Kleiner Preis, große Nachfrage: Diese Elektroautos sind (zu) beliebt

Seat Mii electric, Škoda CitigoE iV und VW e-up! – wenn du dich schon einmal mit dem Thema „günstige Elektroautos“ beschäftigt hast, werden dir diese Modelle sicherlich schon begegnet sein. Vielleicht hast du sogar eines davon gekauft? In diesem Fall: Glückwunsch, denn du gehörst wahrscheinlich zu den (vorerst) letzten glücklichen Kunden, die eines dieser E-Autos ihr Eigen nennen können.

Die Nachfrage nach dem Seat Mii electric, Škoda CitigoE iV und VW e-up! ist aktuell nämlich so hoch, dass keines der Modelle mehr bestellbar ist.


Das erwartet dich hier

In den Medien ist der Umstieg vom klassischen Benziner auf ein Elektroauto schon seit Längerem präsent, doch in der Praxis scheiterte er oft am Preis: 40.000 Euro und mehr für ein neues Auto – das konnten und wollten sich viele einfach nicht leisten. Ganz zu schweigen von der begrenzten Reichweite und den noch ausbaufähigen Ladenetzen. Mittlerweile hat sich jedoch viel getan: Allein das EnBW HyperNetz bietet E-Autofahrern Zugang zum größten Landenetz in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie zu insgesamt mehr als 100.000 Ladepunkten in sechs europäischen Ländern. Und die EnBW baut das Schnelladenetz kontinuierlich weiter aus. Auch die Preise der E-Autos haben sich zum Positiven entwickelt: Die großen Autobauer bieten inzwischen fast alle günstigere Modelle an.

Das Elektroauto Seat mii electric flitzt durch die Stadt

In der Großstadt zu Hause. So inszeniert Seat den Mii electric . © 2020 SEAT

Umweltbonus sorgt für Verkaufsboom

Für einen kräftigen Nachfrageschub sorgte außerdem die staatliche Förderung, der sogenannte Umweltbonus. Ursprünglich sollte dieser Ende 2020 auslaufen. Die Corona-Krise ließ die Bundesregierung aber umdenken: Der Umweltbonus wird nicht nur bis mindestens Ende 2021 gezahlt, die Summe wurde sogar noch erhöht. Für batteriebetriebene Elektroautos sowie Autos mit Brennstoffzelle mit einem Preis von bis zu 40.000 Euro gibt es aktuell 9.000 Euro Förderung. So bekommst du ein Elektroauto wie den Seat Mii Electric, der ab etwa 20.000 Euro zu haben ist, dank der Förderung für günstige 11.000 Euro.

Seat Mii Electric, Škoda CitigoE iV und VW e-up!:
Große Nachfrage führt zu langen Lieferzeiten

Wie eingangs erwähnt, stieg dank der Prämie nicht nur die Nachfrage nach dem Seat, sondern auch nach dem VW e-up! und dem Škoda CitigoE iV. Was nach einem vollen Erfolg klingt, führt nun allerdings dazu, dass alle drei Hersteller einen Lieferstopp verhängt haben – die Produktion komme einfach nicht hinterher. Auf die Auslieferung eines VW e-up! warten Kunden aktuell bis zu 16 Monate, nicht viel besser sieht es bei den anderen Modellen aus. Škoda hat zu dem bekanntgegeben, dass nach der Lieferung der aktuell ausstehenden Bestellungen die Produktion des Škoda CitigoE iV eingestellt wird. Offenbar will sich das Unternehmen zukünftig auf größere E-Autos konzentrieren. Seat weißt seine Kunden auf der Website darauf hin, dass eine Bestellung des Seat Mii electric voraussichtlich erst wieder ab 2021 möglich ist.

Der Škoda CitigoE iV unterwegs in der Stadt

Der Škoda CitigoE iV wird zukünftig nicht mehr produziert ©2020 ŠKODA AUTO Deutschland GmbH.

Doch was macht die drei Elektroautos abgesehen vom Preis überhaupt so beliebt?

Stylish, flexibel, günstig: Das perfekte Stadtauto mit Elektroantrieb

Schaut man auf die Websites von Seat und VW – Škoda hat den CitigoE iV bereits von seiner Website entfernt – fällt auf, dass beide Anbieter ihre günstigen Elektroautos ähnlich inszenieren: stylish, funktional und damit für Großstädter genau die richtige Wahl. An Innovationen bei der Navigation, beim Fahren und beim Design hat keiner der drei Hersteller verzichtet. Auch beim Vergleich der Hard Facts werden kaum Unterschiede sichtbar:

Seat Mii electric VW e-up! CitigoE iV
Preis ab ca. 20.202 € ab 21.975 € ab 24.990 €
Reichweite bis zu 260 km bis zu 260 km bis zu 260 km
Verbrauch (kWh/100km) 12,9 12,7 12,8
Spitzengeschwindigkeit 130 km/h 130 km/h 130 km/h
Ladeleistung AC: bis 7,5 kW
DC: bis 40 kW
AC: bis 7,5 kW
DC: bis 40 kW
AC: bis 7,5 kW
DC: bis 40 kW

Bei der Entscheidung für eines der drei E-Autos werden am Ende wahrscheinlich persönliche Vorlieben hinsichtlich des Designs oder einer Marke ausschlaggebend sein. Wegen des Bestellstopps und den extrem langen Lieferzeiten ist es ohnehin fraglich, ob du überhaupt jemals vor der Qual der Wahl stehen wirst. Zum Glück gibt es aber noch verschiedene andere günstige E-Autos, die aktuell bestellbar sind.

Der kleine VW eUp

Auch VW präsentiert sein E-Auto urban © Volkswagen 2020.

Diese günstigen Elektroautos sind aktuell bestellbar

Möchtest du längere Strecken fahren, ist der Renault Zoe, das beliebteste E-Auto Deutschlands, das Modell deiner Wahl: Sensationelle 390 Kilometer sind laut Hersteller mit einer Akkuladung möglich; du bekommst ihn ab 21.900 Euro. Wenn es dir um ein optimales Fahrerlebnis in der Stadt geht, ist der wendige Smart EQ forfour vielleicht eine passende Alternative für dich. Er ist ab 21.940 Euro erhältlich. Seine maximale Reichweite beträgt allerdings nur knapp über 150 Kilometer. Wenn du mehr über diese und weitere Einsteigermodelle erfahren möchtest, empfehlen wir dir unseren Artikel „Günstige E-Autos für unter 25.000 Euro “.

Bleibt abzuwarten, wie die Autobauer zukünftig mit der stark gestiegenen Nachfrage nach Elektroautos umgehen werden. Fest steht, dass VW, Seat und Skoda vom E-Auto-Boom in 2020 schlichtweg überrascht wurden. Immerhin zeigen die Verkaufszahlen im September dieses Jahres ein Plus von 260,3 Prozent im Vergleich zum September 2019. Als Grund für den sprunghaften Anstieg ist die Innovationsprämie zu nennen, also die Verdopplung des Bundesanteils am Umweltbonus. Welchen Einfluss diese tatsächlich auf die Absatzzahlen der E-Autos hat, wird sich spätestens Ende 2021 zeigen, wenn die Innovationsprämie ausläuft.

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