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Leutkirch

Die Stadt mit 22.000 Einwohner*innen engagiert sich seit mehr als 25 Jahren in Sachen Klimaschutz und wurde mehrfach ausgezeichnet. Gemeinsam mit der EnBW betreibt sie ein Pilotprojekt zur nachhaltigen Energiegewinnung. Dabei arbeiten Bürger*innen an einem bezahlbaren und sicheren Versorgungskonzept für die Kommune. Hoch ist in Leutkirch der Anteil von Fotovoltaik- und thermischen Solaranlagen pro Kopf. In der seit 2001 bestehenden „Solarbundesliga“ mit mehr als 2.000 Kommunen lag Leutkirch lange auf dem ersten Platz bei Städten zwischen 20.000 und 100.000 Einwohnern.

Fotomontagen sind selten realistisch

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Jörg Henle, Oberbürgermeister der Stadt Leutkirch (Bild: EnBW / Fotograf: Paul Gärtner)

App hilft auch bei Genehmigungsverfahren

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Im Gespräch mit Philipp Hölscher, Produktverantwortlicher für REVisAR bei der EnBW

Warum nutzt REVisAR die Technik von Apple?

Apple gehört bei Augmented Reality zu den führenden Anbietern. Mit einem Designer haben wir detaillierte, wirklichkeitsgetreue 3-D-Modelle aller gängigen Windkraftanlagen erstellt, die in dieser Qualität sonst nicht verfügbar sind. Die Objekte können bis zu mehrere Kilometer vom eigenen Standort entfernt dargestellt werden – immer im richtigen Maßstab, ohne Verzerrungen. Und mithilfe von Wetterdaten beziehen wir automatisch den Einfluss von Sonne, Wolken und Regen ein.

Was kann REVisAR noch?

Es gelingt uns, Repowering-Projekte zu simulieren, also bestehende Windräder aus Fotos zu entfernen und durch zeitgemäße stärkere Windkraftanlagen zu ersetzen. Am Standort Walheim, nördlich von Stuttgart, haben wir in einer Visualisierung den geplanten Neubau dargestellt: Es zeigt das künftige Klärschlamm-Heizkraftwerk; am höchsten Punkt 38 Meter hoch, mit einem 56 Meter hohen Schornstein.

Was kommt als nächstes?

REVisAR kann schon komplexe Anlagen wie einen Solarpark, ein Umspannwerk oder Stromleitungen darstellen. Unser Ziel ist es, künftig jedes Objekt, also auch Transformatoren, E-Ladesäulen oder Industriehallen abzubilden. Unser Fokus liegt dabei auf großen Objekten und großen Distanzen.

Wie groß ist der Aufwand im Unterschied zu einem Windrad?

Nun, sehr groß. Für eine Windkraftanlage benötigt die Software exakt eine Koordinate. Wenn REVisAR einen Solarpark erfassen soll, muss jeder einzelne Fotovoltaik-Tisch mit entsprechendem Neigungswinkel berechnet und in die Landschaft eingepasst werden.

Bei einer Hochspannungsleitung benötigen Sie pro Mast auch nur eine Koordinate.

Das schon. Aber es gibt nicht nur zehn oder hundert Masten-Varianten, sondern Tausende. Bei einem welligen Gelände mit Hügeln und Senken ist ein Mast mal 17,5 Meter hoch, der andere steht tiefer und misst vielleicht 26 Meter. Und schauen Sie sich an einem Umspannwerk mal die komplexe Einzelstruktur an.

Da haben die Entwickler ihren Spaß.

Ja, bestimmt! Es ist ein kreativer Prozess, hierzu jeweils eine Lösung zu finden, die nutzerfreundlich ist.

REVisAR ist bei der EnBW inzwischen eine feste Größe?

REVisAR ist bei der EnBW inzwischen europaweit an 210 Projekten beteiligt. REVisAR hat sich bewährt. Unser Plan: Bis zum Sommer wollen wir damit auf den Markt.

Mit naturgetreuer Darstellung Diskussionen versachlichen

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Oberbürgermeister Jörg Henle und Philipp Hölscher von der EnBW testen das Visualisierungsprogramm REVisAR in der Praxis (Bild: EnBW / Fotograf: Paul Gärtner)

Anwendung wird ausgebaut

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