Leichter machen, 26.07.2017

Wohnungsübergabe – was muss man beachten?

Kratzer im Parkett? Flecken an den Wänden? Macken in den Fliesen? Bei einer Wohnungsübergabe müssen Mieter und Vermieter gut aufpassen. Ein Wohnungsübergabeprotokoll beugt Konflikte vor und erspart so allen Beteiligten viel Ärger.

Ein unkomplizierter Wohnungswechsel erleichtert einem in vieler Hinsicht das Leben. Der Einzug in eine Wohnung, die in keinem einwandfreien Zustand ist sowie der Auszug mit rechtlichen Folgen oder Streit mit dem Vermieter können sehr langwierig und anstrengend sein. Aus diesem Grund haben wir dir Tipps und Tricks zusammengestellt, die dir helfen, den Ein- bzw. Auszug so stressfrei wie möglich zu gestalten. Dafür haben wir dir ein Wohnungsübergabeprotokoll zusammengestellt, das du dir kostenlos downloaden kannst.

Von einem Wohnungsübergabeprotokoll profitieren Mieter sowie Vermieter – aber warum?

Wichtig für den Mieter: Wenn du als Mieter in eine neue Wohnung einziehst, erwartest du natürlich einen einwandfreien Zustand der Wohnung. Um diesen zu überprüfen, ist es sehr hilfreich zusammen mit dem Vermieter die Wohnung vor Einzug zu besichtigen. Hierbei können dann alle Mängel oder Auffälligkeiten schriftlich in einem Wohnungsübergabeprotokoll festgehalten werden. Dieses kann hinterher als Beweis dienen, um bei Beschädigungen nicht als Schuldiger dazustehen.

Wichtig für den Vermieter: Für dich als Vermieter ist es aber genauso wichtig die Wohnung zusammen mit dem Mieter bei Auszug nochmal durchzugehen um eventuelle Mängel festzustellen. Dies bietet dir Sicherheit im Falle von Mängeln und lässt dich sehr viel einfacher beweisen, dass Reparaturen nötig sind. Wenn ihr im Idealfall bereits beim Einzug ein Protokoll erstellt habt, könnt ihr dieses zum Abgleich für das Auszugsprotokoll verwenden. So kannst du super einfach herausfinden, ob Mängel bereits schon vor dem Einzug des Mieters vorhanden waren oder erst durch den Mieter selbst verursacht wurden.

WohnungsübergabeprotokollWir haben für dich – als Mieter oder Vermieter – eine Checkliste zum kostenlosen Download entwickelt. Mit dieser fällt es dir garantiert leichter, an alles Wichtige zu denken bevor du in eine neue Wohnung einziehst oder sie bei Auszug von deinem bisherigen Mieter abnimmst. Solch ein Protokoll gibt dir mehr Sicherheit und klärt meist Unklarheiten bezüglich der Verantwortlichkeiten beim Ein- bzw. Auszug.
kostenlos downloaden

  • Gibt es Mängel in der Wohnung? Wenn ja, wer übernimmt die Reparaturen?
  • Sind alle geliehenen Schlüssel vollständig?
  • Wie erfolgt die Abrechnung der Nebenkosten?
  • Wie werden die Energiekosten verrechnet?
  • Muss der Stromvertrag gekündigt werden? Wenn ja, macht das der Mieter oder Vermieter?

Welche Inhalte sollten für das Wohnungsübergabeprotokolls nicht vergessen werden?

Am Tag der Wohnungsübergabe solltest du dich mit dem Mieter bzw. mit deinem Vermieter am Besten bei Tageslicht treffen. Außerdem empfiehlt es sich genügend Zeit einzuplanen, um wirklich nichts zu übersehen. Wenn ihr beides berücksichtigt kann einer genauen Betrachtung der Wohnung nichts im Wege stehen.

Um einen Vorgeschmack auf unser Wohnungsübergabeprotokoll zu geben, haben wir dir einen kurzen Überblick über die wichtigsten Inhalte zusammengestellt:

  • Kontaktdaten des Mieters und Vermieters: Stelle sicher, dass alle Daten ausgefüllt werden um so später einen direkten Kontakt herstellen zu können – falls nötig.
  • Weitere Teilnehmer: Gibt es auf Mieter- oder Vermieterseiten Zeugen, die ebenfalls am Übergabetag vor Ort sind? Wenn ja, notiere die Namen, um so später eventuell auf diese zurückzugreifen.
  • Daten zur Übergabe: Notiere die Adresse der besichtigten Wohnung und vergesse nicht, das Datum der Wohnungsübergabe zu notieren! Dies kann im Nachhinein entscheidend sein.
  • Mängelbeschreibung: Hier empfehlen wir durch alle Räume der Wohnung zu gehen und alles zu notieren, das dir auffällt. Kratzer oder Macken auf dem Boden? Flecken an der Wand? Kaputte Geräte oder Möbel? Schimmelbildung in den Raumecken? Beschädigte Fenster oder Türen? Mache am Besten auch gleich Fotos davon.
  • Zählerstände: Ganz wichtig für die Nebenkostenabrechnung ist es, die aktuellen Zählerstand von Strom, Wasser, Heizung zu notieren. Diese kannst du auch im Nachhinein noch eintragen, wenn beispielsweise die Wohnung erst ein paar Tage nach der Wohnungsübergabe frei wird.
  • Schlüsselübergabe: Achte darauf, dass alle Schlüssel übergeben werden. Notiere dir am Besten auch die Anzahl und das Datum, an dem sie übergeben werden.

Tipp: Lasse am Ende des Protokolls Platz für Bemerkungen und weitere Kommentare. Denn es ist besser auf deinem Wohnungsübergabeprotokoll zu viel statt zu wenig zu notieren. Wenn nämlich im Nachgang noch Mängel entdeckt werden und dein Mieter bzw. Vermieter stellt sich quer, diese nachträglich ins Protokoll einzutragen, bleibt im Notfall nur der Weg zum Rechtsanwalt.

Wie ist die gesetzliche Lage bei Wohnungsübergaben?

Ein Wohnungsübergabeprotokoll ist zwar in keinem Gesetz vorgeschrieben, es sollten dennoch beide Parteien darauf bestehen, eines anzufertigen, um Fragen zu Ersatzansprüchen im Vorfeld zu klären und um eine saubere Übergabe zu gestalten. Zudem ist es sehr zu empfehlen, während der Wohnungsübergabe Fotos von Mängeln und Beschädigungen zu machen, denn in der Regel werden diese als Beweismittel vor Gericht angesehen. Fallen dem Vermieter nach der Wohnungsübergabe noch Mängel auf, hat er sechs Monate Zeit, diese beim Mieter geltend zu machen. Hierzu gibt es im Bürgerlichen Gesetzbuch den §548, der besagt, dass Ersatzansprüche des Vermieters wegen Veränderung oder Verschlechterung der Mietsache sechs Monate nach der Rückgabe der Mietsache verjähren. Das heißt im Klartext: Der Mieter kann nach seiner Wohnungsübergabe innerhalb sechs Monate noch für Mängel beschuldigt oder in Anspruch genommen werden. Aus diesem Grund ist es ganz besonders wichtig, ein sauberes und ausführliches Protokoll anzulegen.

MietkautionEin weiteres wichtiges Thema ist die Mietkaution, die jeder Mieter vor dem Einzug in eine neue Wohnung dem Vermieter zahlen muss. Sie dient dem Vermieter als Sicherheit und kann diese nach Ende des Mietverhältnisses für Ansprüche wie beispielsweise Mängel und Schäden, unterlassene Schönheitsreparaturen oder sogar Mietrückständen verwendet werden. Hierfür muss der Vermieter allerdings eine nachvollziehbare Aufstellung dem Mieter aufzeigen, die mit belastbaren Gründen und Kosten belegt ist. Auch hier gilt wieder eine Frist laut Rechtsprechung: der Vermieter hat drei bis sechs Monate Zeit für die Abrechnung der Kaution. Falls dann der Mieter nicht mit der zurückgezahlten Summe einverstanden ist, bleibt ihm allerdings nur die Klage vor Gericht.

Eine weitere Pflicht entsteht für den Mieter aus dem § 546 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Hier ist vorgeschrieben, dass die Rückgabe in einem ordnungsgemäßen Zustand erbracht werden muss. Das heißt, dass die Räume „besenrein“ übergeben werden, also Schmutzspuren und Flecken, die der Mieter verursacht hat, müssen beseitigt sein.

Zusammenfassend unsere Empfehlung, was du unbedingt bei der Wohnungsübergabe beachten solltest:

  1. Vereinbare einen Termin zur Wohnungsübergabe bei Tageslicht und plane genügend Zeit ein.
  2. Notiere dir alle wichtigen Daten zu Kontaktpersonen, zur Wohnung und zum Datum der Übergabe.
  3. Gehe mit allen Beteiligten durch jeden Raum der Wohnung und notiere dir wichtige Auffälligkeiten.
  4. Vergiss die Zählerstände nicht!
  5. Unterschreibt das Protokoll am Ende und geht sicher, dass Mieter und Vermieter beide ein Exemplar erhalten.
  6. Halte als Vermieter gesetzliche Fristen bei eventuellen Ersatzansprüchen und der Mietkaution ein, um am Ende keinen Konflikt entfachen.
  7. Übergib als Mieter die Wohnung besenrein, sodass es keinen Grund für Ärger gibt.

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