Effizienter machen, 17.10.2017

Wenn’s gluckert – Heizung entlüften in 10 Schritten

Bleibt euer Heizkörper kalt oder hört ihr ein „Gluckern“? Vermutlich sollten eure Heizkörper mal wieder entlüftet werden. Bei einer regelmäßigen Durchführung kann der Energieverbrauch um bis zu 15 % gesenkt werden. Außerdem verraten wir, welche Fehler man beim Heizen vermeiden sollte und damit bares Geld sparen kann.

Um nicht im Kalten sitzen zu müssen, ist eine Heizungsentlüftung zu Beginn der Heizperiode  zu empfehlen. Mit der Zeit sammelt sich in den Heizungsrohren und in den Heizkörpern zunehmend Luft an. Die Luft lässt weniger Raum für das heiße Wasser, welches für die Erwärmung der Heizung zuständig ist. Dadurch kann das Wasser in der Heizungsanlage nicht mehr problemlos zirkulieren. Die Folge ist, dass sich der Radiator langsamer erwärmt, die Heizkraft abnimmt und somit der Energieverbrauch steigt. Hierbei ist es nicht notwendig, gleich einen Heizungsmonteur zu kontaktieren. Man kann auch ganz leicht selbst die Heizung entlüften:

 

Wie entlüfte ich meine Heizung richtig?

Unsere Anleitung erklärt in zehn Schritten, wie ihr beim Heizung Entlüften richtig vorgeht und dabei gleichzeitig Heizkosten einsparen könnt. Im Durchschnitt kann man mit ca. fünf Minuten Arbeitsaufwand pro Heizkörper rechnen.

Vorbereitung – Was muss beim Heizung Entlüften beachtet werden?

Neben einem dünnwandigen Auffangbehälter (Glas, leerer Joghurtbecher, etc.), um das entweichende Heizwasser aufzufangen, sowie einem Lappen benötigt man lediglich einen Heizkörper-Entlüftungsschlüssel. Diesen erhält man in jedem Baumarkt oder Sanitärfachgeschäft.

1. Besitzt die Heizungsanlage eine Umwälzpumpe? Als Eigenheimbesitzer sollte man – wenn möglich die Umwälzpumpe abschalten. Falls man als Mieter keinen Zugang hat, kann alternativ auch der Heizkreislauf der Wohnung abgeschaltet werden. Das Abschalten dient dem Zweck, dass die Heizwasserströmung unterbunden wird und die Luft nicht ständig im System herumgewirbelt. Somit gewinnt das Entlüften an Effizienz.

2. Zeit für einen Kaffee? Damit die Luft Zeit hat, sich in den Heizkörpern zu sammeln, sollte etwa 30 Minuten bis eine Stunde abgewartet werden.

3. Maximal aufdrehen: Alle Heizungen im Haus komplett aufdrehen, also auf die höchste Stufe stellen. Nun erwärmen sich Luft und Wasser im Heizungssystem, dehnen sich aus und die Luft kann leichter entlassen werden.

4. Überschwemmung vermeiden: Im letzten Schritt der Vorbereitung wird der Lappen so um das Ventil gewickelt, dass das Wasser aus dem Entlüftungsventil aufgefangen werden kann. Bei wasserempfindlichen Böden kann zusätzlich noch ein Handtuch unter die Heizung gelegt werden.

Entlüftungsvorgang – Wie geht man beim Heizung Entlüften vor?

TIPP: Beim Vorhaben, alle Heizkörper im Haus zu entlüften, beginnt man am besten im untersten Stockwerk und arbeitet sich dann Stockwerk für Stockwerk nach oben. Denn die Luft steigt im geschlossenen System der Heizanlage nach oben.

5. Entlüftungsschlüssel zur Hand nehmen: Das Entlüftungsventil ist auf der gegenüberliegenden Seite des Thermostats zu finden. Bei Handtuchheizkörpern liegt dieses im hinteren oberen Bereich. Mit dem Heizkörper-Entlüftungsschlüssel dreht man im nächsten Schritt das Ventil langsam eine viertel- bis halbe Drehung gegen den Uhrzeigersinn. Das Gefäß wird dabei so nahe wie möglich unter das Ventil gehalten.

6. Luft entweichen lassen: Wenn ein leichtes Zischen zu vernehmen ist, ist dies die entweichende Luft aus dem Heizkörper. Das Ventil nun nicht weiter aufdrehen. ACHTUNG, das austretende Wasser könnte heiß sein. Sobald ein konstanter Wasserstrahl aus dem Entlüftungsventil entweicht, war das Heizung Entlüften erfolgreich und das Ventil kann wieder vorsichtig geschlossen werden.

7. Auf zum nächsten Heizkörper.

Wasserdruckanzeiger der Heizung.Nachbereitung – Was folgt nach dem Heizung Entlüften?

Nachdem alle Heizkörper entlüftet wurden, folgen jetzt die letzten Schritte. Wurde die Umwälzpumpe wieder angeschaltet? Ist der Wasserdruck ausreichend? Beachtet hierzu unsere Hinweise:

 

8. War da nicht noch was? Die Umwälzpumpe wieder anschalten nachdem die Heizung entlüftet wurde, bzw. den Heizkreislauf der Wohnung wieder öffnen.

9. Wasserdruck prüfen: Der Druck kann am Manometer des Heizsystems abgelesen werden. Hängt man mit mehreren Teilnehmern an einer größeren Heizanlage, dann sollte vorsichtshalber der Hausmeister informiert werden um den Druck in der Anlage zu kontrollieren. In der Regel zeigt der rote Zeiger die Obergrenze des Drucks. Der grüne hingegen den aktuellen Druck. Liegt der Wert darunter, sollte Wasser nachgefüllt werden: Dazu schraubt man einen Wasserschlauch an das Einlassventil der Heizungsanlage und verbindet diesen mit einem Wasserhahn. Es sollte vorsichtig nachgefüllt werden, bis der Druck erreicht ist, der in der Betriebsanleitung empfohlen wird. Ideal ist ein Wert um 1,2 Bar.

10. Heizungsentlüftung von der To-do-Liste streichen. 

AUFGEPASST: Wird die Heizung auch nach dem Entlüften nicht richtig warm, kann dies an einem defekten oder verstopften Thermostat liegen.

 

Die Alternative: Automatisches Entlüftungsventil

Abhängig davon, wie viele Heizkörper regelmäßig überprüft werden müssen, besteht die Möglichkeit selbstentlüftende Ventile (auch: automatische Heizkörperentlüfter) einzubauen. Der Heizkörper entlüftet sich selbst wartungs- und tropffrei. Ein vollautomatischer Heizkörperentlüfter reagiert auf das Medium, mit welchem es im Inneren in Kontakt tritt. Registrieren die Sensoren Luft, dann öffnet sich das Ventil, damit die Luft abgelassen wird. Sobald der Sensor mit Wasser in Berührung kommt, schließt er sich wieder. Die Kosten für automatische Entlüftungsventile in einem Einfamilienhaus betragen rund 50 €. Die Montage ist einfach und ohne großen technischen Aufwand durchführbar.

 

Die häufigsten Fehler – Wie kann man beim Heizen bares Geld sparen?

Mensch wirft ein Geldstück in das Sparschwein.Die jährliche Heizkostenabrechnung ist für viele Mieter längst zur „zweiten Miete“ geworden. Wer zu wenig heizt, nur um zu sparen, tut sich dadurch keinen Gefallen. Beim Heizen kann auch ohne frieren Energie und damit Kosten eingespart werden. Schon kleine Maßnahmen können eine große Wirkung haben. Wir haben eine Auswahl an Tipps für euch zusammengestellt:

 

  • Thermostatventile sind veraltet: Wer es am Morgen oder beim Nachhausekommen gerne warm hat, kann die Betriebszeiten der Heizung mithilfe elektronischer Thermostate dem individuellen Bedarf anpassen. Mit der Verwendung von programmierbaren Thermostatventilen können im Vergleich zu 15 Jahre alten Thermostatventilen, in einem Einfamilienhaus mit 150 m² etwa 190 € jährlich eingespart werden.
  • Vorhänge, Jalousien und Rollos sind nachts geöffnet: Bei kalten Außentemperaturen nachts die Vorhänge, Rollos und Jalousien geschlossen halten. So kann weniger Wärme nach außen gelangen und es bleibt angenehm warm. Jährlich kann dadurch Heizenergie im Wert von rund 55 € gespart werden.
  • Die Heizung wird nachts abgestellt: Der TÜV Rheinland informiert, dass Bewohner Geld sparen, wenn das Zuhause stetig beheizt wird. Wer die Heizung durchgängig auf niedriger Stufe laufen lässt, verbraucht weniger Energie, als wenn die Heizung abends abgedreht wird und morgens das Haus wieder komplett neu aufwärmt werden muss.
  • An der Heizungsanlage sparen: Eine regelmäßige Wartung der Heizungsanlage ist Pflicht – mindestens alle zwei Jahre. Denn ein alter, nicht gewarteter Heizkessel hat eine viel schlechtere Wärmeausbeute, sodass die Kosten im Endeffekt sogar steigen.

 

Weitere Möglichkeiten um Geld zu sparen findet ihr im Blogbeitrag „Tipps für das richtige Heizen und Lüften“.

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