Strom sparen: 10 Tipps für zu Hause

Im Haushalt steckt enormes Energiesparpotenzial. Wie man mit ein paar einfachen Verhaltensregeln in den eigenen vier Wänden Strom spart, erfährst du in diesem Beitrag.

Wie kann ich Strom sparen? Zum Glück gibt es viele Möglichkeiten, den eigenen Stromverbrauch zu reduzieren. Einige sind offensichtlich, andere werden dich vielleicht überraschen. Wir haben 10 effiziente Tipps zusammengestellt. Nicht immer lassen sich alle umsetzen. Aber schon die eine oder andere Veränderung im Alltag kann helfen, Strom zu sparen. Schaue einfach, was innerhalb deiner Möglichkeiten liegt.


Das erwartet dich hier

Vorab: Mit der Größe des Haushalts steigt der Energieverbrauch zwar insgesamt an. Mit jedem weiteren Familienmitglied sinken jedoch die zusätzlichen Kosten für Energie. Denn ein Teil des Strombedarfs, wie z.B. für Licht, fallen nicht pro Kopf an, sondern können für die ganze Familie genutzt werden.

Das verbraucht eine Familie pro Jahr

 

Der Bedarf an Energie sowie warmem Wasser steigt jedoch nicht nur mit der Zunahme der Familienmitglieder, sondern auch mit dem Alter des Kindes. Die Kostenzunahme hängt unter anderem mit der Anschaffung neuer Gerätschaften zusammen. Dies mag für Babys ein Babyphone, ein Flaschenwärmer oder ein Nachtlicht sein. Bei Teenagern ist es kostenintensivere Technik mit höherem Energieverbrauch, wie z.B. eine Spielekonsole oder ein Laptop. Womöglich benötigt man aber auch für den Haushalt neue Geräte, da der Platzbedarf im Kühlschrank und in der Waschmaschine steigt.

1. Strom sparen mit dem Timer

Ständige Verfügbarkeit ist praktisch, muss aber nicht sein. In vielen Haushalten laufen einige Geräte permanent, obwohl sie nur zu bestimmten Zeiten genutzt werden. Ein gutes Beispiel ist die Warmwasserbereitung, die vor allem morgens und abends notwendig ist. Sowohl mit einem Boiler als auch mit einem Durchlauferhitzer kann man Strom sparen. Moderne Geräte verfügen in der Regel über Timer-Funktionen.

Warmwassertemperatur einstellen

Auch das WLAN wird meist nicht rund um die Uhr benötigt. Um Strom zu sparen, musst du den Router nicht einmal ganz vom Netz trennen. Es reicht schon aus, einige Funktionen über die Einstellungen zu deaktivieren. Wähle die Option „das Funknetz wird erst abgeschaltet, wenn kein WLAN-Netzwerkgerät mehr aktiv ist“, um nicht plötzlich ohne Internet vor dem Laptop zu sitzen.

2. Standby-Modus hinterfragen

In einigen Situationen ist der Standby-Modus durchaus sinnvoll, zum Beispiel während kurzer Arbeitspausen. Oft ist diese Funktion aber nicht unbedingt notwendig. Wichtig ist außerdem, ob es sich um einen echten Standby-Betrieb handelt oder einen „Schein-Aus-Betrieb“. Letzteres gilt beispielsweise oft für Fernseher und Kaffeevollautomaten. Die Geräte sind scheinbar ausgeschaltet, ziehen aber trotzdem Strom. Bei älteren Fernsehern kommen durch den „Schein-Aus-Betrieb“ leicht 44 Kilowattstunden (kWh) im Jahr zusammen. Eine Menge, wenn man bedenkt, was man alles mit einer Kilowattstunde machen kann – zum Beispiel 100 Stunden Radio hören. Also: Vorsicht bei allen Elektrogeräten mit Fernbedienungen, leuchtenden Lämpchen und laufenden Anzeigen.

3. Öfter mal den Netzstecker ziehen

Lädst du dein Smartphone immer über Nacht auf und lässt das Ladegerät deshalb einfach in der Steckdose? Das ist praktisch, klar – verbraucht aber unnötig Strom. Deshalb solltest du lieber den Netzstecker von Handy, Laptop und anderen Geräten nach dem Aufladen vom Stromnetz trennen. Der Aufwand, es wieder einzustöpseln, ist nicht groß, die Möglichkeit Strom zu sparen dafür schon.

4. Clevere Stromsparhelfer nutzen

Steckdose ist nicht gleich Steckdose. Einige Modelle helfen dir dabei, Strom zu sparen. Wir haben drei clevere Helferlein zusammengestellt:

  • Werden mehrere Elektrogeräte gleichzeitig genutzt, ist eine Mehrfachsteckdose mit Kippschalter ideal. Mit ihr kannst du Geräte wie Computer, Monitor und Drucker gleichzeitig an- und ausschalten.
  • Eine sogenannte Master-Slave-Steckdosenleiste ist ebenfalls sinnvoll. Wird das Hauptgerät (Master) ausgeschaltet, werden auch die anderen Geräte (Slaves) vom Stromnetz getrennt.
  • Möchtest du nicht auf den Standby-Modus verzichten, sind intelligente Steckdosen eine gute Alternative. Sie erkennen, wenn ein Gerät „schlummert“, und stellen automatisch die Energiezufuhr ab.

5. Mit dem Kühlschrank Strom sparen

Einen Kühlschrank mit hoher Energieeffizienzklasse zu kaufen, zahlt sich aus. Um Strom zu sparen, kannst du aber noch mehr machen. Eine große Rolle spielt zum Beispiel der Standort. Vermeide es, den Kühlschrank neben Wärmequellen aufzustellen. Heizung, Herd oder Geschirrspüler sollten also möglichst weit entfernt sein. Es empfiehlt sich ebenfalls, die Voreinstellungen zu hinterfragen. Die optimale Temperatur im Kühlschrank liegt bei 5 bis 7 Grad Celsius, im Gefrierfach bei -18 Grad Celsius. Schon wenig macht hier viel aus. Denn jedes Grad höher senkt den Energieverbrauch um 6 Prozent. Was du noch tun kannst, um beim Kühlen und Gefrieren Strom zu sparen, erfährst du in dem Blogbeitrag „Das kleine 1 x 1 des Kühlschranks“.

Mit einem modernen Herd kann man beim Kochen sparen

6. Strom beim Kochen und Backen sparen

Auch beim Kochen und Backen kannst du an der Stellschraube drehen und Strom sparen. Das fängt schon bei der Wahl des Kochgeschirrs an. Töpfe und Pfannen sollten aus Materialien bestehen, die Wärme gut leiten. Das trifft unter anderem auf emaillierten Stahl und Teflon zu. Stimme außerdem die Größe des Kochgeschirrs auf die Plattengröße ab, damit Wärme nicht ungenutzt in die Luft verschwindet. Aus demselben Grund empfiehlt es sich übrigens, einen Deckel für Töpfe und Pfannen zu verwenden.

Backst und kochst du oft nach Rezept? Das darin oft angegebene Vorheizen des Backofens ist meist nicht notwendig und verbraucht unnötig Energie.

Wie du noch effizienter kochen und backen kannst, zeigen wir dir in dem Beitrag „Energiesparen beim Kochen“.

 

7. Sparen im Umgang mit der Waschmaschine

Bei vielen ist sie sehr regelmäßig in Betrieb – die Waschmaschine. Besitzt du ein Gerät mit der Energieeffizienzklasse A+++, hast du schon den richtigen Weg zum Stromsparen eingeschlagen. Durch die richtige Füllmenge, Umdrehungszahl und Temperatur kannst du noch effizienter waschen. Achte darauf, dass die Wäschetrommel möglichst komplett gefüllt ist und schalte bei den Umdrehungen einen Gang runter. In den meisten Fällen reicht es aus, die Wäsche mit 1.000 Umdrehungen pro Minute zu schleudern. Auch die Wahl der Temperatur ist wichtig. Wasche leicht verschmutzte Buntwäsche bei 30 oder 40 Grad Celsius. Kochwäsche wird auch bei 60 Grad Celsius sauber. Hast du es mit besonders hartnäckigen Flecken zu tun? Dann wirkt eine Vorbehandlung mit Fleckenentfernern Wunder. Noch mehr Tipps für ein effizientes Waschvergnügen findest du in unserem Ratgeber.

Heizkörper kann im Sommer ausgemacht werden.

Im Sommer kann die Heizung ausgestellt werden.

8. Beim Heizen Energie und Strom sparen

Einer der größten Stromfresser im Haushalt ist ganz klar die Heizung. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, richtig zu heizen und dadurch viel Energie zu sparen: Ein praktischer Tipp ist zum Beispiel regelmäßiges Entlüften und Entstauben der Heizkörper. Achte außerdem darauf, dass der Heizkörper nicht durch Gardinen oder Möbel verdeckt wird. So kann sich die Wärme optimal im Raum verteilen. Auch das Senken der Raumtemperatur kann helfen. Nahe liegend – aber wusstest du, dass du schon mit einem Grad Celsius weniger bis zu 6 Prozent Heizenergie sparen kannst? Wie du Heizkörper entlüftest, welche Temperatur für welche Räume optimal ist und wie du durch richtiges Lüften Strom sparst, erfährst du im Beitrag „Tipps für das richtige Heizen und Lüften“.

Übrigens, nicht vergessen: Bald kannst du deine Heizung auch auf Sommerbetrieb umstellen und so ebenfalls Energie sparen.

Vielleicht macht auch ein genereller Check deiner Heizungsanlage sind. Denn, egal ob du mit Gas, Öl oder Pellets heizt: Die Heizungspumpe muss gerade bei kaltem Winterwetter tausende Liter Wasser durch die Heizungsrohre pumpen. Alte und falsch eingestellte Heizungspumpen verbrauchen dabei jährlich 400 kWh oder mehr. Aus diesem Grund kann sich eine Überprüfung der Heizung lohnen. Eventuell ist es sogar sinnvoll, in eine neue Heizungspumpe zu investieren: Moderne Heizungspumpen laufen nämlich nicht ununterbrochen, sondern ihre Leistung an den jeweiligen Bedarf an. Dadurch sparst du Energie und hast auch die Ausgaben für das neue Bauteil über kurz oder lang wieder in deiner Haushaltskasse.

 

9. Mit LED-Lampen Strom sparen

Lichtquellen haben einen großen Einfluss auf die Raumwirkung. Wenn du dich gerade in dem Raum aufhältst, ist das auch gut so. Indem du jedoch nicht benötigte Lichtquellen ausschaltest, kannst du viel Strom sparen. Das ist kein Geheimnis, wird aber oft unterschätzt oder vergessen. Ist Letzteres der Fall, sind Bewegungsmelder und Abschaltautomatiken eine gute Hilfe . Vor allem im Flur und zum Beispiel im Gäste-WC sind Bewegungsmelder eine stromsparende Alternative. In diesen Räumen kommt es nämlich besonders häufig vor, dass du vergisst, das Licht zu löschen. Legst du Wert auf ein gemütliches Ambiente in den Wohnräumen und möchtest trotzdem Energie sparen, empfehlen wir dir Dimmer.

Alte Glühbirnen solltest du übrigens grundsätzlich austauschen. Energiesparlampen und LED-Leuchten haben einen deutlich besseren Wirkungsgrad. Ein zusätzlicher Vorteil: Hochwertige LEDs haben eine Lebensdauer von bis zu 15 Jahren.

10. Auf die Energieeffizienzklasse achten

Bei der Neuanschaffung von elektrischen Geräten ist zu empfehlen, auf die Energieeffizienzklasse zu achten. Elektrogeräte mit dem EU-Energielabel A+++ bieten die größte Kostenersparnis. Die Energieeffizienzklassen werden für verschiedene Produktgruppen anhand eines Referenzgeräts festgelegt. Produkte der jeweiligen Gruppe lassen sich bezüglich des Energieverbrauchs so besser miteinander vergleichen.

Wichtig: Auch im A-Bereich gibt es erhebliche Unterschiede. Ein Kühlgerät der Klasse A+++ verbraucht etwa nur halb so viel Energie wie ein Gerät der Klasse A+. Das Energieeffizienzlabel ist übrigens nicht nur hilfreich, um Strom zu sparen. Es informiert auch über Eigenschaften wie die Geräuschentwicklung und ggf. den Verbrauch weiterer Energieträger.

Aufgrund des technischen Fortschritts befinden sich jedoch mittlerweile viele Geräte in der höchsten Effizienzklasse. Eine weitere Abgrenzung wird derzeit durch Pluszeichen vorgenommen. Um die Unterscheidung für Verbraucher etwas zu erleichtern, gelten ab März nächsten Jahres, also 2021 neue Energielabel.

Aber Vorsicht: Nur weil du dir ein neues Gerät anschaffst, heißt das nicht zwangsläufig, dass du automatisch viele Kilowattstunden sparst. Ist der neue Fernseher beispielsweise größer als der alte, verbraucht er unter Umständen genauso viel Energie wie dein bisheriges Gerät. Auch solltest du den alten Kühlschrank nicht einfach als Ersatz im Keller weiterverwenden. Stromfresser bleibt Stromfresser.

Du möchtest noch mehr Energiesparen? Entdecke welche Einsparpotenziale noch in deinem Zuhause schlummert. Weitere Energiespartipps findest du in unserem Energiespar-Bereich.