Neue Gesetze 2020: Das sollten Bauherren und Modernisierer wissen

Hauseigentümer und Häuslebauer aufgepasst: Anfang 2020 sind neue Gesetze in Kraft getreten, dank derer sich viel Geld sparen lässt. Vor allem das Klimaschutzpaket, das die Bundesregierung Ende 2019 auf den Weg brachte, solltest du kennen. Andere Regelungen laufen Ende des Jahres aus.

Hier findest du die wichtigsten Regelungen für 2020 und was sie für dich bedeuten.


Das erwartet dich hier

Klimaschutzpaket fördert sanierungswillige Hausbesitzer

Im November 2019 beschloss der Bund das Klimaschutzgesetz – nicht zuletzt aus dem Grund, um die bis 2030 zugesagte Reduzierung der CO2-Emissionen um 55 Prozent (verglichen mit 1990) zu erreichen. Vereinbart wurden unter anderem Förderprogramme für Hausmodernisierungen, die die Energieeffizienz verbessern oder in deren Zuge die Heizung auf erneuerbare Energien umgestellt wird. Unterstützt werden beispielsweise die Umrüstung auf moderne Heizungssysteme, der Einbau von Wärmeschutzfenstern sowie die Wärmedämmung von Dach und Außenwänden.

Da die Förderung allen Einkommensklassen zugutekommen soll, erfolgt sie vornehmlich im Rahmen von zusätzlichen Steuererleichterungen. Wer zum Beispiel alte, undichte Fenster durch moderne Wärmeschutzfenster ersetzt, darf seine Steuerschuld um 20 Prozent der anfallenden Kosten senken. Dies muss verteilt über drei Jahre erfolgen: jeweils sieben Prozent in den ersten beiden Jahren, dann noch einmal sechs Prozent im dritten Jahr. Pro Haus oder Wohnung dürfen maximal 200.000 Euro an Sanierungs- bzw. Modernisierungskosten von der Steuer abgesetzt werden.

Für bisherige Förderungen, zum Beispiel im Rahmen des Gebäudesanierungsprogrammes des Bundeswirtschaftsministeriums, gibt es durch das Klimaschutzpaket mehr Geld. Die Förderung einzelner Maßnahmen steigt dann um zehn Prozent. Stärker unterstützt wird auch die Energieberatung für Wohngebäude, die Kosten dafür übernehmen nun die entsprechenden Förderprogramme. Wer zum Beispiel eine gebrauchte Immobilie kauft, hat nun Anspruch auf Beratung durch einen Energieexperten. Die Voraussetzungen dafür sind:

  • Du nutzt dein Wohneigentum selbst.
  • Die Immobilie ist mindestens zehn Jahre alt.
Dämmung des Dachstuhls

Wer sein Haus klimaschonend saniert und zum Beispiel dämmt, erhält ab 2020 mehr Geld vom Staat.

Heizen mit erneuerbaren Energien im Fokus

Ab 2026 ist Schluss, zumindest für Ölheizungen. Sie dürfen dann in neuen Wohnhäusern nicht mehr eingebaut werden, weil es klimafreundlichere Alternativen gibt. Bestehende Ölheizungen genießen zwar Bestandsschutz, gleichwohl wird der Austausch alter Anlagen gegen eine effizientere Heizung gefördert. Um diese zu erhalten, muss die Anlage mindestens zwei Jahre alt sein. Statt wie früher mit Festbeträgen beteiligt sich der Bund nun anteilig an den Investitionskosten.

Die Höhe des Zuschusses unterscheidet sich danach, in welchem Umfang die Heizanlage modernisiert wird. Heizsysteme, die vollständig auf erneuerbare Energien setzen, werden stärker gefördert als solche, bei denen die Erneuerbaren nur einen bestimmten Anteil erreichen. Zusätzlich zur normalen Fördersumme, die auch für Neubauten in Anspruch genommen werden kann, gibt es beim Austausch einer Ölheizung eine zusätzliche Prämie von zehn Prozent. Dadurch ergeben sich folgende Fördersätze:

  • Biomasse / Wärmepumpe: bis zu 45 Prozent der Investitionskosten
  • Gas-Hybridheizung: bis zu 40 Prozent der Investitionskosten

Zuständig für die Förderung des Heizungsumbaus ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Die alte Ölheizung durch eine effizientere und klimafreundlichere Anlage auszutauschen, lohnt sich auch mit Blick auf die Betriebskosten. Denn ab 2021 soll der CO2-Ausstoß durch fossile Brennstoffe mittels eines Zertifikate-Systems eingedämmt werden. Pro Tonne CO2 werden dann 25 Euro fällig, in den kommenden Jahren soll der Preis weiter steigen. Die Anbieter von Öl müssen die entsprechenden Zertifikate kaufen, dürfen die Kosten aber auf ihre Kunden umlegen. Wer sich also für eine effizientere Heizung entscheidet, profitiert nicht nur von der staatlichen Förderung, sondern spart auch im Hinblick auf die Betriebskosten.

Makler führt Pärchen durch die Immobilie

Beim Hauskauf sollen sich in Zukunft Verkäufer und Käufer die Kosten für den Makler teilen.

Neue Regelung zur Maklerprovision tritt in Kraft

Bereits seit 2019 verhandelt die Politik über eine Neuregelung der Maklerprovisionen bei Hausverkäufen. Noch ist sie nicht in Kraft, die letzten Verhandlungen in Bundestag und Bundesrat können sich noch bis Anfang April 2020 hinziehen. Das neue Gesetz kann dann voraussichtlich im Sommer, spätestens im Herbst dieses Jahres in Kraft treten.

Bislang ist klar, dass es nicht zum vieldiskutierten „Bestellerprinzip“ kommen wird. Danach hätte der Verkäufer die Maklerkosten tragen müssen. Stattdessen soll die Provisionsteilung verbindlich festgeschrieben werden. Diese wird zum Beispiel angewendet, wenn ein Makler gleichzeitig für den Verkäufer wie für den Käufer tätig ist. Bei einem Verkauf muss er beiden Seiten gleich viel Provision in Rechnung setzen – keine Seite darf weniger zahlen als die andere. Auch wenn der Makler nur für den Verkäufer tätig ist, darf dieser in Zukunft die vereinbarte Provision nicht mehr komplett an den Käufer abschieben. Um diesen zu schützen, schiebt die Politik hier einen Riegel vor; maximal 50 Prozent der Provision dürfen auf den Käufer umgelegt werden.

Familie freut sich vor ihrem Neubau, dass sie vom Baukindergeld profitieren können.

Familien mit geringem oder kleinem Einkommen profitieren beim Hausbau vom Baukindergeld.

Anträge auf Baukindergeld bis Ende 2020 stellen

Noch bis Ende 2020 kannst du bei der KfW-Bank einen Antrag auf Baukindergeld stellen. Der Bund hatte das Förderprogramm am 1.1.2018 gestartet. Es soll Familien und Alleinerziehende unterstützen, trotz steigender Hauspreise eine eigene Immobilie zu bauen oder zu kaufen. Voraussetzung für eine dreiköpfige Familie ist, dass ihr Haushaltseinkommen unter 90.000 Euro liegt. Für jedes weitere Kind steigt die Grenze um 15.000 Euro. Pro Kind gibt es einen staatlichen Zuschuss von 12.000 Euro, verteilt auf zehn Jahre zu Raten von 1.200 Euro. Das Baukindergeld braucht nicht zurückgezahlt zu werden und ist komplett steuerfrei. Allerdings wird es nur solange gewährt, bis der Fördertopf von 9,9 Milliarden Euro leer ist. Die letzten Anträge können bis zum 31. Dezember 2020 gestellt werden.