze Wege im Stadtverkehr
  • Trekking-Bike oder E-Rennrad für Pendler und Ausflüge am Wochenende
  • Mountain-Bikes oder Crossbikes für steile Anstiege oder bergige Passagen
  • E-Lastenräder für das Fahren mit Kindern oder den Transport von Einkäufen

Die Unterschiede haben wir dir in Blogpost „Tipps für deinen E-Bike-Kauf“ schon einmal ausführlich erklärt.

Denke dran, dass du das E-Bike später regelmäßig laden musst. Bei einigen Modellen kannst du den Akku nicht entnehmen, sodass du sie nur am Stellplatz direkt aufladen kannst. Darüber hinaus solltest du beachten, dass dein E-Bike mit fest verbautem Akku im Winter nicht in der Kälte stehen sollte, um die Lebensdauer der Batterie zu verlängern. Wenn dein Fahrradkeller keinen Stromanschluss hat, brauchst du ein E-Bike mit abnehmbarem Akku.

Wie gut ist das E-Bike gepflegt?

Du hast ein Modell in der engeren Auswahl? Nimm als erstes unbedingt einen optischen Check vor. Zeigt der Rahmen Risse, größere Dellen oder ausgebesserte Stellen? Das sind schon Ausschlusskriterien. Auch solltest du immer einen Blick auf Front- und Rückleuchten werfen – funktionieren sie? Gibt es eine Klingel? Damit du das E-Bike auf der Straße bewegen darfst, muss es über Reflektoren oder einen Reflexstreifen auf dem Reifen verfügen. Ebenfalls wichtig sind:

Bremsen: Kontrolliere den Zustand der Bremszüge und überprüfe, wie stark die Bremsen greifen. Kommst du gut an die Griffe heran, sind sie leichtgängig? Die Bremsscheiben dürfen nicht verbogen und Bremsbelag sollte noch genügend vorhanden sein.

Reifen: Haben die Reifen ausreichend Profil? Risse an den Seiten deuten darauf hin, dass die Reifen nicht sonderlich gepflegt wurden oder schon zu alt sind. Hierbei kannst du dir auch gleich die Speichen ansehen: Sind sie fest im Laufrad? Zeigt sich Rost?

Kette: Überprüfe auch hier, ob die Kette durchhängt oder möglicherweise zu fest gespannt ist. Dreck und Rost an Kette und Ritzel zeigen dir an, dass der Vorbesitzer mit dem Rad nicht sonderlich pfleglich umgegangen ist.

Schaltung: Teste alle vorhandenen Gänge durch. Lassen sie sich leicht wechseln? Wenn die Schaltung hakt, muss sie später neu eingestellt werden.

Viele E-Bikes haben ein Serviceheft – so wie ein E-Auto. Im Idealfall sind darin die Termine notiert, in denen das E-Bike professionell gewartet wurde und Verschleißteile wie Reifen, Bremsen und Kette gegebenenfalls ausgetauscht wurden.

Das gebrauchte E-Bike wird beim Sichtcheck unter die Lupe genommen

Ein Sicht-Check ist unerlässlich, um herauszufinden, wie das E-Bike gepflegt wurde.

Akku-Check vornehmen

Der Akku ist wohl das wichtigste Element, das du dir bei einem gebrauchten E-Bike vor dem Kauf ansehen solltest. Auch hier verrät die Optik schon viel. Rost an den Kontakten ist ein K.O.-Kriterium, ebenso Bruchstellen am Gehäuse. Die entscheidende Frage ist jedoch, wie viel Power noch im Akku steckt. Sprich: wie viele Ladezyklen der Akku bereits durchlaufen hat.

Die Faustregel: Moderne Lithium-Ionen-Akkus halten rund 600 bis 1.000 Ladezyklen, ohne dass sie an Ladekapazität verlieren. Dabei gilt die Rechnung immer für komplette Zyklen – in der Praxis sind Teilladungen üblich, so dass auch ältere Akkus noch über eine recht hohe Lebensdauer verfügen könnten, wenn das E-Bike nur wenig genutzt wurde.

Bei privaten Verkäufern musst du dich in der Regel auf deren Angaben verlassen. Die tatsächliche Anzahl der Ladezyklen kann nur in einer Werkstatt über ein Diagnosegerät ausgelesen werden. Gewerbliche Verkäufer von gebrauchten E-Bikes können daher häufig einen entsprechenden Nachweis vorlegen.

Der Akku eines gebrauchen E-Bikes

Der Akku ist das Herzstück jedes E-Bikes. Genaue Auskunft über den Zustand kann aber nur eine Werkstatt geben.

Probefahrt machen

Wenn dir das Rad nach dem ersten Check zusagt, solltest du nun eine Probefahrt vornehmen. Stell in Ruhe die Sitzposition auf dich ein. Fühlst du dich wohl, passt die Rahmengröße? Nun teste das gebrauchte E-Bike vor dem Kauf auf Herz und Nieren: beschleunigen, abbremsen, schalten, geradeaus und Kurven fahren.

Achte auch darauf, ob das E-Bike Geräusche von sich gibt: Klappert, schnarrt oder rumpelt der E-Motor, dann ist wohl etwas nicht damit in Ordnung. Auch ein Knacken beim Antreten ist kein gutes Zeichen.

Frau fährt das gebrauchte E-Bike Probe

Eine Probefahrt gehört zum Kauf eines gebrauchten E-Bikes in jedem Fall dazu.

Elektrofahrrad kaufen – Privat oder beim Händler?

Ein gebrauchtes E-Bike von Privatanbietern zu kaufen, ist mittlerweile gar nicht mehr schwierig. Neben den üblichen Verdächtigen (ebay.de und ebay-kleinanzeigen.de) gibt es mittlerweile mehrere Online-Marktplätze, die sich auf gebrauchte E-Bikes spezialisiert haben, zum Beispiel bikesale.de und speiche24.de.

Der Vorteil von Privatanbietern: Mit etwas Geschick kannst du oft den Preis noch etwas herunterhandeln. Allerdings entfällt die gesetzliche Gewährleistungspflicht. Nützlich ist es dennoch, einen Kaufvertrag für das gebrauchte E-Bike abzuschließen. Einen Vordruck findest du zum Beispiel beim ADFC zum kostenlosen Download.

Bekannte Adressen für gewerbliche Fachhändler im Internet sind beispielsweise bikeexchange.de und rebike1.de. Die Portale haben sich aber nicht nur auf gebrauchte E-Bikes spezialisiert. Häufig findest du hier auch neue Modelle aus dem Vorjahr, die im Preis reduziert sind. Da ist ebenfalls so manches Schnäppchen möglich.

Der Vorteil des Kaufs beim Fachhändler: Der Händler stellt in der Regel sicher, dass das E-Bike gut in Schuss ist. Außerdem hast du mindestens ein Jahr lang Gewährleistung. Einige Händler geben mittlerweile sogar eine Garantie für gebrauchte E-Bikes von bis zu zwei Jahren.

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