E-Auto-Verkaufszahlen in Europa: Stromer auf dem Vormarsch

Die Mobilität, wie wir sie kennen, erlebt aktuell den größten Umbruch des Jahrtausends. Die lange etablierten Benzin- und Diesel-Motoren weichen nach und nach der Elektro-Alternative – und das ist kein ausschließlich deutscher Trend. Aber wie sehen die Verkaufszahlen für E-Autos in Europa konkret aus?

Wir fassen zusammen.


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Für den Klimaschutz: E-Auto-Verkaufszahlen steigen in Europa

Wer nach den Gründen für den Wandel in der Mobilität fragt, wird schnell fündig: Der Klimaschutz spielt mittlerweile in allen Lebensbereichen eine große Rolle. Und das Thema Nachhaltigkeit ist keineswegs nur in Deutschland zunehmend allgegenwärtig. Entsprechend ist es nur eine Frage der Zeit, dass sich Alternativen für die bislang geläufigen Verbrennungsmotoren etablieren. Der Umstieg auf emissionsarme und -freie Fortbewegungsmittel ist eine wichtige Maßnahme, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.

In Deutschland sind Elektroautos bereits seit längerem auf dem Vormarsch. 2020 feierten sie unter anderem wegen der verlängerten und erhöhten Förderung von bis zu 9.000 Euro ihr bislang erfolgreichstes Jahr. Das wird vor allem durch die Verkaufs- und Zulassungszahlen deutlich, die 2020 in die Höhe schnellten. Eine überaus positive Entwicklung. Aber wie steht Deutschland beim Thema E-Mobilität eigentlich im europäischen Vergleich da?

Kleine Geschichte der E-Mobilität

Wer über die Anfänge der Elektromobilität spricht, denkt zunächst wahrscheinlich an Tesla. Tatsächlich war es das US-amerikanische Unternehmen, das E-Mobilität in unserer modernen Gesellschaft etabliert hat. Das erste E-Auto weltweit wurde allerdings in Deutschland entwickelt. Die Coburger Maschinenfabrik A. Flocken baute bereits 1888 den weltweit ersten elektrisch betriebenen Personenkraftwagen: den Flocken.

Bis 1910 etwa hielt die Begeisterung für E-Autos an. Dann wurde der Anlasser entwickelt, der den Startvorgang eines mit Benzin betriebenen Autos ungemein vereinfachte. E-Autos, die bis dato noch per Kurbel gestartet werden mussten, hatten das Nachsehen. Die deutlich höhere Reichweite und das zu diesem Zeitpunkt günstige Benzin taten ihr Übriges. Und so spielten E-Autos ab etwa 1920 keine ernstzunehmende Rolle mehr – bis Tesla schließlich im Jahr 2009 das Tesla Model S vorstellte.

E-Auto wird in Parkhaus geladen

Die Elektromobilität ist weltweit auf dem Vormarsch: Die Verkaufszahlen steigen und der Ausbau der Infrastruktur geht voran (Bild: © EnBW).

Norwegen ist Spitzenreiter in der E-Mobilität

Der sogenannte EV Readiness Index von LeasePlan ermittelt, in welchen der 22 europäischen Ländern die Bedingungen für den Kauf eines E-Autos besonders günstig sind. Ausschlaggebend sind etwa Faktoren wie die Größe des dortigen E-Auto-Marktes, die vorhandene Ladeinfrastruktur oder die Kosten für den Betrieb der E-Fahrzeuge. Dabei zeigte sich bis vor Kurzem, dass viele Länder im Hinblick auf die Ladeinfrastruktur noch Nachholbedarf haben.

Um dem entgegenzuwirken, wurden im Jahr 2020 europaweit mehr als 260.000 Ladestationen gebaut – die meisten in den Niederlanden (etwa 61.000), in Frankreich (etwa 45.000) und in Deutschland (etwa 43.000).

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HyperNetz der EnBW: Das Netz der Ladestationen wächst weiter

Das Ladenetz in Deutschland wächst auch dank der EnBW: Unser HyperNetz umfasst bereits über 150.000 Ladestationen. Damit weist das EnBW HyperNetz die beste Ladenetzabdeckung in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf. Ladesäulen in deiner Nähe findest du bequem über die EnBW mobiliy+ App. Dort siehst du auch Ladestationen anderer Anbieter, damit du zielsicher den kürzesten Weg zur nächsten Stromladung ansteuern kannst.

Auf Platz 1 des EV Readiness Index stehen die Norweger, dicht gefolgt von den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich. Dahinter folgen Luxemburg, Schweden, Österreich und schließlich Deutschland. Die osteuropäischen Länder wie Polen, Rumänien, Slowakei und Tschechien sind die Schlusslichter im Europa-Ranking der E-Mobilität.

E-Auto in Norwegen

Norwegen ist Spitzenreiter in Sachen E-Mobilität: Im Jahr 2020 lag der Marktanteil von E-Autos dort bei 71,83 Prozent.

Staatliche Anreize fördern Neuzulassungen von E-Autos

Die E-Mobilität profitiert europaweit besonders von staatlichen Anreizen: In den meisten Ländern zahlen E-Auto-Besitzer entweder weniger Steuern oder zum Teil gar keine Steuern für ihr Fahrzeug. Neben Steuererleichterungen erhalten sie oftmals zusätzlich Kaufprämien. Und nicht nur in der Anschaffung wird das Elektroauto dadurch für viele erschwinglich: Auch der gefahrene Kilometer kostet im Schnitt nur halb so viel wie der eines Verbrenners.

Der Marktanteil von E-Autos lag in Norwegen im vergangenen Jahr bei 71,83 Prozent – beim Zweitplatzierten, Schweden, sind es nur 30,81 Prozent. Die norwegische Regierung erhebt auf die Verkäufe von Elektroautos mit Batterie weder Mehrwertsteuer noch Zulassungsgebühren und die Kfz-Steuer ist niedriger als bei Verbrennern: Ein großer Kaufanreiz. In den Niederlanden gibt es dafür 1,6 Ladestationen pro zugelassenes Auto: Bestwert.

EnBW Ladesäule

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur macht in allen europäischen Ländern gute Fortschritte (Bild: © EnBW).

Neuzulassungen von Elektroautos (ohne Hybridautos) im Jahr 2020 im Vergleich:

  • Deutschland: 204.492
  • Frankreich: 110.874
  • Vereinigtes Königreich: 108.888
  • Italien: 59.946
  • Schweden: 56.559

In totalen Zahlen kann sich Deutschland aber sehen lassen: Mit insgesamt 204.492 neu zugelassenen E-Fahrzeugen 2020 ist Deutschland Spitzenreiter. Hierzulande gibt es zwar die genannten Kaufprämien und Steuervorteile, Vorteile bei Zulassung und Mehrwertsteuer gibt es dagegen nicht. Die Kosten für einen gefahrenen Kilometer mit dem E-Auto sind im Vergleich mit einem Verbrenner in Deutschland durchschnittlich 22 Prozent geringer. Die tatsächliche Ersparnis auf einen Kilometer zu bestimmen, ist jedoch komplex, wie der ADAC im Kostenvergleich Elektro anhand konkreter Beispiele vorrechnet.

Weitere Beispiele für Kaufanreize aus anderen Ländern:

  • In Österreich entfallen die Steuern für rein elektrische betriebene Fahrzeuge komplett (Zulassungs- und Eigentumssteuer), außerdem gibt es Vorteile bei der Mehrwertsteuer, wenn der Kaufpreis unter 80.000 Euro liegt.
  • Bis zu 6.000 Euro Kaufprämie können sich alle freuen, die in Frankreich ein E-Auto erwerben. Zusätzlich gibt es steuerliche Anreize – die Zulassungsgebühren entfallen teilweise ganz.
  • Kaufprämien und der Wegfall jeglicher Steuerzahlungen sowie kostenloses Parken auf öffentlichen Plätzen machen Autofahrern in Ungarn den Umstieg auf Elektrowagen schmackhaft.
  • In Italien erhöht sich die Förderung vom Staat auf bis zu 6.000 Euro, wenn zusätzlich ein alter Verbrenner abgewrackt wird. Zusätzlich sind die ersten fünf Jahre nach Zulassung steuerfrei, danach gibt es dauerhaft Ermäßigungen für E-Autos.

Übrigens, auch in Kanada werden seit 2019 Käufe von E-Autos gefördert: Mit bis zu 3.800 US-Dollar. Zusätzlich gibt es in einigen Provinzen regionale Förderprogramme.

Welche Modelle und Marken sind besonders beliebt?

Das in den ersten vier Monaten 2021 in Europa beliebteste E-Auto ist das Tesla Model 3 mit 32.444 Verkäufen. Auf Platz 2 folgt der VW ID.3 mit 17.703 verkauften Modellen. Auf den Plätzen drei bis fünf folgen der Volvo XC40 (16.870 Verkäufe, der Renault Zoe (16.659 Verkäufe) und der Hyundai Kona EV (14.394 Verkäufe). Auf den Plätzen 6 und 8 stehen mit dem BMW 330e (13.799 Verkäufe) und dem VW ID.4 (13.346 Verkäufe) zwei weitere Modelle aus deutscher Produktion.

VW ID.3

Die deutschen Autohersteller holen im internationalen Vergleich in puncto Neuzulassungen allmählich auf: Unter anderem mit dem VW ID.3 (Bild: © Volkswagen).

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Fazit: E-Mobilität gewinnt international an Bedeutung

Skandinavien und die Benelux-Länder weisen aktuell die höchste Bereitschaft für die E-Mobilität auf. Sie haben beispielsweise beim Ausbau des Ladenetzes bereits viel investiert und E-Autos haben hier einen wachsenden Marktanteil: Doch Deutschland und Frankreich sind ihnen dicht auf den Fersen. Die osteuropäischen Länder tun sich mit dem Umstieg auf die Elektromobilität dagegen noch schwer. In den meisten verglichenen Ländern zeigt sich jedoch eine immer weiterwachsende Begeisterung für die E-Mobilität. Zudem legen weltweit immer mehr Länder fest, bis wann sie keine Verbrenner mehr zulassen möchten: 2025 will Norwegen vorlegen, während 2035 unter anderem in diversen US-Bundesstaaten, Thailand, Großbritannien und Mallorca (für Diesel-Fahrzeuge bereits ab 2025) ausschließlich Elektrofahrzeuge erhältlich sein sollen.

Die EnBW bringt die E-Mobilität mit dem Ausbau des Schnellladenetzes in Deutschland und Österreich deutlich voran. Jedes Jahr investieren wir rund 100 Millionen Euro in den Ausbau der Schnellladeinfrastruktur. Unser Ziel: Bis 2025 insgesamt 2.500 Schnellladestandorte zu betreiben. Damit stellen wir die Weichen für den wachsenden Bedarf an Lademöglichkeiten an Autobahnen und Schnellverbindungsstraßen, im urbanen Raum und dort, wo E-Fahrzeuge sowieso stehen wie z. B. beim Einkaufen.

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