Direktvermarktung: Erneuerbare Energien an der Börse

Erneuerbare Energien sind nicht nur eine umweltfreundliche Alternative der Energieerzeugung – mit der Direktvermarktung von Erneuerbare-Energien-Anlagen stellen sie auch eine attraktive Investitionsmöglichkeit dar.

Im Zuge der Energiewende wird es immer mehr kleinere, dezentrale Stromerzeugungsanlagen wie Photovoltaikanlagen, Windräder oder Biogasanlagen geben. Der Trend geht weg von großen Kraftwerken hin zu erneuerbaren Energien (EE). In den nächsten zehn Jahren ist mit Millionen von dezentralen Anlagen zu rechnen. Diese müssen vernetzt und gesteuert werden. Das Virtuelle Kraftwerk ist daher die Antwort der EnBW auf die Anforderungen der Energiewende. Hier werden Erzeuger und Verbraucher von erneuerbarer Energie mit den Möglichkeiten der Digitalisierung sowie Energiemärkten vernetzt. Wie das funktioniert? Die Antwort lautet Direktvermarktung. Das Virtuelle Kraftwerk ist mit seiner digitalen Plattform, dem Interconnector energyhub, ein erfahrener Partner für die Direktvermarktung von selbst kleinsten Anlagen.

Virtuelles Kraftwerk - Eine Innovation der EnBW

Was ist eigentlich Direktvermarktung?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fördert Anlagen, die Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugen. Lange Zeit wurde so gesetzlich geregelt, dass Anlagenbetreiber ihren EE-Strom an ihren Netzbetreiber verkaufen und dafür eine feste Einspeisevergütung, die sogenannte EEG-Vergütung, erhalten. Das kann man sich in etwa so vorstellen: Könnte man Strom aus erneuerbaren Energien wie Kartoffeln im Supermarkt kaufen, verläuft der Weg bis in das Regal über viele Stationen. Der Supermarkt ist der Energieversorger. Dieser kauft den Strom beim Händler, dem Übertragungsnetzbetreiber. Der Händler wiederum bekommt ihn von den Anlagenbetreibern, denen er eine Vergütung bezahlt.

Mit der EEG-Novelle 2012 wurden die erneuerbaren Energien von der gesetzlichen Vergütung in ein marktwirtschaftliches Umfeld gebracht. Die Direktvermarktung wurde eingeführt und ist seit 2016 für Anlagen ab einer Größe von 100kW sogar verpflichtend. Stark vereinfacht kann man sich Direktvermarktung so vorstellen, als dass der Bauer seine Kartoffeln nicht an den Händler und folglich an den Supermarkt, sondern direkt an den Kunden verkauft. Mit der Einführung der Direktvermarktung können bzw. müssen Anlagenbetreiber ihren Strom nun nicht mehr einfach an den Übertragungsnetzbetreiber verkaufen und die EEG-Vergütung erhalten, sondern an der Strombörse vermarkten. Das tun sie aber nicht selbst, denn die Vermarktung des Stroms läuft über einen Direktvermarktungspartner – einen Spezialisten in Sachen Marktprognose und Stromhandel. Bei der EnBW kümmert sich unter anderem das Virtuelle Kraftwerk darum.

Direktvermarktung nach dem Marktprämienmodell

Das Virtuelle Kraftwerk vermarktet als Direktvermarktungspartner den EE-Strom und zahlt dem Anlagenbetreiber dafür monatlich den durchschnittlich an der Börse erzielten Strompreis, den Marktwert, der monatlich auf www.netztransparenz.de veröffentlicht wird. Gemeinsam mit der Marktprämie ergibt dies den anzulegenden Wert. Die Höhe dieses Wertes, und folglich die der Vergütung, ist dem Anlagenbetreiber für 20 Jahre gesetzlich garantiert. Der anzulegende Wert wird immer erreicht, da die Marktprämie die Differenz zwischen dem monatlich schwankenden Marktwert und dem anzulegenden Wert ausgleicht.

Direktvermarktungsmodell

Im Vergleich zur fixen EEG-Vergütung kann bei der Direktvermarktung ein Mehrerlös erreicht werden. Dazu dient für Bestandsanlagen die sogenannte Managementprämie. Photovoltaik- und Windanlagenbesitzer erhalten schon heute 0,4 ct pro kWh mehr gegenüber der EEG-Vergütung. Für Neuanlagen, die nach dem 01.01.2016 in Betrieb genommen wurden, ist die Managementprämie bereits in der Marktprämie enthalten.

Auch für Anlagen unter 100 kW lohnt sich die Direktvermarktung

Wenn dein Direktvermarktungspartner geschickt vermarktet (zum Zeitpunkt einer hohen Nachfrage und somit einem hohen Preis), wird ein höherer Ertrag erzielt. Durch das Marktprämienmodell liegen die Einnahmen ohnehin immer über der EEG-Vergütung. Egal, ob freiwillig oder verpflichtend – durch die Direktvermarktung können Anlagenbetreiber höhere Erlöse als durch die EEG-Vergütung bekommen. Vor allem im Hinblick auf Post-EEG-Anlagen, also Anlagen, deren 20-jährige EEG-Förderung ausläuft und die somit aus der gesetzlichen Vergütung fallen, stellt die Direktvermarktung die einzige Einnahmequelle für den eingespeisten Strom dar. Erfolgt der Wechsel in die Direktvermarktung schon jetzt vor dem Auslaufen der EEG-Vergütung, werden zusätzlich die Kosten für die Technik der gesetzlich verpflichtenden Fernsteuerbarkeit amortisiert. Das Virtuelle Kraftwerk der EnBW ist eines der wenigen am Markt, das die Direktvermarktung auch für Anlagen mit einer Leistung unter 100kW attraktiv macht. Hast Du eine EE-Anlage und möchtest ausrechnen, welche Erlöse Du erhältst? Dies kannst Du ganz einfach in unserem Erlösrechner tun.

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