Effizienter machen, 29.06.2017

Wohnung im Sommer kühlen

Die heiße Jahreszeit ist da! Die Temperaturen steigen und steigen – aber nicht nur draußen, sondern oftmals auch in den eigenen vier Wänden. Mit dem richtigen Verhalten und passenden Maßnahmen ist Besserung in Sicht.

Wir haben euch einige Tipps zusammengestellt, mit denen ihr eure Wohnung im Sommer kühlen könnt. Bei Temperaturen um die 30 °C freut man sich zwar über das hervorragende Badewetter, wenn es jedoch in der eigenen Wohnung zu warm wird, kann das schnell als sehr unangenehm empfunden werden. In Innenräumen liegt die thermische Behaglichkeitsgrenze bei etwa 27 °C. Ohne geeignete Gegenmaßnahmen kann es aber zum Beispiel in einem nach Süden ausgerichteten Wintergarten sogar bis zu 70 °C heiß werden.

Jeder kennt es: Steigt die Temperatur, wird man weniger leistungsfähig, fühlt sich schlapp und schläft schlecht. Doch schon mit dem richtigen Verhalten und einigen unkomplizierten Maßnahmen könnt ihr schnell für Abkühlung in euren Räumen sorgen – und das ohne Klimaanlage. Auch wer auf lange Sicht etwas für eine kühlere Wohnung tun will, wird bei unseren Tipps fündig.

 

Schnelle Hilfe für kühle Räume

Der Wetterbericht kündigt die nächste Hitzewelle an. Was müsst ihr beachten, damit eure Wohnung kühl bleibt? Wir haben euch die wichtigsten Tipps zusammengestellt, die kurzfristig helfen – und das ganz ohne Energie zu verbrauchen.

  1. Die Wärme draußen haltenJalousien vor einem Fenster
    Hitze, die erst gar nicht in die Wohnung gelangt ist, muss auch nicht aufwendig wieder heruntergekühlt werden. Sobald es also im Freien wärmer als in den Innenräumen ist, heißt es unbedingt: Fenster zu! Denn Fenster an sich sind eine große Schwachstelle, über die sich Räume schnell aufheizen. Sonnenschutz, der außen angebracht wird, ist effektiver als ein innen liegendes Rollo. Denn die Wärme der Luft sowie die Sonneneinstrahlung werden noch außerhalb der Wohnung abgefangen. Geschlossene Jalousien oder Läden wirken wie eine Isolationsschicht und halten die Räume im Sommer kühl.
  2. Direkte Sonneneinstrahlung reduzieren 
    Ihr wollt nicht den ganzen Tag in abgedunkelten Räumen verbringen? Dann solltet ihr zumindest die direkte Sonneneinstrahlung reduzieren. Da der Sonnenstand im Sommer hoch ist, kann der außen liegende Sonnenschutz auch horizontal in einem 90° Winkel vor dem Fenster angebracht werden. Der Vorteil: Die Sonne scheint nicht direkt in die Wohnung, aber drinnen ist es weiterhin schön hell. Denselben Effekt haben übrigens Markisen auf Terrasse und Balkon. Ihr wohnt zur Miete und es kommt nur ein Innenrollo infrage? Dann ist dessen Farbe besonders wichtig. Ein heller Blendschutz reflektiert die Sonnenstrahlen besser und verringert so die Wärmeentwicklung in der Wohnung. Sonnenrollos mit Thermobeschichtung sind ein zusätzlicher Hitzeschutz und gerade für Dachfenster eine gute Lösung.
  3. Richtig lüftenLeicht geöffnetes Fenster
    Es ist verführerisch, aber wie bereits erwähnt, solltet ihr im Sommer tagsüber nicht die Fenster offen lassen – und euch konsequent daran halten. Mit gelegentlichem Stoßlüften könnt ihr aber für frische Luft sorgen. Damit möglichst wenig Wärme eindringt, öffnet am besten die Fenster auf der Schattenseite des Hauses oder der Wohnung. Nachtauskühlung ist jedoch das Zauberwort beim Lüften: Nutzt die Nacht sowie die kühlen Abend- und Morgenstunden, um eure Wohnung richtig durchzulüften. Sobald es am Morgen wieder warm wird, gehören die Fenster natürlich erneut geschlossen.
    Ein häufiger Irrtum: Der Sommer ist nicht die richtige Zeit, um den Keller ordentlich durchzulüften. Die warme Luft kondensiert an den kalten Wänden und es besteht Schimmelgefahr.
  4. Wärmequellen verringern
    An heißen Tagen solltet ihr nicht nur die Hitze draußen halten, sondern auch selbst möglichst wenig Wärme in den Innenräumen produzieren. Mit dem richtigen Verhalten bleibt eure Wohnung im Sommer kühl und ihr spart zudem wertvolle Energie. Schaltet ungenutzte Elektrogeräte komplett aus, damit sie keine Wärme abgeben und verzichtet auf Föhn, Backofen und Wäschetrockner am besten ganz. Wäsche in der Wohnung Luft zu trocknen hat einen weiteren Vorteil: Durch die entstehende Verdunstungskälte wird der Luft Wärme entzogen. Auch wenn warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann, solltet ihr darauf achten, dass es in den Räumen nicht zu feucht und schwül wird.
  5. Von natürlichen Wärmespeichern profitieren
    Im Gegensatz zu Wärmequellen sind Wärmespeicher in der Wohnung  im Sommer sehr willkommen. Fußböden mit Fließen oder aus massiven Materialien wie Stein und Beton können Wärme gut speichern und geben sie bei sinkenden Temperaturen langsam wieder ab. Das passiert zum Beispiel nachts, wenn auch gelüftet werden kann. Teppichboden wirkt dagegen isolierend und verhindert, dass der Boden Wärme aufnimmt. Es kann daher einen positiven Effekt haben, wenn ihr große und schwere Teppiche im Sommer wegräumt.

 

Langfristige Maßnahmen zum Wohnung kühlen

Ihr braucht nicht sofort eine Lösung, sondern wollt auf lange Sicht euer Haus oder eure eigene Wohnung im Sommer kühlen? Die folgenden Maßnahmen sorgen ebenfalls für Abkühlung, sind aber vor allem durch den Einsatz von spezieller Technik zeit- und kostenintensiver. Trotzdem können sie sich lohnen:

  1. Fassaden begrünen
    Begrünte HausfassadeNatürliche Schattenspender wie Bäume sorgen für ein angenehmes Klima und können ein Haus von außen kühlhalten. Dasselbe gilt für begrünte Fassaden – die zudem wenig Platz benötigen und sich daher auch in der Stadt und auf kleinen Grundstücken realisieren lassen. Einige Städte wie Stuttgart bieten sogar eine kostenlose Beratung und finanzielle Unterstützung für die Begrünung von Dächern und Fassaden an. Die Blätter der Pflanzen verhindern, dass die Sonne direkt auf die Hauswand scheinen kann und wirken wie eine isolierende Schicht. Als positiver Nebeneffekt reinigt das Grün auch noch die Luft. Efeu, Wein oder Rosenranken bieten sich für eine Fassadenbegrünung an. Durch Rankhilfen wie Spannseile könnt ihr verhindern, dass die Fassade durch die Pflanzen in Mitleidenschaft gezogen wird. Dieser Sonnenschutz benötigt natürlich etwas mehr Zeit und Pflege.
  2. Sonnenschutzverglasung einsetzen
    Dass sich die Wohnung gerade über die Fenster aufheizt, haben wir zu Beginn schon thematisiert. Neben Rollläden und Jalousien können hier auch sonnenschutzverglaste Fenster Abhilfe schaffen. Laut Baunetz-Wissen kann mit einer ausgeprägten Sonnenschutzverglasung im Vergleich zu Standard-Isolierglas die Innenraumtemperatur dauerhaft gesenkt werden und Überschreitungen der thermischen Behaglichkeitsgrenze um 60 % reduziert werden. Da eine Energieeinsparung vorgenommen wird, kann der Einbau unter Umständen von der KfW unterstützt werden.
  3. Fußbodenheizung zur Kühlung nutzen
    Flächenheizungen, zu denen Wand- und Fußbodenheizungen zählen, lassen sich im Sommer auch zur Kühlung der Wohnung nutzen. Allerdings benötigt diese Lösung natürlich Energie und ist  mit zusätzlichen Kosten verbunden. Aber speziell in Verbindung mit einer Wärmepumpe kann den Heizrohren einer Fußbodenheizung unkompliziert auch kühles Wasser zugeführt werden. Beträgt die Lufttemperatur in einem Raum zum Beispiel 30 °C, kann sie so um drei bis vier Grad gesenkt werden, schreibt welt.de. Wichtig ist, dass eine genaue Regelung verhindert, dass der Taupunkt auf der Oberfläche nicht unterschritten wird. Ansonsten bildet sich Kondenswasser, auf dem man licht ausrutschen kann. Übrigens: Mehr zum Thema Wärmepumpe könnt ihr auf unserer Homepage erfahren.
  4. Sommerbypass für die Lüftungsanlage
    Eure Wohnung besitzt eine Lüftungsanlage oder eine solche soll in eurem Neubau zum Einsatz kommen? Auch diese könnt ihr zu Kühlung eurer Wohnung nutzen! Moderne Fertighäuser besitzen oft eine Lüftungsanlage, um die Energieeffizienz des Gebäudes zu steigern und Luftungswärmeverluste zu verringern. Die Anlage führt die verbrauchte Luft ab, ein Wärmetauscher entzieht ihr die Wärme und überträgt diese auf die frische Zuluft, die in den Raum eingeleitet wird.  Für eine verbesserte Kühlfunktion wird ein Sommerbypass integriert, der die kühle Nachtluft am Wärmetauscher vorbei in die Wohnung leitet. Ansonsten hilft ein ähnliches Vorgehen wie beim Lüften, um die Wohnung kühl zu halten: Bei hohen Temperaturen solltet ihr den Luftaustausch tagsüber reduzieren und während der kühlen Nachtstunden die Lüfterstufe erhöhen.