Elektroauto-Förderung: Diese Fördermöglichkeiten gibt es

Mit dem sogenannten „Umweltbonus“ unterstützt die Bundesregierung Endverbaucher beim Kauf von Elektroautos und Plug-in-Hybriden mit einer Prämie. Um die Absatzzahlen weiter anzukurbeln, wird die E-Auto-Förderung ab 2020 ausgeweitet. Es gibt mehr Geld für Neuwagen – aber auch Käufer von gebrauchten E-Autos können jetzt einen Zuschuss bekommen.

Elektroautos sind die Fortbewegungsmittel der Zukunft – bis 2030 sollen sechs Millionen von ihnen auf Deutschlands Straßen fahren. Dafür investiert die Bundesregierung weiterhin in Forschung und Entwicklung, Verbesserung der Ladeinfrastruktur sowie in Kaufprämien und Steuervergünstigungen.


Das erwartet dich hier

Wie hoch ist die staatliche E-Auto-Förderung?

Die Prämie für neu gekaufte oder geleaste Elektroautos und Plug-in-Hybride gibt es bereits seit 2016. Ursprünglich sollte die E-Auto-Förderung 2020 enden. Im Herbst 2019 beschloss die Bundesregierung jedoch, den Umweltbonus bis zum Jahr 2025 zu verlängern. Im Rahmen des 130 Milliarden Euro schweren Corona-Konjunkturpakets soll auch der Förderbetrag noch einmal erhöht werden: Statt wie bislang 6.000 Euro sind dann sogar bis zu 9.000 Euro möglich. Dieser erhöhte Umweltbonus soll zunächst befristet bis zum 31. Dezember 2021 eingeführt werden. Wie es von Seiten des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) heißt, sollen die Beschlüsse der Koalition zur Erhöhung des Umweltbonus schnellstmöglich umgesetzt werden. Dafür muss allerdings die beihilferechtliche Genehmigung der Europäischen Kommission erneut eingeholt werden.

Infografik Überblick Umweltbonus E-Mobilität

Aufgrund der vergleichsweise geringen Nachfrage wurde der Umweltbonus zur Förderung von E-Autos verlängert.

Bei der Umsetzung des erhöhten Umweltbonus tragen der Staat und die Automobilhersteller die Förderung zukünftig zu unterschiedlichen Teilen: Bis zu 6.000 Euro könnten vom Bund kommen, weitere 3.000 Euro vom jeweiligen Hersteller. Alle Fahrzeuge, die seit dem 4. Juni 2020 zugelassen sind, sollen dann in den Genuss der höheren Prämie kommen. Die E-Auto-Förderung kann auch rückwirkend beantragt werden.

Wie hoch die staatliche Förderung für dein neues E-Auto ausfällt, hängt von zwei Kriterien ab:

  • Der Antriebsart und
  • dem Basispreis (ohne Sonderausstattungen)

Batteriebetriebene Elektroautos sowie Autos mit Brennstoffzellen erhalten einen höheren Bonus als Plug-in-Hybride. Zudem ist der Umweltbonus gestaffelt: Elektrofahrzeuge mit einem Kaufpreis von über 40.000 Euro erhalten eine geringere Fördersumme als E-Autos, die weniger kosten. Luxus-Stromer wie der Porsche Taycan werden nicht gefördert.

Antriebsart Listenpreis (netto) Förderung
Elektroauto / Brennstoffzelle unter 40.000 Euro 9.000 Euro
Elektroauto / Brennstoffzelle 40.000 bis 65.000 Euro 7.500 Euro
Plug-in-Hybrid unter 40.000 Euro 6.750 Euro
Plug-in-Hybrid 40.000 bis 65.000 Euro 5.625 Euro

Übrigens: Zusätzlich zum Umweltbonus fördert der Bund ebenfalls den Einbau eines „Acoustic Vehicle Alerting Systems“ (AVAS). Dabei handelt es sich um akustische Warnsysteme, die andere Verkehrsteilnehmer auf die besonders leisen E-Autos aufmerksam machen. Die Fördersumme beträgt 100 Euro.

Ab 2020 erstmalig: E-Auto-Förderung für Gebrauchtwagen

Neben brandneuen Elektrofahrzeugen sind ab sofort durch die Ausweitung des Umweltbonus auch „junge Gebrauchte“ förderfähig. Gebrauchte E-Autos müssen aber zum Zeitpunkt des Weiterverkaufs eine Reihe von Kriterien erfüllen, um die Förderung zu erhalten:

  • Das gebrauchte E-Auto ist frühestens seit dem 5.11.2019 zugelassen.
  • Die Laufleistung beträgt maximal 15.000 Kilometer.
  • Das E-Auto hat bislang keine staatliche Förderung erhalten (Umweltbonus in Deutschland oder vergleichbare Förderung in einem anderen EU-Staat).

Sind diese Kriterien erfüllt, sind für gebrauchte Stromer bis zu 5.000 Euro Förderung möglich. Ein gebrauchter Plug-in-Hybrid kommt immerhin auf bis zu 3.750 Euro.

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Wie erhalte ich die Förderung für mein E-Auto?

Zuständig für den Umweltbonus ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Antragsberechtigt sind:

  • Privatpersonen
  • Unternehmen
  • Unternehmen mit kommunaler Beteiligung
  • Stiftungen
  • Körperschaften
  • Vereine

Den Umweltbonus erhalten aber nur Stromer und Plug-in-Hybride, die auf der Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge des BAFA stehen. Deutsche Autohersteller wie Daimler, Volkswagen und BMW beteiligen sich am Programm, außerdem eine Vielzahl ausländischer Autobauer. Das sind beispielsweise Hyundai, Citroën, Nissan, Kia, Mitsubishi, Peugeot, Volvo, Renault, Tesla und Toyota. Die Liste für die E-Auto-Prämie wird stetig aktualisiert und erweitert. Manche Hersteller legen sogar noch einen eigenen Zuschlag auf die Prämie obendrauf, was Elektroautos zusätzlich erschwinglich macht.

Aufgepasst: Allerdings solltest du dir darüber im Klaren sein, dass du von der Förderung nur dann profitierst, wenn du dein E-Auto mindestens sechs Monate behältst.

Der Antrag erfolgt ganz einfach online beim BAFA. Das E-Auto bzw. das Hybrid-Fahrzeug muss aber bereits auf dich zugelassen sein. Im Antragsformular trägst du bestimmte Informationen zu deiner Person und dem Fahrzeug ein. Anschließend lädst du die Rechnung bzw. den Leasingvertrag sowie einen Nachweis über die Zulassung (Zulassungsbescheinigung Teil II) als Kopie hoch. Wenn du für ein gebrauchtes E-Auto die Förderung beantragst, musst du noch das Formular „Nachweispaket“ ausfüllen.

Wichtig: Auf der Rechnung bzw. dem Leasingvertrag muss der Autohändler bereits den Anteil des Herstellers am Umweltbonus berücksichtigt und vom Kaufpreis abgezogen haben.

BMW steht an einer Ladestation.

Elektroauto an einer Ladesäule – dank Umweltbonus sieht man dieses Bild immer häufiger.

Steuerliche Förderung von E-Autos

Auch in steuerlicher Hinsicht profitieren Endverbraucher. So sind batterieelektrische Fahrzeuge, die bis zum 31. Dezember 2030 erstmals zugelassen werden, zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit. Auch bei einem Halterwechsel bleibt die Steuerbefreiung bestehen – allerdings befristet auf den noch verbleibenden Zeitraum. Anschließend zahlen E-Auto-Fahrer nur den halben Satz ihrer Kfz-Steuer. Diese Regelung gilt nicht nur für neue, sondern auch für umgerüstete Elektrofahrzeuge. Hybridfahrzeuge profitieren dagegen nicht von diesen steuerlichen Vorteilen.

Die private Nutzung von Elektro-Dienstwagen mit einem Bruttolistenpreis bis 40.000 Euro, die mehr als zur Hälfte dienstlich eingesetzt werden, wird seit dem 1. Januar 2020 nur noch mit 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil besteuert. Darüber hinaus wird die Kaufpreisgrenze für elektrische Dienstwagen von 40.000 auf 60.000 Euro ab dem 1. Juli 2020 erhöht. Elektro- und Plug-in-Hybride mit einem höheren Bruttolistenpreis werden weiterhin mit 0,5 Prozent ihres Listenpreises versteuert. Zum Vergleich: Die Versteuerung eines Verbrenners ist mit einem Prozent doppelt so hoch.

Interessant für Arbeitnehmer, die mit dem E-Auto zur Arbeit kommen: Wird das Elektroauto beim Arbeitgeber aufgeladen, ist dies steuerfrei. Im Gegensatz zu anderen Arbeitgebervergünstigungen wird das Aufladen nicht als geldwerter Vorteil angesehen.

Regionale Fördermöglichkeiten für E-Autos aus Baden-Württemberg

Das Land Baden-Württemberg hat zur Förderung der Elektromobilität seit 2017 insgesamt 4,5 Millionen Euro in Form von BW-e-Gutscheinen bereitgestellt. Den Zuschuss in Höhe von 3.000 Euro (seit März 2020) können zum Beispiel Freiberufler, Unternehmen oder Kommunen erhalten. Privatpersonen sind leider nicht förderberechtigt. Voraussetzung ist, dass die E-Fahrzeuge in Baden-Württemberg zugelassen sind und auch hauptsächlich hier verkehren.

E-Auto wird auf einem Platz in der Stadt geladen.

Elektromobilität und Carsharing ergänzen sich ideal. Daher unterstützt das Land Baden-Württemberg Carsharer bei der Anschaffung von E-Antrieben.

Die Zielgruppe sind Fahrzeugflotten mit vielen täglichen Fahrten in der Stadt. Das sind insbesondere Taxibetriebe, Fahrschulen, Car-Sharing-Unternehmen sowie Pflege- und Sozialdienste. Unternehmen, aber auch Vereine oder Stiftungen dürfen die E-Auto-Förderung durch den Umweltbonus mit einem BW-e-Gutschein kombinieren.

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Unternehmen aus Baden-Württemberg, die in die Ladeinfrastruktur investieren möchten, können einen Zuschuss zu den Baukosten über das Programm Charge@BW erhalten. Das Bundesland fördert 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben (Ladeeinrichtung, Tiefbauarbeiten, Installation und Netzanschluss), bis zu einer Höchstsumme von 2.500 Euro pro Ladepunkt.

Hinweis: Auch für E-Lastenräder, Mieträder und Elektroroller sowie öffentliche Verleihsysteme für Pedelecs, E-Bikes oder Elektroroller gibt es Zuschüsse durch das Land Baden-Württemberg.

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