Nachhaltiger Konsum: So funktioniert´s

Die Weltbevölkerung wächst, doch die Ressourcen unseres Planeten sind begrenzt. Es ist Zeit zu handeln – etwa mit nachhaltigem Konsum. Wir zeigen Beispiele, wie sich das im Alltag umsetzen lässt.

Unser ökologischer Fußabdruck ist etliche Nummern zu groß. Das heißt, dass wir Naturressourcen etwa doppelt so schnell verbrauchen als sie sich ökologisch regenerieren können. Wenn wir so weitermachen wie bisher, benötigen wir spätestens im Jahr 2030 zwei Erden, um uns zu versorgen. Doch wie gelingt es, den Verbrauch an Ressourcen zu verringern, die CO2-Emission zu senken und die Müllberge zu reduzieren? Nur indem sich alle Akteure beteiligen: Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Jeder Einzelne ist gefragt, seinen Beitrag zu leisten – auch du! Eine Möglichkeit, mehr Nachhaltigkeit in den Alltag zu integrieren, besteht darin, das eigene Konsumverhalten zu ändern. Das Stichwort lautet: „nachhaltiger Konsum“.

Was bedeutet „nachhaltiger Konsum“?

Eine allgemein anerkannte Definition davon, was unter „nachhaltigem Konsum“ genau zu verstehen ist, gibt es nicht. Der Begriff geht ursprünglich zurück auf die UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung, die im Juni 1992 im brasilianischen Rio de Janeiro stattfand. Nachhaltiger Konsum umfasst zwar ökologische und wirtschaftliche Aspekte, hat aber auch eine soziale Dimension. Der Begriff beinhaltet zum Beispiel ebenfalls eine gerechte Verteilung von Konsum. Sprich: Wenn wir unsere eigenen Bedürfnisse befriedigen, dürfen wir dadurch nicht die Bedürfnisse und den Lebensstil anderer Menschen und nachfolgender Generationen gefährden.

Nachhaltiger Konsum

Das bedeutet zum einen, dass nachhaltige Produkte nicht zu teuer sein sollten, weil sie ansonsten als „Luxusgut“ nur wenigen Menschen zugänglich wären. Zum anderen spielen die Arbeitsbedingungen innerhalb der gesamten Wertschöpfung eine wichtige Rolle. Ein T-Shirt ist zum Beispiel nur dann nachhaltig, wenn nicht nur seine Herstellung umweltverträglich ist, sondern auch die Näherin fair entlohnt wird. Dazu kommt: Durch die globalen Produktionsprozesse und Lieferketten rund um den Planeten sind gerade wir hier in Deutschland ganz eng mit den Menschen im Ausland verbunden. Auch wir müssen unser Verhalten ändern, wenn wir mehr Nachhaltigkeit im Ganzen erzielen wollen.

5 Beispiele für nachhaltigen Konsum im Alltag

Du willst deinen ökologischen Fußabdruck durch nachhaltigen Konsum verringern? Unsere Beispiele stammen aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen, zeigen dir aber, wie ein nachhaltiger Konsum im Alltag funktionieren kann.

1. Lebensmittel bio, regional und saisonal kaufen

Mit dem Kauf von Bio-Lebensmitteln machst du bereits einen guten Anfang. Dank ökologischem Anbau verursachen Bio-Lebensmittel im Vergleich zu konventionell erzeugten Lebensmitteln weniger Emissionen. Zudem verzichten Biobauern auf Pestizide und gentechnisch veränderte Pflanzen. Bio-Lebensmittel werden durch ein Bio-Siegel gekennzeichnet. Allerdings gibt es mittlerweile eine ganze Reihe davon: Produkte mit dem staatlichen Bio-Siegel (erkennbar an den sechs Ecken) müssen die Mindest-Anforderungen der EG-Öko-Verordnung erfüllen. Die Siegel der Anbauverbände (etwa Bioland, demeter oder Ecoland) legen noch strengere Kriterien an.

Regionales Obst kaufen

Zudem solltest du die Herkunft der Lebensmittel berücksichtigen, und auch, ob sie gerade Saison haben. Hierzulande süße, reife Tomaten mitten im Winter zu essen, ist zwar für viele ein Genuss – aber da die Früchte zu dieser Jahreszeit bei uns nicht wachsen, müssen sie aus fernen Ländern importiert werden. Der Transport verursacht hohe Treibhausgasemissionen, vor allem, wenn die Lebensmittel per Luftfracht eingeflogen werden. Um dich bewusster zu ernähren, kannst du beispielsweise den Saisonkalender der Gregor Louisoder Umweltstiftung  zurate ziehen. Die Nutzung regionaler Produkte schont das Klima, da die Transportwege vergleichsweise kurz sind.

2. Dinge mehrfach verwenden

Nachhaltiger Konsum heißt im Besonderen, weg vom Verbrauch und hin zum Gebrauch von Produkten zu kommen. Ein großes Problem für unsere Umwelt ist nämlich unsere Wegwerf-Mentalität. Ob Kaffeebecher oder Plastiktüte – vieles wird nur einmal verwendet und dann unterwegs oder zu Hause entsorgt. Kaputte Sachen werden ebenfalls oft weggeschmissen, obwohl man sie reparieren lassen könnte. Zumindest auf den Coffee-to-go im Pappbecher kannst du mittlerweile problemlos verzichten. Verwende doch stattdessen einfach einen Mehrwegbecher, den der Barista dann für dich füllt.

Auch für viele weitere Situationen gibt es praktische Lösungen, wie man Wegwerfartikel ersetzen kann:

  • Pausenbrot: Lunchbox statt Frischhaltefolie
  • Festliche Anlässe: Stoff- statt Papierservietten
  • Babypflege: Stoffwindeln statt Wegwerfwindeln
  • Schnupfen: Stoff- statt Papiertaschentücher
  • Schreiben: Stifte mit Nachfüllsystem statt Einwegkugelschreiber

Gut erhaltene Bücher und Kleidungsstücke, Möbelstücke oder Elektrogeräte, die man selbst nicht mehr braucht oder nicht mehr mag, kann man auf Flohmärkten oder über Kleinanzeigenportale im Internet verkaufen. Das spart Ressourcen und Energie für die Neuproduktion, der Kauf macht andere glücklich, und man selbst erhält ein wenig Geld für etwas, das ansonsten im Müll gelandet wäre, obwohl es noch gute Dienste leisten könnte. Auch andersherum funktioniert das Ganze: Wenn du relativ günstig beispielsweise einen neuen Kühlschrank kaufen willst, kannst du dich erstmal auf Flohmärkten, in Secondhand-Läden oder im Internet umsehen, ob jemand das Gesuchte verkauft.

Paar recherchiert im Internet

Eine Alternative zum Weiterverkaufen bieten seit jüngerer Zeit Verschenk- und Tauschnetzwerke. Nicht nur Geräte, selbst Nachbarschafts- und Freundschaftsdienste wie Rasenmähen oder Kuchenbacken kannst du mittlerweile verschenken oder eintauschen. Diese Netzwerke lassen sich beispielsweise dann nutzen, wenn du etwas nur für eine kurze Zeit brauchst, das benötigte Gerät aber selbst nicht besitzt.

3. Verpackungen vermeiden

Jedes Jahr produzieren wir in Deutschland rund 40 Millionen Tonnen Hausmüll. Umgerechnet wirft jeder von uns etwa 10 Kilogramm Müll weg – und das Woche für Woche. Ein großer Anteil des Müllbergs besteht aus Verpackungen. Doch das muss nicht sein. Es gibt viele Möglichkeiten, die alltägliche Nutzung von Verpackungen zu vermeiden oder zu reduzieren.

  • Frisches Brot: In Folie eingepacktes Brot und eingeschweißte Brötchen sind nicht nur industriell gefertigt und werden künstlich haltbar gemacht, sondern gehen auch mit viel Verpackungsmüll einher. Kaufe lieber frische Brote bzw. frische Brötchen beim Bäcker, der sie dir dann in eine recycelbare Papiertüte oder deinen mitgebrachten Stoffbeutel packt.
  • Frisch kochen: Beim Kauf von Fertigessen wie Tütensuppen und Eintöpfen aus der Konserve, Lasagne für die Mikrowelle oder Tiefkühlpizza kommt viel Verpackungsmüll zusammen. Zudem verstecken sich in solchen Lebensmitteln viele zweifelhafte Zutaten – zum Beispiel Palmöl, für das Regenwald gerodet wurde. Daher ist es umweltschonender und zudem viel gesünder, frisch zu kochen.
  • Frischetheke statt Kühlregal: Abgepackte Wurst- und Käsescheiben im Kühlregal werden mit reichlich Plastikmaterial verpackt, um eine längere Haltbarkeitsdauer zu gewährleisten und produzieren daher viel Plastikmüll. Kaufe Wurst und Käse lieber am Stück an der Frischetheke, um die Verpackungsmenge zu reduzieren.

Unverpackt einkaufen

In vielen Städten Deutschlands gibt es mittlerweile verpackungsfreie Läden. Das Konzept: Einweg-Verpackungen sind tabu, alle Waren werden offen und in großen Spendern angeboten. Nur in Ausnahmefällen weicht man auf Pfandbehälter aus. Das Spektrum reicht von Obst und Gemüse über Reis und Nudeln, Kräuter, Öle und Eier bis hin zu Duschgel oder Waschmittel. Du füllst dir das, was du brauchst, in mitgebrachte Beutel, Dosen oder Flaschen um. In vielen verpackungsfreien Supermärkten findest du zudem ausschließlich Bio-Waren und Lebensmittel, die regional produziert werden.

4. Müll trennen

Sowohl für die Herstellung als auch für die Wiederverwertung von Verpackungen benötigt man Energie und Rohstoffe. Deshalb bedeutet nachhaltiger Konsum in erster Linie, Verpackungen ganz zu vermeiden. Doch nicht immer ist das möglich. Dazu kommt: Müll einfach nur wegzuwerfen stellt eine enorme Verschwendung von Ressourcen dar. Durch Recycling sinkt der Verbrauch neuer Materialien, außerdem wird weniger Kohlendioxid ausgestoßen. Zur Wiederverwertung ist allerdings hochwertiges Material notwendig. Da Sortieranlagen nicht so effizient sind wie wir Menschen, solltest du zudem schon zu Hause den Müll richtig trennen.

Massen an Plastikmüll

  • Biotonne: Küchenabfälle (ohne Tüte), Grünschnitt
  • Papiertonne: Papier, Pappe, Karton
  • Glascontainer: Glasflaschen und Einweggläser (ohne Deckel)
  • Gelber Sack: Kunststoff, Aluminium, Weißblech, Getränkekartons, beschichtete Tiefkühlverpackungen
  • Restmüll: alles Sonstige

Achtung: Bestimmte Dinge gehören nicht in den Restmüll. Elektrogeräte werden kostenlos an kommunalen Wertstoffhöfen entgegengenommen. Für Batterien gibt es in Supermärkten oder Baumärkten die grünen Sammelboxen.

5. Ökostrom verwenden

Wenn du deinen ökologischen Fußabdruck verkleinern möchtest, ist es auch zu empfehlen, Ökostrom zu beziehen. Er stammt zu 100 % aus erneuerbaren Energien und wird zum Beispiel in Solarparks, Windkraftanlagen oder Wasserkraftwerken gewonnen.

Mit unseren Ökostromtarifen unterstützt du die Energiewende und sorgst dafür, durch die Stromproduktion in Zukunft bestenfalls ganz ohne CO2-Emissionen auszukommen. Mit der Umstellung auf erneuerbaren Strom verbesserst du deine persönliche Klimabilanz – und mit unseren Energiespartipps sparst du zusätzlich durch den nachhaltigen Konsum von Strom noch bares Geld .

Zum EnBW Öko-Strom

Falls du bereits EnBW-Kunde bist, kannst du deinen Stromvertrag ganz einfach mit der Öko-Option aufrüsten.

Zur Tarifoption Öko-Strom

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  1. Kommentar von Markus Müller am 24. Mai 2019

    Ein sehr guter Artikel. Die vorgeschlagenen Punkte sind alle praktikabel, tragen zur Energieeinsparung bei, wirken aber eher homöopathisch. Das eigentliche Grundproblem wird nicht angegangen: Die Überbevölkerung! Wie wäre es mal einen Artikel zu schreiben, der konkrete Tips an diejenigen adressiert, die die Erdbevölkerung so explodieren lassen. Als ich geboren wurde waren 2,5 Milliarden Menschen auf der Erde, jetzt – 54 Jahre später – fast 8 Milliarden. Die Erdbevölkerung muß auf ein vernünftiges Maß zurückgeführt werden. Dann bräuchten wir 2030 auch nicht fast 2 Erden.

  2. Kommentar von Jörg Hecklinger am 19. Mai 2019

    meine Frage : zu welchen Uhr bzw Tageszeiten habe ich Nachtstrom ?
    zum einstellen für Wasch- Spülmaschine bzw Heißwasser Boiler !

    • Kommentar von Filiz Baysal am 20. Mai 2019

      Guten Tag Herr Hecklinger,

      vielen Dank für Ihre Nachricht. Wie wir Ihnen bereits per E-Mail mitgeteilt haben, haben wir Ihre Anfrage an die entsprechende Stelle weitergeleitet.
      Viele Grüße, Ihr EnBW Blog-Team

  3. Kommentar von Hans müller am 4. Mai 2019

    Ein sehr guter bericht oder eine Empfehlung

  4. Kommentar von Aicha Nteintie am 3. Mai 2019

    Sehr interessant. Vielen Dank.