Reichweitenangst beim E-Auto: Darum kannst du dich entspannen

Eine verbreitete Angst ist, im Alltag wegen zu wenig Akku sein Ziel nicht zu erreichen. Wir betrachten, ob die Angst berechtigt ist und was man tun kann.

Es kommt eher selten vor, dass jemand wegen eines leeren Tanks am Straßenrand steht. Genauso selten passiert das wegen eines leeren Akkus bei E-Autos. Doch die Angst vor dieser Situation ist immer noch verbreitet. Woher das kommt und warum sie unbegründet ist, erfährst du hier.


Das erwartet dich hier

Die Vorstellung: Batterie leer und keine Ladesäule in Sicht

Dass einem E-Auto im Alltag der Strom ausgeht, ist eine Ausnahme. Und trotzdem haben viele Menschen vor genau dieser Situation Angst. Ganze 69 Prozent der Deutschen leiden nach Angaben des Automobilbarometers 2019 von Consors Finanz unter der sogenannten Reichweitenangst. Der Begriff hört sich ausgedacht an, es gibt ihn aber tatsächlich.

Bei Verbrennern sind wir es gewohnt, dass es in jeder noch so kleinen Stadt eine Tankstelle gibt. Als E-Autos gerade im Kommen waren, konnten sie diese Erwartungshaltung noch nicht erfüllen. Ladesäulen waren noch nicht so verbreitet wie Tankstellen, und die Elektroautoreichweite war auf circa 200 Kilometer begrenzt.

Die Situation heute ist anders, aber die Angst, dass der Akku auf solchen Strecken doch nicht reicht, ist geblieben. Und damit wird gleich die Alltagstauglichkeit infrage gestellt. Was, wenn du vergisst, dein E-Auto über Nacht aufzuladen, und am nächsten Tag nicht zur Arbeit kommst?

Die Realität: einmal laden, mehrere Tage fahren

Die Deutschen fahren durchschnittlich 13.727 Kilometer pro Jahr. Auf einen Tag runtergerechnet, macht das 37,61 Kilometer. Die kürzeste Reichweite bei aktuellen Elektroautos beträgt circa 120 Kilometer. Bereits damit kommst du also ein paarmal zum Supermarkt und wieder zurück. Die kraftvollsten E-Autos für den Privatgebrauch bieten bei günstigen Bedingungen eine Reichweite von circa 500 Kilometern, einige schaffen sogar mehr als 600 Kilometer. Die Angst vor einer zu geringen Elektroautoreichweite ist im Alltag also unbegründet.

Aber vielleicht brauchen wir in Zukunft nicht zwangsläufig Autos mit den großen Batterien, um uns die Reichweitenangst zu nehmen. Mindestens genauso wichtig ist eine bessere, flächendeckende Lade-Infrastruktur. Und an dieser wird kräftig gearbeitet: Mit insgesamt 300 Millionen Euro fördert das Verkehrsministerium bis Ende 2020 den Aufbau von etwa 15.000 öffentlichen Ladestationen in Städten und an Autobahnen.

100 Millionen Euro sind für den Ausbau des Netzes durch Normalladestationen vorgesehen. Rund 200 Millionen fließen in Schnellladestationen. Diese liefern bei vielen E-Autos in 30 Minuten 80 Prozent der Reichweite – künftig sogar in 15 Minuten. Ziel des Staates ist die Anzahl der Ladestationen bis 2030 auf rund eine Million zu erhöhen. Experten schätzen, dass 350.000 Anlagen schon reichen. Das genügt, um zehn Millionen E-Autos zu versorgen.

So hast du stets genug Energie in der Batterie

E-Auto an LadesäuleMöchtest du sichergehen, dass die Reichweite deines E-Autos für den gesamten Tag ausreicht, kannst du den Akku über Nacht vollständig aufladen. Und wenn die Lieblingsladesäule mal besetzt oder defekt ist? Mittlerweile gibt es ein großes Netzwerk an Ladesäulen – sogar mehr, als jeden Tag benötigt werden.

Im Sinn des „Always charged“-Ansatzes lädst du dein E-Auto immer dort, wo du dich sowieso aufhältst: zum Beispiel am Arbeitsplatz oder auf dem Parkplatz deines Supermarkts. So holst du dir die Energie zurück, die dein E-Auto während der Fahrt verbraucht hat.

Sollte es doch mal eng werden, kannst du die restliche Ladung schonen, zum Beispiel indem du das Tempo reduzierst. Einige E-Autos haben Stromsparmodi, durch die sie Stromfresser wie die Klimaanlage auf Knopfdruck ausschalten und so Energie sparen. Du kannst das auch manuell machen, sollte dein E-Auto nicht über solch einen Stromsparmodus verfügen. Auf diese Weise kannst du sogar während der Fahrt die Reichweite deines E-Autos erhöhen.

Infografik EnBW-Mission E-Mobilität

Ein flächendeckendes Ladenetz, zahlreiche Schnellladesäulen und 100% Ökostrom: Mit einer nachhaltigen Strategie zur E-Mobilität trägt die EnBW dazu bei, dass Reichweitenangst bald kein Thema mehr ist.

Fazit: unbegründete Reichweitenangst

Selbst wenn du dein E-Auto nicht immer und überall laden kannst: Die Reichweite aktueller Elektroautos ist für den Alltag völlig ausreichend. Sogar E-Autos mit wenig Reichweite schaffen ohne Probleme die Strecke, die du durchschnittlich am Tag fährst. Wird es mit der Reichweite deines E-Autos doch mal knapp, hast du verschiedene Möglichkeiten, darauf Einfluss zu nehmen. So kommst du auf jeden Fall ans Ziel oder bis zur nächsten Ladesäule. Und bis dahin kannst du den Spaß am Fahren genießen. Der ist mit einem E-Auto nämlich garantiert.