Plug-In-Hybride 2020 und 2021: Spannende Modelle im Überblick

Im Hinblick auf die Verkaufs- und Zulassungszahlen war 2020 das bislang erfolgreichste Jahr für Plug-In-Hybride. Mit insgesamt 200.469 Neuzulassungen schnellte die Anzahl der Plug-In-Hybride, die auf deutschen Straßen unterwegs sind, deutlich in die Höhe. Aber welche Plug-In-Hybride waren 2020 eigentlich besonders interessant und auf welche Fahrzeuge dürfen wir uns 2021 freuen?

Im Folgenden stellen wir die unserer Meinung nach spannenden Modelle des Plug-In-Hybride des vergangenen Jahres vor und werfen einen Blick auf einige der Fahrzeuge, die 2021 auf den Markt kommen.


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Boom von Plug-In-Hybriden dank Umweltbonus

Ebenso wie reine Elektroautos boomten 2020 auch Plug-In-Hybride. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt in seiner Statistik zeigt, wurden 2020 insgesamt 527.864 Hybrid-Fahrzeuge neu zugelassen. Bei 200.469 handelte es sich dabei um Plug-In-Hybride. Was genau Hybrid-Fahrzeuge eigentlich sind, und wodurch sich Plug-In-Hybride unterscheiden, haben wir dir übrigens im Artikel „Hybridautos – Was genau ist Hybrid?“ zusammengefasst.

Zum Vergleich: Im selben Zeitraum wurden 194.163 rein batterie-betriebene Elektroautos zugelassen. Dabei waren bei den Plug-in-Hybriden vor allem SUVs gefragt. Aber auch die anderen Klassen haben nachgezogen. Als ein Grund für den Boom lässt sich mit Sicherheit der sogenannte Umweltbonus nennen, über den nicht nur Elektroautos, sondern auch Plug-In-Hybride gefördert werden. Beim Kauf eines Plug-In-Hybriden mit einem Netto-Listenpreis von unter 40.000 Euro greifen dir Staat und Hersteller mit 6.750 Euro unter die Arme. Liegt der Netto-Listenpreis zwischen 40.000 und 65.000 Euro, sind immerhin noch 5.625 Euro Förderung drin. Weitere Voraussetzungen sind, dass die jeweiligen Plug-In-Hybride eine Strecke von mindestens 40 Kilometern rein elektrisch zurücklegen können und höchstens 50 Gramm CO₂ pro Kilometer ausstoßen. Ausgenommen sind Oberklasse-Modelle ab 65.000 Euro Listenpreis, für die es keinen Zuschuss gibt.

Dazu kommen steuerliche Vorteile: Autos mit Plug-In-Hybrid werden gern als Firmenwagen genutzt, für private Fahrten muss der Halter nur noch die Hälfte der sog. „Dienstwagensteuer“ zahlen. Wer zuhause seinen Wagen an der eigenen Wallbox aufladen will, kann sich ebenfalls über einen staatlichen Zuschuss in Höhe von 900 Euro freuen.

Die Senec Wallbox in der Garage

Plug-In-Hybride können über eine Ladestation oder Wallbox extern aufgeladen werden.

Dabei stehen sowohl die Förderung als auch die steuerlichen Vorteile von Plug-In-Hybriden in der Kritik. Ziel des Umweltbonus ist nämlich eigentlich Kaufanreize für Elektrofahrzeuge zu schaffen und dadurch einen nennenswerten Beitrag zur Reduzierung der Schadstoffbelastung der Luft zu leisten. Wenn Fahrer von Plug-In-Hybriden bei Ausfahrten überwiegend auf ihren Verbrennungsmotor setzen, trägt das nicht zu diesem Ziel bei.

Dennoch gibt es auch unter den Plug-In-Hybriden Modelle, die mit einer durchaus guten Ökobilanz aufwarten können, wie der Ecotest des ADAC zeigt. Wir stellen dir interessante Modelle aus 2020 vor und werfen auch einen Blick in die Zukunft und verraten, welche Plug-In-Hybride 2021 mit guter Umweltbilanz überzeugen können.

Übrigens: Autos mit Plug-In-Hybrid-Technik gewinnen einen Teil der benötigten Energie mittels Rekuperation. In einem entsprechenden Beitrag erklären wir, wie die Technik funktioniert.

Hyundai IONIQ Plug-In-Hybrid (2020)

Ende 2019 spendierte Hyundai dem Erfolgsmodell IONIQ ein Facelift: ein neugestalteter Kühlergrill mit Wabendesign, dazu Tagfahrlicht und eine umgestaltete Heckschürze. Im Innenraum schwebt ein Touchscreen frei über der Mittelkonsole. Auch technisch hat der IONIQ zugelegt. Die Fahrassistenzsysteme wurden beispielsweise um einen adaptiven Tempomat und einen aktiven Spurassistent erweitert.

Die Mittelkonsole des Hyundai Ioniq Plug-In-Hybrid

Neu am Hyundai Ioniq Plug-In-Hybrid ist der große, frei schwebende Touchscreen in der Mittelkonsole © 2021 Hyundai

Unter der Haube bleibt indes beim Hyundai IONIQ Plug-In-Hybrid alles beim Alten. Der 1,6-Liter-Vierzylinder-Benziner kommt auf 105 PS, der E-Motor schafft 61 PS. Die gemeinsame Systemleistung aus Benzin- und E-Antrieb liegt bei 141 PS. Rein elektrisch schafft der Plug-In-Hybrid nach NEFZ-Norm bis zu 63 Kilometer. Diese vergleichsweise hohe elektrische Reichweite in Kombination mit einer hohen Energieeffizienz beschert dem Hyundai IONIQ Plug-In-Hybrid im ADAC Ecotest immerhin vier von fünf möglichen Sternen.

Dabei zeigt sich das Fahrzeug auch im Hinblick auf den Preis ökonomisch. Die Preisuntergrenze für das Auto mit Plug-In-Hybrid-Antrieb hat Hyundai auf 32.000 Euro festgesetzt. Entsprechend kannst du noch einmal den Umweltbonus in Höhe von 6.750 Euro abziehen.

Der besondere Clou: Hyundai bietet in Kooperation mit der EnBW einen Sondertarif zum Aufladen seiner elektrischen und teilelektrischen Fahrzeuge an. Damit lädst du an zahlreichen Ladepunkten von besonders günstigen Preisen!

Volvo V60 T6 Twin Engine (2020)

Beim rund 2,1 Tonnen schweren Mittelklasse-Kombi von Volvo, dem V60 T6 Twin Engine, drängt sich im ersten Moment die Vermutung auf, dass es sich eigentlich nur um einen echten Energie- und Spritfresser handeln kann. Dass dem nicht so ist, zeigt unter anderem der Test der auto motor sport. Dort wird vor allem das ausgewogene Zusammenspiel von Elektro- und Verbrennungsmotor positiv hervorgehoben. Bevor der 2-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor übernimmt, setzt der Volvo beim Anfahren ausschließlich auf den 87 PS starken Elektromotor.

Der Volvo V60 T6 vor einem Haus

Beim Volvo V60 T6 überzeugen im Hinblick auf die Klimabilanz vor allem die guten Abgaswerte (Bild: © 2021 Volvo Car Corporation)

Mit diesem sind bei entsprechend behutsamer Fahrweise immerhin bis zu 50 Kilometer rein elektrische Reichweite drin. Im Hybridmodus setzt der T6 beim Beschleunigen konsequent auf die Unterstützung des E-Motors – erst ab einer Geschwindigkeit von 170 km/h (oder bei einem leeren Akku) übernimmt der 253 PS starke Benzinmotor ohne weitere Unterstützung den Vortrieb. Bei einer sparsamen Fahrweise liegt der Verbrauch dennoch bei ansehnlichen 2,1 Litern und 14,7 kWh auf 100 Kilometern. Seine vier Sterne holt sich der Volvo V60 T6 Twin Engine im ADAC Ecotest aber vor allem durch seine sauberen Abgase und die dadurch guten Schadstoffwerte.

Im Vergleich zum Hyundai IONIQ musst du für den Volvo allerdings tiefer in die Tasche greifen: Der Volvo V60 T6 Twin Engine ist ab 54.600 Euro zu haben. Von diesem Kaufpreis kannst du noch einmal 5.625 Euro Förderung abziehen.

VW Passat GTE Plug-In-Hybrid (2020)

Zum Modelljahr 2020 hat VW den Passat GTE einem Facelift unterzogen. Die Abkürzung GTE steht für Grand Turismo Elektro, die Ähnlichkeit zum Sportwagen-Kürzel GTI ist Absicht. Das Flaggschiff unter den Dienstwagenmodellen von VW hinterlässt als Plug-In-Hybrid einen super Eindruck, und auch als Familienkutsche kann der VW Passat GTE punkten. Der Kombi hat genug Platz für Kinder, Haustiere und Gepäck in allen Größenordnungen.

Der VW Passat GTE fährt durch die Stadt

Der VW Passat GTE bietet mit rein elektrischem Antrieb eine Reichweite von bis 70 Kilometern. (Bild: © 2021 Volkswagen)

Der Passat GTE kombiniert einen 1,4-Liter-TSI-Benziner mit 156 PS und einen Elektromotor mit 115 PS, die Systemleistung liegt bei 218 PS. Damit bist du sportlich, aber immer noch recht komfortabel unterwegs. Mit rein elektrischem Antrieb kommst du theoretisch bis zu 70 Kilometer weit, in der Praxis liegt der Wert um 55 Kilometer. Der Preis für den Plug-In-Hybriden von VW beginnt bei 31.085 Euro – den Umweltbonus in Höhe von 6.750 Euro kannst du zusätzlich abziehen.

Opel Astra als Plug-In-Hybrid (2021)

Zugegeben: Ganz viel ist zum geplanten neuen Opel Astra bislang noch nicht bekannt. Wie die Auto Bild schreibt, steht offenbar aber wohl fest, dass die OPC-Version („Opel Performance Center“: Modellreihe mit gesteigerten Leistungsdaten) als Plug-In-Hybrid erscheinen wird. Da es sich dabei um die OPC-Variante handelt, ist eher nicht davon auszugehen, dass der Astra vor allem auf Sparsamkeit setzen wird. In unsere Auswahl schafft er es trotzdem, weil es sich um einen Wagen der Kompaktklasse handelt, der aus der Auswahl an SUVs und Kombis heraussticht.

Der Allradantrieb mit 300 PS Leistung soll übrigens vom SUV Grandland X stammen. Den Takt gibt voraussichtlich ein 1,6-Liter-Benzinmotor vor. Bilder vom neuen Astra gibt es bislang noch nicht. Es wird allerdings spekuliert, dass neben einer höheren Motorhaube vor allem die Front mit größerem Grill, breiteren Scheinwerfern und einer Schürze mit senkrecht laufenden Lufteinlässen das Erkennungsmerkmal der neuen Generation sein werden.

Mit einer Präsentation des neuen Astra wird im Rahmen der IAA im Herbst 2021 gerechnet. Entsprechend könnte auch der Verkauf wenig später starten. Ein Preis um die 20.000 Euro scheint realistisch.

Audi Q5 TSFI e (2021)

Im Herbst 2020 stellte Audi die neue Version des Mittelklasse-SUV Q5 vor. Der neue Q5 präsentiert sich in einem sportlichen Design mit markantem Kühlergrill. Darüber hinaus feiern die neuen digitalen OLED-Rückleuchten Weltpremiere in einem Serienwagen.

Der Audi Q5 in der Natur

Der frisch aufgehübschte Audi Q5 legt im nächsten Jahr wieder einen markanten Auftritt hin (Bild: © 2021 Audi).

Audi bietet den SUV weiterhin in gleich zwei Plug-in-Hybrid-Varianten an. Die eine (Q5 50) kommt auf 299 PS, die andere (Q5 55) auf 367 PS Systemleistung. Die kleinere Version soll bis zu 40 Kilometer rein elektrisch bewältigen, die größere bis zu 50 Kilometer. Der Plug-In-Hybrid ist noch nicht bestellbar, auch Preise sind noch nicht bekannt. Zum Vergleich: Der Q5 50 TDI mit Turbodiesel-Antrieb kostet ab Januar 2021 rund 56.000 Euro.

Peugeot 508 PSE (2021)

PSE steht für „Peugeot Sport Engineered“, die neue Performance-Abteilung des französischen Autobauers, die mit dem 508 PSE ihren Einstand feiert. Sportlicher und stärker als alle anderen Serienmodelle der Marke sollen die PSE-Varianten sein, so das erklärte Ziel. Und mit dem ersten Wurf wollen die Franzosen gleich zeigen, dass in Zukunft mit ihnen zu rechnen ist.

Der Peugeot 508 PSE

Mit dem 508 PSE bringt Peugeot sein stärkstes Serienmodell 2021 als Plug-In-Hybrid auf die Straße (Bild: © 2021 Peugeot).

Der 508 PSE ist ein Plug-In-Hybrid, der gleich drei Motoren mitbringt. Neben dem 200 PS starken Benziner gibt es einen 110-PS-E-Antrieb für die Vorderachse und eine E-Maschine mit 113 PS an der Hinterachse. Im Sportmodus steht dir die maximale Systemleistung von 360 PS zur Verfügung. Die Reichweite mit reinem E-Antrieb beträgt bis zu 42 Kilometer. Preise hat Peugeot noch nicht bekannt gegeben, sie starten voraussichtlich bei 60.000 Euro – und ermöglichen somit wohl auch eine Förderung in Höhe von 5.625 Euro.

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Fazit: Hersteller setzen bei Plug-In-Hybriden vor allem auf SUVs und große Fahrzeuge

Mit dem Hyundai IONIQ, dem Volvo V60 T6 Twin Engine und dem VW Passat GTE hatte schon das Jahr 2020 spannende Plug-In-Hybride zu bieten. Dabei setzten die Hersteller vor allem auf SUVs und größere Kombis. Dieser Trend setzt sich mit Modellen wie dem Audi Q5 TSFI e und dem Peugeot 508 PSE auch 2021 fort.

Mit dem Opel Astra zeigt sich am Horizont zwar auch ein eher kompakter Plug-In-Hybrid, kleine wendige Stadtautos mit geringem Verbrauch suchen wir in den Neuheiten 2020 und 2021 dagegen vergeblich. Der Grund, dass Hersteller vor allem auf große SUVs oder geräumige Limousinen setzen? Der Aufpreis für Akku und einen passenden Elektromotor fällt bei den großen Fahrzeugen weniger stark ins Gewicht als es bei einem günstigen Kleinwagen der Fall ist.

Insofern solltest du dir vor der Anschaffung eines Plug-In-Hybriden durchaus die Frage stellen, ob dieses Fahrzeug tatsächlich zu dir und deinen Ansprüchen passt. Wer viel in der Stadt unterwegs ist und sein Auto vor allem zum Pendeln oder Einkaufen einsetzen möchte, ist mit einem Elektroauto definitiv besser aufgehoben. Wie ein Blick auf die Elektroautos 2021 zeigt, gestaltet sich das Angebot hier wesentlich differenzierter und bietet von Kleinstwagen wie dem Citroën Ami bis hin zu E-Autos in Sportwagenmanier für jeden Geschmack die passende Motorisierung.

Darüber hinaus ist der Beitrag, den Elektroautos zur Reduzierung der Schadstoffbelastung der Luft beitragen, wesentlich größer als der von Plug-In-Hybriden.

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