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Denkanstöße. Dialog. Durchstarten

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Entschlossen durchstarten zur Dekarbonisierung: Wir haben beim EnBW-Nachhaltigkeitsdialog 2023 in den Wagenhallen Stuttgart mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft über die Frage diskutiert, wie die Energiewende noch schneller Fahrt aufnehmen kann. Und was jeder und jede Einzelne von uns dazu beitragen kann. Neben rund 250 Gästen vor Ort und vielen weiteren im Livestream mit dabei: Christoph Bals von Germanwatch, Staatssekretärin Franziska Brantner vom BMWK, der Nachhaltigkeitsunternehmer Nico Rosberg, Bestseller-Autor Jan Hegenberg und unser CEO Andreas Schell.

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Unsere wesentlichen Erkenntnisse aus der Veranstaltung

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  • die Wirtschaft braucht klare Rahmenbedingungen für notwendige Investitions- und Bauentscheidungen
  • es ist ein kapitalmarktfähiges Finanzierungskonzept für das H2-Kernnetz notwendig
  • fossile Energieträger bleiben für die Übergangsphase unverzichtbar
  • eine Steuerreform ist notwendig, damit die Energiewende nicht zur sozialen Frage wird
  • Politik und Wirtschaft müssen noch stärker für die Energiewende begeistern
  • Und: Gemeinsam können wir viel erreichen!

„Es genügt nicht, Sprechblasen zu verkünden“

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Christoph Bals, Geschäftsführer von Germanwatch, hat beim Nachhaltigkeitsdialog das Themenpanel „Dekarbonisierung“ geleitet und mit uns im Nachgang über seine Leitfragen gesprochen.

Herr Bals, was muss Ihrer Meinung nach geschehen, damit die Klimaschutzziele der Bundesregierung erreicht werden?

Christoph Bals: Es ist, wie die Regierung selbst ankündigt, absehbar, dass der Gebäude- und der Verkehrssektor ihre Klimaziele verfehlen. Es wäre ein Verstoß gegen den Klimabeschluss des Bundesverfassungsgerichts, wenn das Klimaschutzgesetz und -programm jetzt wie vorgesehen reformiert würden.

Abgesehen davon brauchen wir für die notwendigen Investitionen in die Energiewende nach dem jüngsten Beschluss des Bundesverfassungsgerichts nun einen Zukunftspakt von Wirtschaft, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft. Wo sinnvoll und möglich sollte auch privates Kapital eingebunden werden, um mit den begrenzten Haushaltsmitteln eine Hebelwirkung zu erzielen.

Welchen Beitrag zum Klimaschutz können technische Lösungen wie die CO2-Abscheidung und -speicherung leisten?

Bals: Die als Carbon Capture and Storage (⁠CCS⁠) bezeichnete Technik ermöglicht die Abscheidung und geologische Tiefenlagerung von CO2. Das ist teuer, sehr energieaufwändig und dennoch nicht völlig treibhausgasneutral. Jeder Sektor, der sich auch ohne CCS transformieren kann, sollte andere Lösungen nutzen. Für den Energiesektor ist das Verfahren deshalb keine sinnvolle Option.

Sinnvoll erscheint das Verfahren hingegen dort, wo es alternativlos ist. Etwa bei der Herstellung von Zement und Kalk sowie in der Müllverbrennung. Die geplante Carbon-Management-Strategie der Bundesregierung reflektiert diese Erkenntnis grundsätzlich. Allerdings ist die stringente Umsetzung, wie und in welchen Branchen CCS umgesetzt werden soll, bisher nicht geklärt.

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Christoph Bals

Geschäftsführer Germanwatch

„Wir müssen in der Kommunikation konkret werden“
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Wie lassen sich durch Kommunikation Mehrheiten für den Klimaschutz gewinnen?

Bals: Diese Frage stellt sich sehr konkret mit den EU-Wahlen im kommenden Jahr. Viele Menschen verbinden mit der EU in erster Linie Wohlstand und Frieden. Ich bin davon überzeugt, dass die europäische Energiewende und der European Green Deal zu einem neuen Wohlstandsmodell führen können. Es genügt aber nicht, das als Sprechblasen zu verkünden. Wir müssen in der Kommunikation konkret werden: Was bedeutet es etwa für bestehende und künftige Arbeitsplätze, wenn die EnBW bereits 2028 aus der Kohle aussteigt und bis 2035 klimaneutral sein will? Welche Perspektive ergeben sich für die betroffenen Regionen? Etwa auch durch die enormen geplanten Investitionen der EnBW? Und welche politischen Rahmenbedingungen sind notwendig, damit der Umbau zu einem Erfolgsmodell wird – auch beim globalen Wettbewerb um Zukunftstechnologien?

EnBW-Nachhaltigkeitsdialog 2023: „Durchstarten!“

Sie haben die Veranstaltung verpasst? Kein Problem!

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