E-Mobilität während und nach Corona: Wie sieht die Zukunft aus?

Die Coronakrise stellt auch die Autohersteller vor große Herausforderungen. Wie gehen Volkswagen, Daimler, BMW und Co. mit der aktuellen Situation um – und was bedeutet diese Krise für die E-Mobilität? Wir werfen einen Blick auf die deutsche Automobilindustrie.

Das Coronavirus hat Deutschland fest im Griff: Schulen und Kitas sind geschlossen, Veranstaltungen abgesagt, viele Mitarbeiter arbeiten im Home-Office. Auch der Verkehr auf der Straße beschränkt sich auf das Notwendigste: Während die Laster weiter rollen, setzen sich die meisten von uns höchstens noch ins Auto, um in den Supermarkt oder den Baumarkt zu fahren. Wie reagiert die Autoindustrie auf diese Situation? Und was bedeutet das für die E-Mobilität?


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Geringere E-Mobilität in Zeiten von Corona

Wie wenig im Moment geladen wird, zeigen unter anderem aktuelle Zahlen von Cirrantic. Das Münchner Start-up betreibt den „Charging Radar“, der bundesweit über 38.000 öffentliche Stromtankstellen erfasst. Wie das Elektromobilitätsmagazin Edison berichtet, registriert Cirrantic derzeit 60 Prozent weniger Ladevorgänge als vor Ausbruch der Coronakrise. An Schnelladestationen, die sich entlang der Autobahnen an Rasthöfen und Parkplätzen befinden, beträgt das Minus 70 Prozent – eine Auswirkung der Reisebeschränkungen, die die Länder seit März verhängt haben. Und dem empfohlenem Social Distancing.

Trotz Verkaufseinbruch bei Neuwägen: E-Autos verzeichnen Zuwachs

In einem anderen Bereich zeigt die Krise ebenfalls signifikante Auswirkungen. Ob Audi oder Volkswagen, BMW, Daimler oder Opel, ob Fiat, Ford oder Ferrari: In allen europäischen Autowerken ruhte die Produktion für einige Wochen. Einerseits, um die Mitarbeiter vor Ort vor einer Ansteckung zu schützen. Andererseits war die Nachfrage nach Neuwagen eher gering; auch weil die Autohäuser zeitweise geschlossen waren.

Und so erlebt die Automobilindustrie gerade einen der größten Einbrüche in ihrer Geschichte. Schon im Februar zeigten sich erste Einbußen, im März folgte dann der Absturz. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging die Zahl der privaten Neuzulassungen um 37,7 Prozent zurück, meldete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Gewerbliche Neuzulassungen verzeichneten ein Minus von 39,6 Prozent. Das traurige Fazit des KBA: Im ersten Quartal 2020 wurden rund 20 Prozent weniger Neuwagen verkauft als im Jahr zuvor.

Der Hof der Autoverkäufer ist voll mit Neuwägen

Viele Autobauer kämpfen derzeit mit Absatzproblemen.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer kommt aus dem Bereich der Elektromobilität. Denn entgegen dem allgemeinen Trend verzeichneten Elektroautos im vergangenen Monat einen starken Zuwachs. In der KBA-Statistik legten batteriebetriebene Fahrzeuge gegenüber dem Vorjahresmonat um 56,1 Prozent zu, Hybrid-Autos um 62,0 Prozent. Bei Plug-in-Hybriden verdreifachten sich sogar die Zulassungszahlen (+207,9 Prozent). Nach dem leichten Rückgang der Neuzulassungen von E-Autos im Februar könnte der Anstieg auf Nachholeffekte sowie die Erhöhung der E-Auto-Prämie zurückzuführen sein.

Autobauer halten an CO2-Flottenzielen fest

Das stimmt zuversichtlich, denn 2021 treten auch die strengen CO2-Flottenziele der EU-Kommission in Kraft. Neufahrzeuge dürfen dann im Durchschnitt aller verkauften Fahrzeuge eines Herstellers nicht mehr als 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen. Überschreiten sie den Grenzwert, drohen den Autobauern hohe Strafzahlungen. Erste Stimmen wurden bereits laut, die eine Aufweichung bzw. eine Verschiebung der Vorgaben fordern. Der Automobilverband ACEA (European Automobile Manufacturers’ Association) appellierte Ende März in einem offenen Brief an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, angesichts der wirtschaftlichen Probleme die strengen CO2-Vorschriften zu lockern.

Deutsche Autobauer wie BMW, Daimler und Volkswagen distanzierten sich aber vom Vorstoß des Verbandes. Sie sprechen sich für eine Beibehaltung der Grenzwerte aus und gehen davon aus, dass sie diese nächstes Jahr auch erreichen können. Aus diesem Grund verfolgen VW und Daimler den eingeschlagenen Kurs weiter und halten an den neuen Modellen für 2020 fest. VW will weiterhin ab Sommer den ID.3 einführen, im kommenden Jahr folgt der Elektro-SUV ID.4. Auch Daimler steht zu den bereits veröffentlichten Plänen und will ab 2021 den Mercedes EQS als Elektroalternative zur Verbrenner-betriebenen S-Klasse anbieten. Auch die Einführung der beiden Stromer EQA und EQB (in der A- bzw. B-Klasse) ist anscheinend nicht gefährdet.

Ein E-Auto wird an einer Ladestation aufgeladen.

Unterwegs laden? Kein Problem!

Ladeinfrastruktur funktioniert weiterhin und wächst weiter

Trotz Coronakrise funktioniert die Ladeinfrastruktur weiterhin tadellos – auch bei der EnBW im größten Ladenetz in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Du kannst also problemlos und sicher nicht nur an unseren „Stromtankstellen“ dein E-Auto laden. Als Betreiber kritischer Infrastruktur sind wir gut auf Krisen vorbereitet, viele Störungen an unseren eigenen Ladestationen können von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Homeoffice behoben werden. Auch die mobility+ App, mit der du Zugang zu insgesamt 40.000 Ladepunkten in ganz Deutschland hast, funktioniert wie gewohnt. Zudem arbeiten wir mit Hochdruck daran, auch während der Corona-Zeit neue Infrastruktur aufzubauen und in Betrieb zu nehmen, solange es die aktuellen Gegebenheiten zulassen und unsere Kollege*innen und Dienstleister die geltenden Hygienemaßnahmen einhalten können.

Der Alleskönner der E-Mobilität?

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