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Smart-Meter-Rollout: Größter GWA-Wechsel Deutschlands erfolgreich umgesetzt

enercity Netz GmbH und EnBW Utility Services haben gemeinsam ein Projekt umgesetzt, das in Umfang und Umsetzung neue Maßstäbe setzt: Rund 21.000 intelligente Messsysteme und mehr als 13.000 Smart-Meter-Gateways wurden im Rahmen eines Gateway-Administrator-Wechsels erfolgreich migriert.

Ein Vorhaben dieser Größenordnung ist weit mehr als ein technischer
Systemwechsel. Es ist ein Belastungstest für Prozesse, Skalierbarkeit und Zusammenarbeit.

  • Utility Services Smart-Meter-Rollout Projektteam Zusammenarbeit
    Bildquelle: enercity / Jannis Bach

Migration unter Realbedingungen

Ein GWA-Wechsel bedeutet operative Präzisionsarbeit: Bestehende Geräte müssen stabil übertragen, Prozesse synchronisiert und regulatorische Anforderungen jederzeit eingehalten werden – und das, ohne die Sicherheit oder Datenqualität zu gefährden.

Die Migration der bestehenden Gateways von enercity Netz GmbH wurde dabei mit einer nur achtwöchigen Freeze-Phase realisiert. Die sogenannte Freeze-Phase ist an dieser Stelle tatsächlich wörtlich zu nehmen: Während dieser Zeit wird das gesamte System förmlich „eingefroren“, sodass keine neuen Smart‑Meter‑Einheiten eingebaut werden dürfen. In der Phase werden alle bereits installierten Geräte sorgfältig von einem System auf das andere übertragen. Die Verlustquote beschreibt dabei den Anteil der bereits bestehenden Smart‑Meter‑Gateways, die sich beim Wechsel des Administrators nicht erfolgreich übernehmen lassen und dadurch im gesamten Migrationsprozess verloren gehen. Im gemeinsamen Projekt von EnBW und enercity Netz GmbH nahm die Verlustquote unter 3 Prozent ein. Bei vergleichbaren Projekten lagen dahingegen Freeze-Phasen bei vier bis acht Monaten und Verlustquoten bei 8 bis 10 Prozent.

Der erfolgreiche GWA-Wechsel ist kein Zufall. Entscheidend waren klar definierte Verantwortlichkeiten, eingespielte Abläufe und eine enge operative Verzahnung beider Projektteams. Gerade bei Migrationen in hoher Stückzahl zeigt sich, wie tragfähig Systeme und Prozesse wirklich sind.

Skalierbarkeit als strategischer Faktor

Mit dem Wechsel zu EnBW Utility Services schafft enercity Netz GmbH die Grundlage für einen effizienten und sicheren Smart-Meter-Rollout und stabile Betriebsprozesse. Neben der technischen Migration stand deshalb auch die langfristige Perspektive im Fokus: Skalierbarkeit, Automatisierung und ein intelligentes Störungsmanagement. „Eine leistungsfähige Gateway-Administration ist der Kern jeder Smart-Energy-Infrastruktur“, sagt Steffen Reitz, Bereichsleitung Dienstleistungen Netze BW und Shared Services bei EnBW. „Die reibungslose Migration einer so großen Menge intelligenter Messsysteme markiert den erfolgreichen Auftakt unserer Zusammenarbeit – gemeinsam gehen wir nun die nächsten Schritte, etwa für die Steuerung von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen.“

Die erfolgreiche Migration zeigt: Leistungsfähigkeit in der Gateway-Administration entscheidet nicht nur über einen stabilen Rollout – sie ist die Voraussetzung für die nächste Ausbaustufe intelligenter Netze.

Von der Migration zur netzdienlichen Steuerung

Mit dem abgeschlossenen GWA-Wechsel ist zugleich die Basis für die Steuerung von Verbrauchseinrichtungen und erneuerbaren Erzeugungsanlagen gelegt.

„Durch den steigenden Anteil erneuerbarer Energien schwankt die Einspeisung stärker. Smart-Meter-Gateways und zusätzliche Steuereinheiten unterstützen dabei, Verbrauch und Erzeugung besser aufeinander abzustimmen“, sagt Steffen Reitz. „Sie ermöglichen eine netzdienliche Steuerung von Verbrauchseinrichtungen wie Wallboxen oder Wärmepumpen, insbesondere in Zeiten hoher Netzauslastung. Das erhöht die Netzstabilität und reduziert den Bedarf an zusätzlichem Netzausbau.“ Die Einführung des CLS-Managements startet noch in diesem Jahr.

Ein Projekt mit Signalwirkung

Das Projekt steht exemplarisch für das, was im Smart-Meter-Umfeld zunehmend gefragt ist: tiefes Prozess-Know-how, maximale Effizienz und eine starke Partnerschaft. Es zeigt, dass die Gateway-Administration nicht nur als Pflichtaufgabe im Rollout zu verstehen ist, sondern als strategische Enabler für digitale, steuerbare und zukunftsfähige Energiesysteme. Und genau hier beginnt der eigentliche Mehrwert der Zusammenarbeit.

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