Geschäftsmodell und Strategie
Als eines der führenden integrierten Energieunternehmen in Deutschland und Europa gestalten wir aktiv den Ausbau einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Energieinfrastruktur entlang der gesamten energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette mit. Dabei sind die Bezahlbarkeit von Energie, Versorgungssicherheit und Klimaschutz wesentliche Faktoren für die Zukunftsfähigkeit unseres Konzerns und die Sicherung unserer langfristigen Wertschöpfung. Unsere strategischen Ziele verfolgen wir vor allem durch den intensiven Ausbau erneuerbarer Energien, die Optimierung der Netzinfrastruktur, die Umsetzung unserer Fuel-Switch-Projekte und die Förderung der Elektromobilität. Wir planen in den kommenden Jahren weitere umfangreiche Investitionen in den Ausbau der Energieinfrastruktur.
Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
Im Jahr 2025 entwickelte sich das operative Geschäft des Konzerns insgesamt wie erwartet. Das Adjusted EBITDA konnte leicht auf 5,1 Mrd. € gesteigert werden und bewegte sich damit im Rahmen unserer Prognose. Alle drei Segmente erfüllten die angepassten Prognoseziele. Erwartungsgemäß sank das Adjusted EBITDA des Segments Nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur, während die Segmente Systemkritische Infrastruktur und Intelligente Infrastruktur für Kund*innen jeweils einen Anstieg des Adjusted EBITDA gegenüber dem Vorjahr verzeichneten. In Folge stieg auch der Anteil des risikoarmen Ergebnisses am Adjusted EBITDA auf 75,7 % an. Das auf die Aktionäre der EnBW AG entfallende Konzernergebnis ging jedoch deutlich aufgrund der Abschreibungen auf die at equity bewerteten Unternehmen Mona und Morgan zurück. Entsprechend sank auch das Ergebnis je Aktie im Geschäftsjahr 2025 auf -0,70 €.
Die finanzielle Situation des Konzerns blieb dennoch weiterhin solide. Die Zahlungsfähigkeit war zu jedem Zeitpunkt durch ausreichende liquide Mittel, die eigene Finanzierungskraft sowie externe Finanzierungsquellen gesichert. Die Nettoverschuldung reduzierte sich gegenüber dem Vorjahresende um 1,1 Mrd. €, was im Wesentlichen auf den verbesserten FFO sowie die durchgeführte Kapitalerhöhung zurückzuführen ist. Gegenläufig wirkten die hohen Nettoinvestitionen, die nicht vollständig aus dem Retained Cashflow gedeckt werden konnten. Dennoch lag der Retained Cashflow aufgrund geringerer Zahlungsmittelabflüsse bei den Ertragsteuern deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Folglich lag auch das Schuldentilgungspotenzial 2025 deutlich über dem Vorjahreswert und übertraf mit 25,2 % die angestrebte Prognosebandbreite von 15,0 % bis 18,0 %.
Die Bruttoinvestitionen stiegen erneut um rund 22 % auf 7,6 Mrd. € im Vergleich zum Vorjahr. Der Großteil dieser Investitionen entfiel auf Wachstumsprojekte. Der Anteil taxonomiekonformer erweiterter Capex entsprach mit 89,6 % ebenfalls den Erwartungen. Die Bruttoinvestitionen spiegeln sich in einem deutlichen Anstieg der langfristigen Vermögenswerte wider. Die Kapitalerhöhung stärkt die Eigenkapitalbasis des EnBW-Konzerns.
Reputation, Kundenzufriedenheit und Versorgungszuverlässigkeit
In der Zieldimension Kund*innen und Gesellschaft konnte der Reputationsindex das gute Niveau des Vorjahres halten. Der Kundenzufriedenheitsindex für die EnBW erreichte ebenfalls erneut ein gutes Niveau und verfehlte die Prognosebandbreite nur knapp. Die Zufriedenheit der Yello-Kund*innen erhöhte sich im Jahr 2025 und bewegte sich damit trotz schwieriger Marktbedingungen weiterhin auf einem hervorragenden Niveau am oberen Ende unserer prognostizierten Bandbreite. Der SAIDI Strom, der Wert für die Versorgungszuverlässigkeit der Verteilnetze, lag 2025 aufgrund eines außergewöhnlichen Ausfallereignisses im tschechischen Übertragungsnetz über unserer Prognose.
Erneuerbare Energien und Klimaschutz
In der Zieldimension Umwelt stieg die installierte Leistung erneuerbarer Energien (EE) im Jahr 2025 auf 7,4 GW. Dies resultiert vor allem aus dem Zubau von Photovoltaikanlagen sowie Onshore-Windparks und der teilweisen Inbetriebnahme des Offshore-Windparks EnBW He Dreiht. Obwohl die installierte Leistung knapp unter dem angepassten Prognosewert blieb, wurde im Jahr 2025 der höchste Zubau an erneuerbaren Energien in der Unternehmensgeschichte erreicht. Durch die Entkonsolidierung des Braunkohlekraftwerks Lippendorf zum 31. Dezember 2025 stieg der Anteil EE an der Erzeugungskapazität auf 65,6 % und lag damit über unserer angepassten Prognose.
Die CO₂-Intensität der Eigenerzeugung Strom nahm im Vergleich zum Vorjahr aufgrund einer geringeren Erzeugung aus erneuerbaren Quellen und eines deutlich gestiegenen Einsatzes unserer Kohlekraftwerke zu und lag geringfügig über unserer Prognosebandbreite.
Engagement der Mitarbeitenden und Arbeitssicherheit
In der Zieldimension Mitarbeitende lag der People Engagement Index (PEI) wie im Vorjahr bei 83 Punkten und damit weiterhin auf einem sehr hohen Niveau im Vergleich zu anderen Unternehmen. Der PEI erlaubt uns, neben der Zufriedenheit auch Rückschlüsse auf Motivation und Engagement der Mitarbeitenden zu ziehen. Im Bereich Arbeitssicherheit zeigten die LTIF-Kennzahlen im Berichtszeitraum einen deutlichen Rückgang. Diese positive Entwicklung ist vor allem auf sehr gute Werte im Bereich Erzeugung sowie bei den Gesellschaften der SENEC-Gruppe zurückzuführen.
Insgesamt konnten wir im Geschäftsjahr 2025 dank der robusten integrierten Aufstellung die Prognosen der Top-Leistungskennzahlen im Wesentlichen erreichen. Der Vorstand beurteilt daher die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des EnBW-Konzerns weiterhin als solide.