Warum es sich lohnt, ein Elektroauto zu kaufen

Sind E-Autos wirklich teurer als Autos mit Verbrennungsmotoren? Der Vergleich ist gar nicht so einfach. Wir versuchen es trotzdem und schauen ganz genau hin: Preise, laufende Kosten, Förderungen. Außerdem geben wir Tipps, die bei der Kaufentscheidung unterstützen.

Es ist nicht unbedingt die beste Zeit, sich ein Auto zu kaufen  zumindest, wenn ein Verbrennungsmotor unter der Haube sitzt. Die Ausläufer des Dieselskandals werden langsam auch in Deutschland spürbar: erste Fahrverbote sind schon in Kraft getreten, die Unsicherheit wächst und mit ihr die Sympathie für die elektrische Alternative. E-Autos werden immer mehr zur ernsthaften Konkurrenz für Diesel und Benziner, auch preislich.

Anschaffungspreis ist nicht gleich Anschaffungspreis

Berechnung von KostenersparnissenWenn man sich die Anschaffungspreise ansieht, muss man sagen: Ja, E-Autos sind teurer. Aber erstens: nicht mehr lange. Und zweitens: der Unterschied ist heute schon relativ gering. Ein Vergleich hilft, um das zu verdeutlichen. Nehmen wir zum Beispiel einen soliden Mittelklassewagen wie den Hyundai i30 1.0 T-GDI. Ein Familienauto mit 88 kW. Der Preis liegt für dieses Modell bei ca. 29.000 Euro. Ungefähr 36.000 Euro bezahlt man, wenn man bei Hyundai die elektrische Alternative fahren möchte: den Hyundai Ioniq Elektro, ebenfalls mit 88 kW. Der Preisunterschied beträgt ca. 7.000 Euro. Ganz schön viel auf den ersten Blick. Und auf den zweiten?

Als Autokäufer muss man heute einen entscheidenden Faktor berücksichtigen: den Staat. Die Bundesregierung möchte gerne mehr E-Autos auf den Straßen sehen. Und dafür tut sie auch etwas. Jeder Käufer eines Elektroautos erhält eine sogenannte Umweltprämie, die bis zu 4.000 Euro betragen kann. Dabei trägt eine Hälfte der Staat und die andere Hälfte der Automobilhersteller. Somit würde der Preisunterschied bei unserem Beispiel von 7.000 Euro auf 3.000 Euro schrumpfen. Weitere Informationen zum Sparen beim Kauf eines E-Autos findest du in unserem Beitrag über Möglichkeiten der Förderung von E-Autos. Wenn dir der Preis immer noch zu hoch ist, dann lohnt vielleicht ein Blick in die nahe Zukunft.

Berater von McKinsey und Marktforscher von Bloomberg New Energy Finance prognostizieren, dass E-Autos ab dem Jahr 2025 weniger kosten werden als Autos mit Verbrennungsmotor. Der Grund: Lithium-Ionen-Batterien werden in den nächsten Jahren immer günstiger – und damit auch die Fahrzeuge, in denen sie stecken. Denn die Kosten für die Akkus machen aktuell bis zu 37 % des Gesamtpreises aus.

 Anteil der Batteriekosten am Gesamtpreis eines Elektroautos

Wer nicht so lange warten will, sollte jetzt weiterlesen. Denn der Kaufpreis ist ein wichtiges aber nicht das einzige Kriterium bei der Entscheidung für ein neues Auto. Vor allem, wenn man vorhat, das Fahrzeug mehrere Jahre zu fahren. Langfristig gesehen spielen die Betriebskosten eine ganz entscheidende Rolle.

Nebenkosten, ja. Nebensächlich, nein.

Elektroautos sind fahrende Steueroasen. Heißt konkret: Käufer von E-Autos bezahlen keine Kfz-Steuer. Und das 10 Jahre lang. Diese Ersparnis sollte man in seine Entscheidung unbedingt mit einbeziehen. Müsste man in unserem Vergleich für den Hyundai i30 jährlich etwa 160 Euro an Steuern entrichten, wären das für den Hyundai Ioniq genau 0 Euro. Auf 10 Jahre gerechnet eine Ersparnis von 1.660 Euro. Der Preisunterschied zwischen Verbrenner und E-Auto schrumpft damit auf 1.340 Euro (3.000 Euro – 1.660 Euro). Gibt es weitere Einsparpotenziale?

Schauen wir auf den Verbrauch: Der Hyundai Ioniq Elektro verbraucht Strom für 0,049 Cent pro Kilometer. Beim Benziner sind es 0,0514 Cent pro Kilometer für Kraftstoff. Gehen wir nun davon aus, dass man in einem Jahr ca. 11.000 Kilometer zurücklegt. Dann würde der Benziner 565,40 Euro pro Jahr kosten. Die E-Variante des Hyundai hingegen 539 Euro. Aber auch nur dann, wenn man jedes Aufladen auch bezahlen muss. Noch gibt es viele Gelegenheiten gratis Strom zu tanken, z. B. an Supermärkten, Hotels oder Restaurants. Das E-Auto ist also auch im Verbrauchsvergleich günstiger. Bleibt noch ein Blick auf die Kosten für Wartung und Reparaturen.

Tesla fährt auf Landstraße„Ein Achtzylindermotor hat 1.200 Teile, die montiert werden müssen, ein Elektromotor nur 17“, so ein Statement eines hochrangigen BMW-Managers. Weniger Teile heißt auch weniger Verschleißteile. Was sich wiederum positiv auf Wartung und Reparaturen auswirkt. Für den Benziner Hyundai i30 kämen ca. 22 Euro Wartungskosten im Monat zusammen. Laut einer Studie der Hochschule Nürtingen-Geislingen spart man mit einem E-Auto rund 35 % bei Wartung und Reparatur. Für den Ioniq lägen die Kosten also bei 14,30 Euro monatlich. Punktsieg für das E-Auto auch in dieser Kategorie.

Die Frage nach dem Preis ist nun geklärt. Offen allerdings ist noch die Frage, für welches E-Auto man sich nun entscheiden soll?

Das passende E-Auto findenErgebnis Fahrsimulation EnBW mobility+ App

Am besten wählt man ein E-Auto, dass perfekt zum eigenen Fahrverhalten passt. Nur wie findet man das heraus? Zum Beispiel so: mit der Fahrsimulation der EnBW mobility+ App. Sie wählen einfach aus der integrierten E-Auto-Datenbank ein bevorzugtes Auto aus und starten die Simulation während der Fahrt mit Ihrem aktuellen Fahrzeug. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigt dieses Video. Anhand der Auswertungen kann man anschließend sehen, welches Modell das richtige für mich ist.

Fazit: Ja, es lohnt sich

Lohnt sich der Kauf eines E-Autos? Zweifellos ja. Der höhere Anschaffungspreis relativiert sich, wenn man alle weiteren Kosten in Betracht zieht. Bei der Kfz-Steuer, beim Verbrauch und bei der Wartung sind E-Autos deutlich günstiger als Verbrenner. Plus: Die Preise für Akkus purzeln und machen die Anschaffung in den nächsten Jahren noch attraktiver. Kurz: Wenn man sich also ein Auto kauft, dann sollte es elektrisch sein. Elektroautos lohnen sich übrigens auch für Personen ohne Eigenheim – wie es um die Lademöglichkeiten für Mieter steht, erfährst du in diesem Beitrag.

Zur EnBW mobility+ App

 

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  1. Kommentar von ruvo am 7. Februar 2019

    Wenn ein Energieversorger einen solchen Vergleich macht, ist das Ergebnis auch klar.
    Viel Spaß auf der Fahrt von Stuttgart nach Berlin, viel Spaß im Autobahnstau bei -20 Grad und leerer Batterie.

  2. Kommentar von Aklooz am 5. Februar 2019

    Wenn man alle weiteren Kosten in Betracht zieht, sind dann die Probleme die in 10 Jahren auf Besitzer von E Autos zu kommen auch mit einbezogen?

  3. Kommentar von Ellen Albert am 5. Februar 2019

    Es ist ganz toll wenn ein süddeutscher Energielieferantseine Kunden schmackhaft macht ein asiatisches Elektroauto zu kaufen als lebenslanger treuer ENBW Kunde macht mich das sehr wütend erst kommen doch mal unsere Hersteller davon leben wir ja Alle in gewisser Weise bitte mal drüber nachdenken wenn es schon unsere Politiker hier nicht tun und nur kopflose Entscheidungen treffen Grüße E. Albert

    • Kommentar von Rebekka Raum am 11. Februar 2019

      Der Hyundai Ioniq Elektro wurde lediglich als Berechnungsbeispiel herangezogen, ohne den Hintergedanken in diesem Artikel eine bestimmte Automarke zu bewerben. Durch unsere Fahrsimulator-Funktion in der EnBW mobility+ App möchten wir sogar unterstützen, das individuell passende E-Auto zu finden.
      Viele Grüße,
      Ihr EnBW Blog-Team

  4. Kommentar von Ottmar am 5. Februar 2019

    Es ist schön wenn man als E-Autofahrer von den Verbrennerfahrern erklärt bekommt wie schlecht man für die Umwelt ist.
    Das „normale“ Auto wird ja nicht produziert auch der Treibstoff bildet sich von selbst und immer zum selben Preis.
    Das E-Auto ist bestimmt nicht die Lösung für alle Mobilitätsprobleme.
    Aber alle Porschemodelle lassen sich auch nicht mit einer Anhängerkupplung
    aufrüsten.

  5. Kommentar von Fam. Ziegler Besigheim am 5. Februar 2019

    Liebes ENBW-Team,
    wir sind schon seit über 50Jahre Camper.

    Hat sich sich schon mal jemand Gedanken gemacht , wie die Zukunft für Camper mit Wohnwagen aussehen wird, wenn wir nur noch E-Autos fahren werden?

    Wahrscheinlich werden wir mit unserem Caravan bei einer Urlaubsreise nach Jesolo unseren ersten Halt
    an einer Strom-Zapfsäule kurz vor München einlegen um die Batterie nachzuladen. Den zweiten Stopp dann
    vor der Einfahrt in den Katschbergtunnel. Der dritte Stopp wird dann am Dreiländereck an der
    Österreichisch- Italienischen Grenze eingelegt. Bei Portogruaro werden wir dann den vierten Stopp an
    einer Stromtankstelle einlegen um dann vollends unseren Campingplatz in Jesolo zu erreichen.
    Früher mit unserem stinkenden Diesel haben wir das Ziel (mit Zwischenstopps und Pausen) nach ca. 9 -11
    Stunden erreicht. Mit einem E-Auto werden wir dann erheblich länger unterwegs sein.
    Da müssen wir also schon am Freitag früh von zu Hause wegfahren um dann am Samstag Nachmittag rechtzeitig
    auf dem Campingplatz einzutreffen.
    Ein Trost bleibt uns dann noch, Goethe war noch ein paar Tage länger unterwegs.

    Mit freundlichem Gruß
    (einer noch dieselfahrenden)
    Fam Ziegler Besigheim

    • Kommentar von Rebekka Raum am 7. Februar 2019

      Liebe Familie Ziegler,
      Sie sprechen das Thema „Camper“ an, das sicherlich noch nicht so weit entwickelt ist, wie Elektrofahrzeuge. Aber auch dort wird sich in der nächsten Zeit etwas tun – hier sind die Autohersteller gefragt. Wir glauben fest daran, dass Elektromobilität eine Mobilität der Zukunft ist und tun unser Bestes, um Elektromobilität noch alltagstauglicher zu machen. Wir investieren in die Ladeinfrastruktur, in Standorte und mehr Ladeleistung, und wir stellen digitale Services zur Verfügung, damit die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur noch einfacher wird. Z. B. mit unserer EnBW mobility+ App.
      Ihr EnBW Blog-Team

  6. Kommentar von Dr. Hoffmann am 5. Februar 2019

    Der Strompreis wird weiter steigen!
    Die Batterien werden nicht wesentlich billiger, da Kobalt u. Lithium knapp sind. Kurze Reichweite, schlechte u. lange Ladezeiten. Batterieproduktion ist energetisch umweltbelastend und klimafeindlich und zerstört ganze Landstriche.

  7. Kommentar von Dr. Michael Bobrich am 5. Februar 2019

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    der Vergleich geht noch weiter:
    1) Viele Fahrten sind Kurzstrecken bis zu vier Kilometer. Hier schneidet das Elektroauto besonders gut ab. So braucht unser Fahrzeug mit Otto-Motor bei der Fahrt zum Bahnhof (3 km) im Sommer 15 Liter pro 100 km und im Winter 18,5 Liter pro km. Dem Elektrofahrzeug reichen im Sommer 12,5 kWh pro 100 Kilometer, im Winter braucht es aber 23 kWh. Trotzdem schneidet es bei den Kosten besser ab, selbst wenn der Strom im Winter aus dem Netz kommt.
    2) Im Sommer oder bei Sonnenschein im Winter sieht die Bilanz noch besser aus. Das Fahrzeug wird – wie der selbstgenutzte Eigenstrom für das Haus – über die eigene PV-Anlage geladen. So „verlieren“ wir zwar pro kWh 17 Cent Einspeisevergütung, doch muss die Einnahme versteuert werden. Das sind bei 30 Prozent Steuerspitze gut fünf Cent. Weiterhin sind für die Einnahmen ca. 15 Prozent Krankenkassenbeiträge zu entrichten, also ca. 2,5 Cent pro kWh. So „kostet“ die Kilowattstunde etwa 10 Cent.
    3) Die Abschreibung für die PV-Anlage wikt sich steuerlich senkend aus, da wir ein „Negativ-Einkommen“ haben.
    4) Unser Plug-in-Hybrid ist für längere Fahrten ideal geeignet. So liegt der Kraftstoffverbrauch z.B. bei einer Fahrt mit fünf Personen über 80 Kilometer bei etwas über drei Liter, wobei immer noch eine Reserve von einigen Kilometern Strom vorhanden war. Der Motor lädt bei gleichmäßiger Fahrt über die Landstraße den Akku auf, Fahrten in Ortschaften werden elektrisch zurückgelegt.

  8. Kommentar von Thomas am 5. Februar 2019

    Bei der Berechnung sollte nicht vergessen werden, der Akku ist bei den meisten e-Autos gemietet mit nicht geringer Miete. Nach wievielen 10.000 Km muss der Akku ersetzt werden?
    Bei einem Haus mit sieben Stockwerken, drei Wohneinheiten pro Etage. Wie viele können sich einen Ladeanschluss in die angebaute Garage bauen lassen bevor der Energieanbieter interveniert bzw. drosselt?

  9. Kommentar von Heinrich Motteler am 5. Februar 2019

    Sehr geehrte Damen und Herren, Ihre Ausarbeitung endet mit der Feststellung, dass sich der Kauf eines Elektroautos lohnt. Sie stützen das auf Kostenüberlegungen. Offen bleibt die Frage, ob solche Autos auch fahren, wenn man sie benötigt. Ich fürchte, dass die Batterie zu oft leer ist und dass das Wiederaufladen den Fahrer zu lange ruhigstellt.

  10. Kommentar von Hans-Rudi Spengler am 4. Februar 2019

    Hat der Mittelklassewagen von Hyundai i30 1,0t. GDI einen 8 Zylindermotor?
    Komischer Vergleich.

    • Kommentar von Rebekka Raum am 11. Februar 2019

      Hallo Herr Spengler,
      es handelt sich beim Hyundai i30 1.0 T-GDI um einen 3-Zylindermotor.
      Viele Grüße,
      Ihr EnBW Blog-Team

  11. Kommentar von Rolf Arnold am 4. Februar 2019

    Wenn Sie einen Vergleich machen, dann müssen Sie alles vergleichen. Wie lange hält der Akku? und wieviel kostet es wenn er erneuert wird. Wie hoch darf die Anhängerlast beim E-Auto sein. Wie ist die Energiebilanz beim Vergleich: Diesel-Auto zum E-Auto. Angefangen bei der Gewinnung der Rohstoffe, die Herstellung und am Schluss der Lebenszeit der Autos die Entsorgung bzw. das Recycling.

    Alles andere sind halbe Wahrheiten.

    LG R. Arnold

  12. Kommentar von Wolfgang Kurt am 4. Februar 2019

    Schönrechnen kann man alles.
    Was aber ganz sicher ist: Strom wird garantiert nicht billiger
    und
    wenn mir der Stromverkäufer das E-Auto schmackhaft machen will, dann kann ich nur sagen:
    Was denn sonst ?