Carsharing: Teilen ist das neue Besitzen

Du möchtest hin und wieder Auto fahren, brauchst aber kein eigenes Fahrzeug? Die Alternative zum Privat-Pkw: Carsharing. Du mietest flexibel ein Auto und zahlst nur, wenn du es benutzt.

Was du über Carsharing wissen musst, wo du dir auch ein Elektroauto mieten kannst und welcher Anbieter komplett auf eine E-Flotte setzt, verraten wir dir hier.


Das erwartet dich hier

Was ist Carsharing?

Carsharing ist, wenn du das Auto nicht selbst besitzt, sondern es mit anderen teilst. Damit ist aber in aller Regel kein Freundes- und Bekanntenkreis gemeint, der sich ein Auto gemeinschaftlich kauft und teilt. Stattdessen gehört das Auto einem Carsharing-Anbieter, über den du es selbstständig buchen kannst.

Wann ist Carsharing sinnvoll?

Carsharing ist vor allem dann sinnvoll, wenn du das Auto nicht so häufig benötigst. Laut Berechnungen, die der ADAC und das Verbraucher-Portal Finanztip erhoben haben, lohnt sich Carsharing, wenn du weniger als 10.000 Kilometer im Jahr bzw. 800 km im Monat fährst. Setzt du beispielsweise beim Weg zur Arbeit lieber auf dein Fahrrad und brauchst das Auto vor allem, um größere Einkäufe nach Hause zu transportieren oder am Wochenende die Verwandtschaft zu besuchen, ist Carsharing mit Sicherheit das wirtschaftlich sinnvollere Konzept für dich.

Wer kein eigenes Auto hat, aber gelegentlich eines braucht, kann sich über Carsharing ein Fahrzeug buchen.

Welche Formen des Carsharings gibt es in Deutschland?

Grundsätzlich wird beim Carsharing zwischen drei verschiedenen Formen unterschieden, die wir dir im Folgenden vorstellen.
  • Stationsbasiertes Carsharing: Die Autos stehen auf einem festen Parkplatz. Hier holst du das Auto ab und bringst es am Ende deiner Fahrt wieder hierher zurück. Meist kannst du ein Auto mehrere Tage oder gar Wochen im Voraus buchen. Diese Form gibt es in vielen Städten, darunter auch mittelgroße und kleine. Die Anzahl der Fahrzeuge ist häufig sehr beschränkt. Im Gegensatz zur klassischen Autovermietung ist das Tanken auch beim stationsbasierten Carsharing inklusive und der Kraftstoffverbrauch im Mietpreis enthalten. Anstatt stets einen individuellen Mietvertrag abzuschließen, meldest du dich einmalig beim jeweiligen Anbieter an und kannst das Fahrzeug in aller Regel zu jeder Tages- und Uhrzeit und unabhängig von einem Mitarbeiter des Anbieters abholen.
  • Free-Floating-Carsharing: Die Autos stehen frei geparkt am Straßenrand, in einem fest definierten Radius innerhalb der Stadt verteilt. Wenn du ein Auto benötigst, ortest du das nächste Fahrzeug über die App und buchst es dann. Diese Form des Carsharings findest du mittlerweile in den meisten Großstädten. Lange Zeit im Voraus zu reservieren ist in der Regel nicht möglich. Allerdings kannst du dir ein Fahrzeug oftmals für einen Zeitraum von einigen Minuten vormerken, wenn zum Beispiel der Weg zum Auto einmal länger sein sollte.
  • Kombinierte Angebote: Das sind Anbieter, die sowohl stationsbasierte als auch Free-Floating-Fahrzeuge vermieten. Allerdings gibt es derzeit nur Angebote für eine Handvoll Städte, etwa Frankfurt am Main (book-n-drive), Mannheim und Heidelberg (beide stadtmobil).

Daneben gibt es noch zwei Sonderformen: Teilt eine Privatperson ihr Auto über eine Vermittlungsplattform, spricht man vom Peer-to-Peer-Carsharing. Anbieter sind beispielsweise Getaround oder Snappcar. Eine andere Form ist das RideSharing. Hierbei sucht der Fahrer eines privaten Pkws für einzelne Fahrten Mitfahrgelegenheiten. Der in Deutschland wohl bekannteste RideSharing-Anbieter ist BlaBlaCar. Die Verfügbarkeit von Fahrzeugen/Routen und die Rahmenbedingungen unterscheiden sich hierbei aber gegenüber regulärem Carsharing.

Welche Carsharing-Anbieter gibt es?

Aktuell gibt es rund 226 Carsharing-Anbieter, die an 840 Orten ihre Autos zur Verfügung stellen. Während stationsbasierte Angebote sich sogar im ländlichen Raum finden, konzentrieren sich die Free-Floating-Angebote auf die großen Städte. Mittlerweile nutzen 2,29 Millionen registrierte Kunden Carsharing in Deutschland. Laut Bundesverband CarSharing (bcs) sind die größten Carsharing-Anbieter:

Stationsbasiert Free-Floating
Stadtmobil ShareNow (car2go / Drivenow)
Cambio SIXTShare
teilAuto WeShare
Book-n-drive Miles
DB Connect (Flinkster) Book-n-drive

 

In einem weiteren Artikel haben wir dir übrigens eine Übersicht über Carsharing-Anbieter in Baden-Württemberg zusammengestellt.

Erhalte ich beim Carsharing auch Elektroautos?

Viele Carsharing-Anbieter haben im Laufe der letzten Jahre ihre Fahrzeugflotte um Elektroautos erweitert. Je nach Anbieter kannst du dir beim „E-Carsharing“ vom kleinen City-Flitzer bis zur Premium-Limousine deinen persönlichen E-Traumwagen buchen: zum Beispiel BMW i3, Jaguar I-PACE, Tesla Model 3, Renault ZOE oder Smart Electric Drive. Mit WeShare (Volkswagen) gibt es einen prominenten Vertreter, der Carsharing ausschließlich mit E-Autos (e-Golf, ID.3) anbietet. So hast du über Carsharing die Möglichkeit, erste Schritte in Richtung E-Mobilität zu gehen. Du kannst ohne großen finanziellen Aufwand ausprobieren, wie sich E-Autos fahren und beim Ausprobieren verschiedener Fahrzeuge für dich entscheiden, welcher Stromer der passende für dich ist.

E-Auto des Carsharinganbieter WeShare wird an Ladesäule geladen

WeShare (Volkswagen) ist einer der ersten Anbieter, die Carsharing ausschließlich mit E-Autos ermöglichen.

twist: Carsharing-Anbieter für E-Autos und E-Roller

Wie das Carsharing der Zukunft aussehen kann, zeigt twist – ein EnBW-Start-up. Der stationsbasierte Carsharing-Anbieter bringt E-Mobilität in Form von E-Autos und E-Rollern in den ländlichen Raum. Nachdem du dich für den Service registriert hast, kannst du über die dazugehörige App entweder ein E-Auto oder einen E-Roller mieten. Eine Übersichtskarte zeigt dir an, welche Fahrzeuge in deiner Nähe zur Verfügung stehen. Diese kannst du entweder sofort mieten oder aber im Voraus reservieren. Über twist erhältst du ein E-Auto ab 5,85 Euro pro Stunde. Ein E-Roller kostet 10 Cent pro Minute. Im Anschluss an die Nutzung deines E-Fahrzeugs bringst du dieses wieder zu seiner Heimatstation zurück und beendest die Miete über die App. Aktuell befindet sich twist noch in der Entwicklungsphase und ist in der Stadt Ehingen im Südosten Baden-Württembergs verfügbar. Der Dienst soll aber stetig weiter ausgebaut werden und in zahlreichen weiteren (ländliche) Gemeinden angeboten werden.

Wie läuft Carsharing ab?

Du schließt mit dem Carsharing-Anbieter einen sogenannten Rahmenvertrag ab. Dazu richtest du dir ein Kundenkonto ein, in dem deine persönlichen Daten hinterlegt sind. Nach Bestätigung deiner Identität und einer Überprüfung deines Führerscheins – zum Beispiel per App, per Video-Chat oder in einer Postfiliale – bekommst du häufig eine Kundenkarte zugeschickt.

Über die App, die Internet-Seite oder über die Telefon-Hotline des Carsharing-Anbieters buchst du das Auto. Dabei kannst du entweder spontan ein verfügbares Auto auswählen oder dir ein freies Fahrzeug für einen späteren Zeitpunkt reservieren. Dann wird dir mitunter sogar das Auto auch zum gewünschten Standort gebracht.

Mit der Kundenkarte öffnest du das gebuchte Auto. Viele Carsharing-Anbieter verzichten auf die Karten – bei ihnen erfolgt das Öffnen und Schließen direkt per App. Der Autoschlüssel befindet sich meist im Fahrzeug. Bei Autos, die an festen Plätzen abzuholen sind, gibt es meist Schlüsseltresore. Sie befinden sich dann direkt neben dem Auto, den Code hast du mit deiner Buchung erhalten.

Freies Auto per App orten, einsteigen, losfahren – Carsharing kann so einfach sein.

Am Ende deiner Fahrt stellst du das Auto entweder am Straßenrand ab oder fährst es zurück zur Carsharing-Station. Du schließt es ab und erhältst anschließend meist schon per E-Mail die Rechnung. Der Betrag wird dann von deinem Konto (Girokonto, Kreditkarte, Paypal / Paydirekt etc.) abgebucht.

Welche Kosten entstehen beim Carsharing?

Für die bloße Anmeldung oder Registrierung entstehen beim Carsharing noch keine Kosten. Du bezahlst nur für die tatsächliche Nutzung des Fahrzeugs. Meistens wird nach Zeit (Preis pro Minute oder Stunde) abgerechnet. Bei vielen Anbietern gibt es auch Pauschalsätze für ganze Tage oder das Wochenende.

Eine Stunde Kleinwagen beim stationsbasierten Carsharing kostet zwischen 5 und 10 Euro, bei Free-Floating-Anbietern sind es eher zwischen 12 und 20 Euro. Bei einigen Anbieter erhältst du günstigere Minutenpreise, wenn du eine monatliche Grundgebühr zahlst (wie bei einem Abo). Auch die Größe des Fahrzeugs spielt eine Rolle. Die Minutenpreise reichen beispielsweise von 9 Cent für einen City-Flitzer bis zu 29 Cent für eine Mittelklasse-Limousine.

Ein großer Vorteil des Carsharings besteht darin, dass alle Kosten im Fahrpreis enthalten sind:

  • Benzin / Strom
  • Versicherung
  • Autopflege / Reinigung
  • Werkstatt / Inspektion / TÜV (Hauptuntersuchung)
  • Reifenwechsel
  • Sonstiges

Bei einigen Carsharing-Anbietern kannst du Guthaben verdienen: Wenn du das Auto an der Tankstelle auftankst oder an einer Ladestation auflädst, erhältst du einen Bonus von ein paar Euro. Dieser wird dir auf dein Kundenkonto gutgeschrieben.

Aber Achtung: Wenn du das Auto verschmutzt hinterlässt oder an einem unerlaubten Ort abstellst, musst du entsprechende Strafen zahlen.

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Wer haftet bei Unfällen?

Last but not least stellt sich die Frage, wer im Falle eines Unfalls eigentlich für den Schaden aufkommt. Grundsätzlich gilt dabei, dass wie bei der klassischen Autovermietung auch Carsharing-Fahrzeuge rundum versichert sind. So ist bei allen großen Anbietern sowohl eine Haftpflicht- als auch eine Kaskoversicherung (Teil- oder Vollkasko) bereits im gezahlten Mietpreis enthalten. Die Kaskoversicherung deckt wie bei einem privaten Kfz auch Schäden am Auto ab, zum Beispiel durch Brand oder Diebstahl. Die Kfz-Haftpflichtversicherung kommt dagegen für Schäden an Dritten auf, die ggf. während des Gebrauchs des Fahrzeugs entstanden sind.

Kommt es zum Unfall, springt also auch die Versicherung ein. In Ausnahmefällen kann die Versicherungsleistung aber auch gekürzt werden. Zu diesen Ausnahmen zählen etwa Fahren unter Drogeneinfluss, Fahruntauglichkeit durch Alkohol oder Vorsatz. Allerdings kommen in aller Regel trotzdem Kosten in Form einer Selbstbeteiligung auf dich als Mieter zu. Diese unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter und liegt zwischen 350 Euro und 1.500 Euro. Oftmals kannst du ein zusätzliches Sicherheitspaket dazu buchen, um die Selbstbeteiligung zu reduzieren.

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