Mobilität machen, 24.07.2017

Tesla Model 3: Ehrgeizige Pläne von Musk

Elon Musk plant, das Tesla Model 3 ohne Testphase auszuliefern. Doch wie schätzen die Elektromobilität Experten sein Vorhaben ein?

Tesla, der Autobauer der seit 2003 hochpreisige Elektrofahrzeuge anbietet, sorgt in der Industrie wieder für Aufsehen. Dieses Mal geht es um die neue Fünftürer Mittelklasse, das Model 3 (III). Das spannende an dem Auto: Es ist eines der ersten Serienfahrzeuge, welches eine relativ hohe Reichweite von 350 Kilometer pro Ladung mit einem für Tesla günstigen Basispreis von 35.000 US-Dollar verbinden will.

Tesla hat sich dazu entschlossen, die in der Automobilindustrie üblichen 6 Monate Testphase, die normalerweise genutzt werden, um etwaige Fehler auszumerzen, zu streichen. Das heißt, die Elektroautos werden auch noch nach der Auslieferung geändert und verbessert. Damit die „richtigen“ Endkunden davon nichts entdecken, ist der Plan von Elon Musk die ersten 2.700 Fahrzeuge vom Model 3 an Mitarbeiter zu geben. Die interne Nachfrage ist sehr hoch, mehr als 10.000 Anfragen von SpaceX- und Tesla-Mitarbeitern sind eingegangen. Wenn etwas mit dem Auto nicht stimmen sollte, dann können die Mitarbeitern einfach zur Arbeit fahren, das Fahrzeug reparieren bzw. updaten lassen und nach dem Arbeitstag damit wieder nach Hause fahren.

Kann Tesla das Versprechen mit dem Model 3 halten?

Tesla hat auch neue und größere Pläne, was die Stückzahl der Produktion des Model 3 angeht. Musk plant im Juli, pro Woche 1.000 Stück zu bauen. Diese Zahl will er bis Jahresende auf 5.000 E-Autos pro Woche verfünffachen. Diese Ansage hat Musk erst kürzlich auf Twitter bestätigt. Bis Ende 2018 soll diese Zahl sogar auf 10.000 Stück pro Woche erhöht werden.
Auf Basis der Aussagen wurde folgende Grafik von @Teslanomics erstellt. Die Kurve prognostiziert, wann wie viele Model 3-Fahrzeuge im nächsten Jahr ausgeliefert werden können.

Quelle: Teslanomics

Derzeit werden pro Woche insgesamt ca. 2.000 Model S & Model X produziert. In 2016 war das Ziel von Tesla, 80-90.000 Elektroautos auszuliefern, diese Zahl wurde mit ca. 76.000 Stück nicht erreicht.

Ist das seriös, was Herr Musk da vorhat? Kann es wirklich sein, dass er diesmal endlich sein Ziel erreichen wird, oder ist das wieder eine von seinen überhöhten Versprechungen?

Experten sind skeptisch über die Prognose von Tesla

Ein Automobilanalyst von Bloomberg New Energy Finance erzählt, dass er es eher für unwahrscheinlich hält, dass Tesla so viele Autos bauen kann –schlichtweg aufgrund der Zahlen, die wir aus seiner heutigen Produktion kennen. Es sei grundsätzlich machbar, aber er – ebenso wie jeder Wall Street Analyst – ist nicht davon überzeugt. Eine halbe Million Elektroautos bis Ende 2018 zu produzieren, sei schwierig bis unmöglich. Das liege nicht nur an Produktionsengpässen, sondern auch daran, dass Musk mehrmals verschiedene Ziele gesetzt hat, ohne diese erreicht zu haben.

Kostengünstiger produzieren für den Massenmarkt

Im Model 3 wird nur ein einziger Bildschirm sein. Das ist der 38.1 cm große Touchscreen. Im Auto besteht keine andere Option. Der Grund dafür: „Wenn wir in Zukunft eher autonom fahren werden, brauchen wir keine unnötigen Bildschirme“, so Musk.

Wie bereits bei allen Tesla-Modellen ab 2012 werden die Software-Updates über Mobilfunk erfolgen (sog. OTA-Update). Das heißt, der Kunde braucht im Normalfall nicht mehr in die Werkstatt zu fahren, um eine Aktualisierung zu bekommen. Dies kann er ganz bequem von zuhause aus machen, wenn das Fahrzeug mit WLAN verbunden ist.

Außerdem ist die Verwendung von Aluminium teilweise gegen Stahl getauscht und die Kabellänge ist von drei Kilometern auf die Hälfte gekürzt worden.

Mit dem Model 3 Konfigurator können die ersten Vorbesteller ihr neues Elektroauto nur mit zwei verschiedenen Features konfigurieren: Lediglich die Farbe und die Größe der Räder kann ausgesucht werden. Mehr Flexibilität gibt es nicht. Musk hat aber angekündigt, dass es für die Vorbesteller „etwas Spezielles“ geben soll. Allerdings weiß keiner genau, was es damit auf sich hat, vermutet wird eine besondere Farbe.

Gespart wird also am Material und an den Varianten, was wiederum die Kosten senkt. Weniger (Um-) Rüstzeiten bedeuten hoffentlich auch weniger Wartezeit für den Endkunden.
Zumindest in der Theorie klingt das plausibel. Wir sind gespannt, ob das erste Model 3 wie angekündigt Ende Juli beim Kunden in den USA ankommt. Immerhin sprechen wir laut Analysten von Gartner vom bisher wichtigsten Elektroauto überhaupt.

 

Bereit für ein Elektroauto? Mit dieser EnBW App findest du es heraus … Die kostenlose App EnBW mobility+ analysiert dein Fahrverhalten, um zu zeigen, ob sich ein E-Auto für dein mobiles Verhalten eignet.

 App downloaden