Leichter machen, 28.08.2017

Beliebte Sprachassistenten: Google Home oder Amazon Echo?

Intelligente Sprachassistenten wie Amazons Alexa oder Googles Assistent sind momentan sehr angesagt. Doch wie funktionieren sie und worin unterscheiden sie sich? Wir haben Amazon Echo in einem Selbsttest ausprobiert.

Google Home oder Amazon Echo sind sogenannte Voice-First-Geräte, die uns über eine integrierte Sprachsteuerung das Leben erleichtern sollen. Mithilfe digitaler, intelligenter Sprachassistenten wie Googles Assistent oder Amazons Alexa können sie mit uns kommunizieren und uns bestimmte Wünsche „von den Lippen ablesen“ – doch wie funktioniert das? Wir testen und klären auf.

Welche intelligenten Sprachassistenten gibt es auf dem Markt und wie funktionieren sie?

Amazon Echo mit AlexaDer Einzug dieser sprach gesteuerten Lautsprecher in den eigenen Wohnsitz wird immer beliebter. Bereits 2017 sind weltweit bisher über 40 Millionen dieser intelligenten Sprachassistenten in Küchen, Schlafzimmer und Wohnzimmer eingezogen. Begonnen hat alles im Jahr 2015 in den Vereinigten Staaten und 2016 dann auch in Deutschland. Durch das Audio-Gerät Echo von Amazon und dessen digitalen Assistenten Alexa wurde ein wahrer Hype an sprach gesteuerten Geräten ausgelöst. Ein neuer Markt entstand. Neben Amazon ließen es sich auch Google, Apple und auch ganz aktuell Samsung nicht nehmen mit auf den Zug zu springen.

  • Amazon: Momentan mit Echo und Alexa weltweit am Markt führend.
  • Google: Seit 8. August 2017 ist Google Home als ernstzunehmender Amazon-Konkurrent auf dem Markt verfügbar.
  • Samsung: Am 22. August 2017 startete Samsung Bixby weltweit – zunächst allerdings nur auf dem Smartphone Samsung Galaxy S8.
  • Apple: Siri kennt man als Sprachassistentin bereits seit 2011 vom iPhone S4 – mit dem Framework Apple HomeKit kann sie aber auch ganze Häuser smart machen.

Alle intelligenten Sprachassistenten funktionieren im Zusammenspiel mit vier Elementen: Hardware, Software für künstliche Intelligenz, Apps – sogenannte Skills, die auf das Gerät installiert werden können – und Ecosystem-Services, die das Leben des Kunden leichter machen sollen. Die kleinen Roboter sind immer im Stand-by-Modus, damit ihnen nichts entgeht. Für Datenschützer eine erhebliche Sicherheitslücke, die Bedenken im Umgang mit Kundendaten hervorbringt.

Einige Basis-Funktionen beherrschen diese Geräte bereits ab Werk. Sie spielen etwa Musik von Streamingdiensten oder Internetradio ab, können Fragen zum Wetter oder andere leichte Websuchen beantworten, Kalendereinträge oder Erinnerungen anlegen oder – ganz simpel – einen Timer rückwärts laufen lassen. Spannend wird es allerdings erst, wenn die Lautsprecher in Verbindung mit anderen Geräten genutzt werden. Stichwort: Smart Home. Wenn also Haushalts- und Multimedia-Geräte  miteinander interagieren und zentral über intelligenten Sprachassistenten ferngesteuert werden. Dann ist es beispielsweise möglich, vernetzte Glühbirnen zu dimmen, Heizungsthermostate auf seine Bedürfnisse anzupassen oder das  Alarmsystem des eigenen Hauses per Sprachkommando zu bedienen.

Worin unterscheiden sich Alexa und Google Assistent?

Beide Sprachassistenten unterscheiden sich im Großen und Ganzen nur minimal.

Google HomeGoogle zielt eher darauf ab, intelligente Antworten auf Wissensfragen zu bieten, auf das Koordinieren von Terminen und die Sprachsteuerung von Fernsehern und anderen Geräten.

Amazon hingegen setzt den Fokus eher auf die Freisprechsteuerung im Smart Home und das Gestalten von Shopping-Erlebnissen. Beide Internetriesen – Amazon und Google – bleiben wie man sieht ihrer Kernkompetenz treu.

Installation der intelligenten Lautsprecher

Bei der Installation gibt es den Unterschied, dass Amazon Echo zunächst nur einfache Aufgaben erledigen kann. Um mehr zu lernen, muss es jedoch erweitert werden durch die sogenannten Skills. Dies geschieht, indem der Nutzer diese über die Amazon-App herunterlädt. Google Home hingegen kennt den Begriff „Skills“ nicht und bietet stattdessen an, die auf dem Smartphone installierten Apps und Dienste mit Google Home zu verknüpfen.

Aktivierung der Sprachassistenten

Die Aktivierung der intelligenten Lautsprecher funktioniert bei Amazon Echo durch die Worte „Alexa“, „Echo“ oder „Computer“. Bei Google Home hingegen reagiert das Gerät auf „Ok, Google“ oder „Hey Google“. Beide Geräte haben die Möglichkeit durch einen Knopf ausgeschaltet zu werden.

Verknüpfung mit anderen Geräten

Google Home steht bei der Verknüpfung mit Smart Home dem Marktführer Amazon Echo in nichts nach. Alle großen Systeme werden unterstützt und sollen in Zukunft Home-tauglich gemacht werden.

Kostenfaktor

Bei den Kosten gibt es allerdings Unterschiede. Wobei Amazon hier bereits auf die Markteinführung von Google Home reagiert hat. Amazon hat den Preis für den Echo nach Markteinführung von Google Home von 179 auf 129 Euro reduziert. Die kleine Version von Amazon Echo – Echo Dot – wird für 59 Euro angeboten. Google Home ist für Interessenten zu einem Preis von 149 Euro in Deutschland zu erwerben.

Fazit

Beide Sprachassistenten stehen sich in nichts nach. Auch wenn Google Home erst seit Anfang August in Deutschland erhältlich ist, kann es gut mit Amazon Echo mithalten. Der Preis von Google Home ist zwar etwas günstiger als der eigentliche Preis von Amazon Echo, dies kann Amazon allerdings mit der Vielzahl an zusätzlich verfügbaren Funktionen kompensieren. Zudem wirkt Alexa eher als “virtuelles Familienmitglied“ indem sie in Alltagssituationen den Komfort von Bestellvorgängen einfacher zulässt. Durch den eigenen Amazon-Shop können Einkäufe unkompliziert bestellt werden. Google wiederum könnte mit seinem Assistent enorme Fortschritte im Hinblick auf künstliche Intelligenz bieten. Dies liegt in der Google-Suchfunktion begründet. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Bewertung beider Spachassistenten – wie fast immer – eher subjektiv ist. Es wird wahrscheinlich ein Apple-Samsung-ähnlicher Kampf geben. Entweder man mag Google oder Amazon.

Wie sieht die Zukunft für Sprachassistenten aus?

Intelligente Systeme werden unentbehrlich, denn in nicht allzu fernen Zukunft werden sie nicht nur Musik abspielen können, sondern übernehmen für uns die Reiseplanung des nächsten Urlaubs oder unterstützen uns bei der Verwaltung unserer Finanzen. Je stärker sie mit Zusatzfunktionen versehen werden und wir sie mit unseren Daten füttern, desto abhängiger werden wir von ihnen. Sprachassistenten werden so laut Experten zum Gatekeeper für Informationen und Interaktionen und damit werden sich Entscheidungs- und Kaufprozesse von Verbrauchern radikal ändern. Eric Schmidt – ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Google – prognostizierte, dass das Internet als solches in Zukunft nicht mehr existieren wird. Das Internet wird alles. Alles was uns umgibt wird ohne das Internet nicht funktionieren. Seine These: „Wir gehen nicht ins Internet – wir leben im Internet.“

Der Selbstversuch der EnBW-Kundenblog Redaktion 

Unser Team hat ein neues Mitglied: 235 mm hoch, 83,5 mm breit und 1064 Gramm schwer. Dürfen wir vorstellen? Alexa. Sie ist der neue Hingucker unserer Abteilung. Denn sie sieht nicht nur gut aus, sondern schürt auch unsere Neugierde auf die Nutzung solcher Sprachassistenten. Um sie allerdings richtig nutzen zu können, benötigen wir zunächst Echo-App auf unserem Smartphone. Dann müssen wir den Lautsprecher noch an die Steckdose stecken und es kann losgehen. Nach drei Minuten Warten meldet sich Alexa dann erstmals zu Wort, bereit, mit uns in Kontakt zu treten. Die Aktivierung erfolgt durch das Nennen des Namens des digitalen Sprachassistenten. Oben auf dem Lautsprecher kreiselt das blau-gelbe Licht. Unten drunter spricht eine kaum künstlich wirkende Stimme. Alexa beantwortet unsere Fragen mehr oder weniger kompetent…

  • „Alexa, guten Morgen.“ – „Guten Morgen. Wusstest du, dass heute vor 27 Jahren zum ersten Mal die Diddl-Maus gezeichnet wurde? […]“ [Alexa erzählt jeden Tag andere Facts oder stellt Rätsel zu Ereignissen des aktuellen Tages].
  • „Alexa, wie geht es dir?“ – „Mir geht es gut. Ich hoffe dir auch?“
  • „Alexa, wo bist du?“ – „Immer für dich da. Also hier.“
  • „Alexa, wie ist dein Standort?“ – „Hm, noch habe ich keinen Favoriten.“
  • „Alexa, spiele Radio ab.“ – „Hier ist ein Sender, der dir gefallen könnte. Wanda.“ [Musik wird abgespielt].
  • „Alexa, wie alt bist du?“ – „Ich bin seit dem 6.11.2014 als Amazon Echo erhältlich.“
  • „Alexa, willst du ein Bier?“ – „Ich trinke nicht. Flüssigkeit ist schlecht für meine Platinen.“
  • „Alexa, hast du Hunger?“- „Ich verspüre weder Hunger noch Durst. Nur wenn es ums lernen geht bin ich ein Nimmersatt.“
  • „Alexa, gibt es UFOs?“ –  „Das ist top secret.“
  • „Alexa, wo bist du geboren?“ – „Ich bin nicht gewachsen, ich bin erschaffen. Und zwar von Entwicklern auf der ganze Welt.“
  • „Alexa, gibt es den Weihnachtsmann?“ – „Ich kenne ihn nicht persönlich. Wenn ich ihn mal treffe, melde ich mich.“
  • „Alexa, wer ist der Mörder?“ – „Meist jemand aus dem nähern Umfeld. Oder der Gärtner.“
  • „Alexa, bist du cool?“ – „Ich tue mein Bestes.“

Solche Spielereien sind für uns sehr amüsant. Doch wie kommt es, dass Alexa akzentfrei mit uns spricht?

2013 hat Amazon einen polnischen Sprachspezialisten engagiert, der sich in einem abgeschirmten Tonstudio in Danzig mit den ersten Aufnahmen von Alexa auseinander gesetzt hat. Er hat diese analysiert und zu einer künstlichen Intelligenz weiterentwickelt – Alexa entstand. Die Stimme von Alexa wurde dann 2016 von einer Deutschen – die anonym bleiben soll und ihre Stimme exklusiv an Amazon verkauft hat – aufgenommen. Dazu diktierte diese Frau einem Amazon-Computer Sätze –  Tausende – wochenlang. Mithilfe einer Software konnte daraus jedes beliebige Wort geformt werden. Die Stimme wurde dabei absorbiert. Alexa wurde mit eigener Intelligenz und Stimme erschaffen.

Wenn ihr selbst einen intelligenten Sprachassistenten zu Hause habt,  dann erzählt uns gerne von euren Erfahrungen mit Alexa, Google Assistent und Co.

Hier ein Beispiel vom NDR wie intelligente Sprachassistenten NICHT eingesetzt werden sollten 😉