Stromkabel wandern unter die Erde

Am 15. Juni 2012 von

Damit der Strom 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag möglichst störungsfrei fließt, passen die Mitarbeiter der EnBW das Netz ständig an die neuen Herausforderungen an – beispielsweise die vermehrte Einspeisung von Strom aus Photovoltaikanlagen oder gestiegene Lastanforderungen. Im Südwesten Stuttgarts findet deshalb momentan eine größere Baumaßnahme statt, bei der neue Hochspannungskabel unter die Erde gelegt und ein Umspannwerk (UW) modernisiert werden. 

Der Grund für diese Arbeiten: Der Strombedarf im Südwesten Stuttgarts und bei der Universität ist in den letzten Jahren konstant gestiegen. Dieses Gebiet wird vom Umspannwerk Allmand auf dem Unigelände mit Elektrizität versorgt. Nun erhält dieses eine neue Anbindung an das Hochspannungsnetz. Auf dem Gelände der Kleingartenanlage „Im Haldenhau“ in Rohr wurde dazu ein so genannter Abspannmast errichtet. Über diesen wird die 110-kV-Freileitung von Möhringen nach Sindelfingen „angezapft“ und der Strom in zwei voneinander unabhängigen Stromkreisen über dicke Kabel unter die Erde geleitet. Bis Ende des Jahres werden in Rohr und Vaihingen nun Gräben ausgehoben, die zunächst Leerrohre und später dann die Hochspannungskabel aufnehmen, die zum Umspannwerk Allmand führen. „Freileitungen mitten durch die Stadt zu verlegen, wäre rein logistisch gar nicht möglich. In Stuttgart sind die Strommasten daher fast zu 100 Prozent von der Bildfläche verschwunden“, sagt EnBW-Projektleiter Hans-Dieter Schöberl.

Gleichzeitig modernisiert die EnBW das Umspannwerk Allmand, das aus den 1970er Jahren stammt, umfassend. Dort wird der Strom von Hochspannung (110 kV) auf Mittelspannung (10 kV) herunter transformiert, an Ortsnetzstationen geleitet, weiter herunter transformiert und schließlich an Haushalte, Gewerbe und Industrie verteilt.

Zahlreiche Beteiligte arbeiten zusammen
Das Projekt ist eine anspruchsvolle Aufgabe, bei der zahlreiche Beteiligte – verschiedene Abteilungen der EnBW, Subunternehmer und nicht zuletzt auch die Stadtverwaltung – mitwirken. Dabei werden die Belange der Anwohner berücksichtigt. „Wir verlegen die Leitungen mitten durch Wohngebiete. Das ist gerade wegen der Verkehrsführung ziemlich anspruchsvoll. Dabei achten wir jedoch darauf, dass die Anwohner stets zu ihren Grundstücken und Garagen gelangen können“, erklärt Hans-Dieter Schöberl. Deshalb ist auch nicht die komplette, etwa dreieinhalb Kilometer lange Strecke eine monatelange Baustelle: Die Arbeiter sind immer nur in einzelnen Abschnitten von einem Kreuzungsbereich zum nächsten aktiv. So können die jeweiligen Teilbereiche schnell wieder für den Verkehr freigegeben werden. Und rund um das Hegel-Gymnasium wurde die Baumaßnahme beispielsweise extra auf die Ferienzeit gelegt.

Von den Arbeiten profitieren nicht nur die Bewohner des Stuttgarter Südwestens sowie Studenten und Professoren. „Vor allem das Umspannwerk Marienstraße, das gemeinsam mit dem UW Möhringen bislang das UW Allmand versorgte, wird durch die neue Anbindung entlastet. Das kommt dem gesamten Stuttgarter Netz zu Gute und erhöht die Versorgungszuverlässigkeit in der Landeshauptstadt noch weiter“, erklärt Hans-Dieter Schöberl. Die Kabelverbindung nach Möhringen bleibt als Reserve erhalten.

 Verlegung von Stromkabeln

Auf dem Gebiet der Kleingartenanlage „Im Haldenhau” in S-Rohr wurde ein Abspannmast errichtet, von dem aus Stromkabel bis zum Umspannwerk Allmand auf dem Gelände der Universität in Vaihingen unter die Erde verlegt werden.

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Kategorie: Netze, Photovoltaik, Strom

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