Tipps für deinen E-Bike-Kauf

E-Bikes liegen voll im Trend. Wäre ein Pedelec auch das Richtige für dich? Finde es heraus, und erfahre, worauf du beim Kauf deines Fahrrads mit Elektromotor achten solltest.

Ob längerer Ausflug ins Grüne oder der tägliche Weg zur Arbeit – ein E-Bike macht das Radfahren attraktiver. Dennoch: Die Anschaffung ist eine Investition, die sich bestmöglich für dich auszahlen sollte. Wir zeigen dir, auf welche Merkmale es beim Kauf zu achten gilt.

E-Bike ist nicht gleich E-Bike: Die unterschiedlichen Typen

In Deutschland wurden 2018 rund 980.000 E-Bikes verkauft – 36 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Hinter dem allgemein gebräuchlichen Begriff E-Bike verstecken sich allerdings unterschiedliche Typen von Elektrorädern: 

1. Pedelec (Pedal Electric Cycle)

Hier unterstützt ein Elektromotor mit maximal 250 Watt den Radfahrer, wenn er in die Pedale tritt. Bei 25 km/h schaltet sich der Motor automatisch ab, sodass Pedelecs normalen Fahrrädern gleichgestellt sind.

2. S-Pedelec

Sie zählen zu den Kleinkrafträdern, da der Elektromotor (maximal 500 Watt) erst bei 45 km/h abgestellt wird. Für ein S-Pedelec benötigst du ein Versicherungskennzeichen, einen Mofa-Führerschein und einen Helm.

3. E-Bike (im engeren Sinne)

Ähnliche Regelungen gelten bei E-Bikes im engeren Sinne. Sie ähneln einem Elektromofa und besitzen einen Motor, der unabhängig von der Trittleistung des Fahrers genutzt werden kann. Je nachdem ob mit dem E-Bike 20 km/h, 25 km/h oder 45 km/h möglich sind, unterscheiden sich die gesetzlichen Bestimmungen. Mofa-Führerschein und Versicherungskennzeichen sind aber immer Pflicht.

In unserem Beitrag geht es um Pedelecs, die du ohne Führerschein und Helm fahren darfst. Wie weithin üblich, verwenden wir dafür auch den Begriff E-Bike.

So findest du das richtige E-Bike

Frau fährt auf einem E-Bike durch die Stadt.

Du bist meist in der Stadt unterwegs, erledigst Einkäufe oder machst auch kürzere Ausflüge? Auf kurzen und mittleren Strecken fährst du mit einem E-Citybike am besten, bei dem du bequem aufrecht sitzen kannst. Einen besonders angenehmen Auf- und Abstieg ermöglichen spezielle Tiefeinsteiger.

Auf weiter entfernte Ziele und längere Ausflüge ist das E-Tourenrad ausgelegt. Hier sitzt du etwas gestreckter und bist dadurch windschnittig und komfortabel unterwegs.

Dir ist das immer noch nicht sportlich genug? Für all jene, die gerne schnell oder im Gelände unterwegs sind, gibt es E-Rennräder und E-Mountainbikes (E-MTB) mit Motorunterstützung.

Front-, Mittel- oder Heckantrieb: Wo soll der Motor sitzen?

Der entscheidende Unterschied zum klassischen Fahrrad ist der Antrieb des E-Bikes. Bei Pedelecs gibt es zwei verschiedene Systeme:

Nabenmotoren haben den Vorteil, dass die Kraft verlustfrei auf das Rad übertragen wird. Durch einen Frontmotor bekommt das Pedelec quasi einen Allradantrieb – der Motor wirkt auf das Vorderrad, der Radfahrer betätigt das Hinterrad. Der Frontantrieb erfordert zudem nur wenige Veränderungen am Rahmen und ist daher preisgünstiger als Mittel- oder Hinterradmotoren. Da das Vorderrad allerdings wenig belastet ist, kann der Reifen auf glattem Untergrund leichter durchdrehen.

Bei einem Heckmotor ist die Belastung des Hinterrads größer, wodurch einerseits die Reifen nicht durchdrehen und besonders viel Kraft wirkt. Sportliche Fahrer kommen hier auf ihre Kosten. Aus dem gleichen Grund ist der Heckmotor jedoch für Mountainbikes und Fahrten im Gelände nicht zu empfehlen.

Der Mittelmotor wird mittig unter dem Tretlager des E-Bikes angebracht. Das Hinterrad wird über die Kette angetrieben. Daraus ergibt sich eine zentrale und tiefe Lage des Schwerpunkts, wodurch sich das E-Bike besonders gut fahren lässt.

Der Akku: 400 Wh sollten es mindestens sein

Akku eines E-Bikes an einem E-Mountainbike.

Da der Akku zu den teuersten Bauteilen eines E-Bikes gehört, achte unbedingt auf eine ausreichende Garantie. Viele Hersteller bieten dir zusätzlich zur gesetzlichen Gewährleistung eine separate Akkugarantie, welche dich im Falle eines Defekts vor größeren Ausgaben schützen kann.

Das entscheidende Kaufkriterium ist die Akku-Kapazität in Wattstunden (Wh): Bis 400 Wh wird die Kapazität als gering, zwischen 400 und 600 Wh als mittel und ab 600 Wh als groß eingestuft.

Und wie weit kommst du damit? Das hängt neben dem Stromverbrauch des E-Bike-Motors auch von der Zuladung und nicht zuletzt von deiner Fahrweise ab. Fährst du eher langsam und ohne Gepäck, beträgt die Reichweite eines hochwertigen Akkus bis zu 100 Kilometer. Bist du jedoch regelmäßig im Gelände unterwegs, legst steile Passagen zurück und fährst viele Höhenmeter, kann die Reichweite deines E-Bikes auf 20 bis 40 Kilometer sinken.

Grundsätzlich gilt: Für kurze Fahrten in der Stadt reicht ein Akku mit einer Kapazität von 400 Wh aus. Legst du regelmäßig lange Strecken in anspruchsvollem Gelände zurück, sollte der Akku mindestens 500 Wh, besser 600 Wh aufweisen. Und: Ein E-Bike mit Gepäckträger-Akku fährt sich meist weniger sicher als eines, bei dem der Akku am oder im Rahmen verbaut ist.

Tipp: Achte darauf, dass der Akku abnehmbar ist. Dann kannst du ihn zum Beispiel im Haus aufbewahren und laden.

Das Display: Funktionalität und Bedienbarkeit im Einklang

Display eines Pedelec auf Fahrradlenker.Preiswerte E-Bikes verfügen über eine Anzeige mit Druckknöpfen, hochwertige Modelle sind mit einem multifunktionalen Touchscreen-Display ausgestattet. Letzteres kann dir während der Fahrt relevante Informationen wie Kilometerzahl, Geschwindigkeit und Reichweite anzeigen und Smartphone-Funktionen übernehmen. Einige Displays verfügen über eine Schnittstelle für dein Handy, das zum Beispiel Navigationsdaten liefert. Ein vollwertiges Navigationssystem ist bei einigen wenigen E-Bikes gleich integriert. Die zentralen Kaufkriterien beim Display sollten daher sein: Welche Funktionen benötigst du? Lässt sich das Display unkompliziert bedienen – auch während der Fahrt? Wenn du lieber dein Smartphone als Boardcomputer nutzt, findest dafür praktische Apps und Outdoor-erprobte Halterungen.

Leider kein Leichtgewicht: E-Bikes vor dem Kauf anheben

Musst du dein Pedelec regelmäßig in den Keller tragen, ist das Gewicht des E-Bikes ein wesentliches Kaufkriterium. Durch Akku und Motor sind Pedelecs deutlich schwerer als normale Räder und wiegen mindestens 11 bis 25 Kilogramm. Am besten trägst du dein gewünschtes Modell im Laden einmal Probe. Dann merkst du, wie gut du es greifen und tragen kannst. Hilfreich ist ein abnehmbarer Akku oder eine integrierte Schiebehilfe, die das Pedelec durch Knopfdruck auf sechs km/h beschleunigt, während du nebenher läufst.

Kompatibel mit zusätzlichem Gepäck?

Mit einem E-Bike kannst du komfortabel dein Kind auf dem Rad mitnehmen oder schwereres Gepäck transportieren. Dazu muss sich allerdings das entsprechende Zubehör wie Korb, Kindersitz und Anhänger am Pedelec befestigen lassen. Motor und Akku dürfen nicht im Weg sein oder überlastet werden. Die Zuladung (Fahrer plus zusätzliche Last) und das Eigengewicht des Rads müssen innerhalb des zulässigen Gesamtgewichts liegen. Dieses ist bei E-Bikes mitunter überraschend gering, daher lieber vor dem Kauf überprüfen.

Mit 2.000 Euro kannst du rechnen

Setze dir vor dem Kauf ein Preislimit, und überprüfe, ob du für dieses Geld ein E-Bike findest, das deinen persönlichen Anforderungen entspricht. Bedenke dabei: Gut ausgestattete Modelle kosten häufig mindestens 2.000 Euro. Die Preisunterschiede ergeben sich aus den verwendeten Komponenten wie Schaltung, Bremsen und Federung. Das Gewicht ist ebenfalls ein Preisfaktor, denn leichte Materialien – bei gleicher Leistung und Stabilität – sind in der Regel teurer. Das gilt auch für den Rahmen. Übrigens: Einen hochwertigen Aluminiumrahmen erkennst du am Klang. Denn wenn du mit dem Fingernagel an den Rahmen klopfst, klingt ein dünnes Rohr höher als ein dickes.